Die Zukunft ist digital, denn die zukünftigen Kunden sind es auch. Das ist inzwischen eine Binsenweisheit. Und doch gibt es immer noch viel zu wenige gute, einfache, selbsterklärende Lösungen am Markt. Da wir durch Umdenken bereits analog auf Klarheit und Transparenz setzen, ist es konsequent, in der digitalen Kundenansprache noch weiter zu gehen. Damit dies gelingt, unterstützen wir zusammen mit anderen Versicherern einen Inkubator, einen Förderer von digitalen Start-Ups, in München: das Werk1.

umdenken.co hat mit Dr. Burghard-Orgwin Kaske, Leiter Vertriebsmanagement, über das Engagement der Bayerischen gesprochen.

umdenken.co: Zusammen mit anderen Versicherern engagiert sich die Bayerische beim Inkubator Werk1. Das Programm heißt W1 Forward und gerade hat die zweite Ausschreibung stattgefunden. Können Sie uns etwas über Programm und Ausschreibung erzählen? Wie viele Bewerber gab es dieses Jahr? Gibt es thematische Schwerpunkte, die die Auswahl bestimmt haben?

Dr. Burghard-Orgwin Kaske, Leiter Vertriebsmanagement bei der Bayerischen

Burghard-Orgwin Kaske: In der Gründerszene spielen Start-Ups aus dem Versicherungsbereich eine immer größere Rolle. Das technologische Potenzial ist bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Mit dem Werk1 wollen die Partner aus der Branche in München ein Ökosystem für junge Unternehmen, Investoren und weitere Partner schaffen, um den digitalen Wandel in der Versicherungswelt voranzutreiben.

Die Gründer, die wir zusammen mit anderen Versicherungen unterstützen wollen, sind jetzt im April ausgewählt worden. Bei der Ausschreibung haben wir uns bewusst dafür entschieden, die Technologien und Themen nicht zu sehr einzuschränken. Wir haben lediglich ein paar mögliche Bereiche genannt. Dazu gehörten Artificial Intelligence, Chatbots, Data Analytics, IoT, Sensors, Telematics und Wearables.

Burghard Kaske und Anastasia Stoycheva vom Werk1.

Das Werk1 hat sich fest als Inkubator in der Gründerszene etabliert. Daher gab es bei der zweiten Ausschreibung eine große Zahl von Bewerbungen. Übrigens auch internationale: von Israel bis nach Australien. Die Gründer- und Innovationsteams werden jetzt in einem sechsmonatigen Intensivprogramm bei der Weiterentwicklung ihrer Konzepte gefördert. Sie erhalten individuelle Betreuung von international renommierten Coaches und Mentoren im Gesamtwert von 80.000 Euro. Und die Möglichkeit, ihr Konzept vor führenden Vertretern der Versicherungsbranche und Investoren vorzustellen. Darüberhinaus haben sie häufig Gelegenheit, sich mit anderen Gründern aus der “Digital Entrepreneurship”-Szene auszutauschen. Für die fünf ausgewählten Start-Ups geht das intensive Programm Ende Mai los. Es schließt im November mit dem Demo-Day ab.

Die Start-Ups kommen in diesem Jahr aus unterschiedlichen Bereichen. Ein Unternehmen möchte zum Beispiel einen digitalen Marktplatz etablieren, bei dem User bestimmen können, welche Daten gezielt an Unternehmen freigegeben werden. Ein anderes Team entwickelt den Aufbau eines Standard-Protokolls für die Blockchain-Technologie. Und bei einem weiteren Start-Up geht es um “insurance on demand.” Weitere Information zu dem Programm finden sich auf der Website von Werk1

umdenken.co: Wie genau sieht die Unterstützung durch die Bayerische aus?

Burghard-Orgwin Kaske: Die Bayerische gibt den Teilnehmern für komplexe und individuelle Belange Experten aus den betroffenen Fachbereichen und der IT an die Hand. Diese erarbeiten zusammen mit den Teams praxisgerechte Lösungen. Wir legen den Grundstein für eine sowohl zielorientierte als auch kreative, vor allem aber effektive Zusammenarbeit. Das erreichen wir mit wöchentlichen Meetings, Keynotes und spontanen, kreativen und offenen Austauschmöglichkeiten, wie z.B. unserem Start-Up-Frühstück. Hilfreich für die Start-Ups  ist sicherlich auch, dass sie Konzepte durch den Zugang zu (Test-)Daten von uns erproben können.

umdenken.co: Welchen Nutzen erhoffen Sie sich für das eigene Unternehmen?

Burghard-Orgwin Kaske: Als einer der Gründer und Initiatoren des Existenzgründerzentrums Werk1 in München wollen wir mithelfen, innovative Ideen für die Versicherungsbranche zu einem tragfähigen Geschäftsmodell zu entwickeln. Für uns ist Werk1 eine gute Möglichkeit, frühzeitig mit Gründern in Kontakt zu kommen, neue digitale Trends zu erkennen. Wir glauben, dass Wachstum  vor allem auch durch Innovationen entsteht. Da kann der Austausch zwischen etablierten Unternehmen und Gründern allen Beteiligten nur helfen. Unser Engagement dienst auch dazu,  in der Start-Up Szene sichtbar zu sein und uns dort zu positionieren. Über das Werk1 hinaus, würden wir es begrüßen, wenn in München ein InsurTech-Hub entsteht, der unter der Beteiligung von Wissenschaft und Wirtschaft, Innovationen gemeinschaftlich entdeckt, entwickelt und vermarktet.

umdenken.co: Herr Kaske, vielen Dank für das interessante Gespräch!

Der Demo-Day 2016: Die Teilnehmer zusammen mit Ilse Aigner, Bayerische Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, im Zentrum.

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