Blinde Zerstörungswut: Vandalismus kann Existenzen zerstören

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Es sind Bilder, die auch Tage später noch sprachlos machen. Im Hamburger Schanzenviertel eskalierten die Proteste rund um den G20-Gipfel am Freitagabend. Auch am Samstag wurde randaliert und geplündert. Was die Randalierer hinterließen, war eine Spur der Verwüstung. Steine, Trümmer, eingeschlagene Fenster, zerstörte Mülltonnen. Die WELT beschreibt das Bild, das die sogenannte „Schanze“ bot, als „eine fast schon absurde Mischung aus Happening und Bürgerkrieg“.

Zahlreiche Geschäfte wurden gezielt attackiert. Gewerbetreibende mussten hilflos dabei zusehen, wie ihre Existenz zerstört wurde. Vermummte rütteln an Fenstern und Türen oder schlagen sie ein, stürmen Geschäfte. Sie hinterlassen eine Spur der Verwüstung. Vandalismus, der im Schanzenviertel nicht zum ersten Mal vorkommt, doch in dieser Brutalität und Härte bisher beispiellos ist. Die Schäden gehen in die Millionen. Doch wer zahlt für die blinde Zerstörungswut der vermummten Randalierer?

Wenn die Existenz auf dem Spiel steht …

Viele Geschäftsinhaber stehen jetzt, ein paar Tage nach den schlimmen Ausschreitungen vor den Scherben ihrer unternehmerischen Existenz. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn der richtige Versicherungsschutz ist oft nicht mit einer Police getan. Außerdem: Viele Gewerbe-Versicherer schließen Vandalismus und Plünderung in ihren Bedingungen explizit aus. Eine zusätzlicher Vandalismus-Schutz ist dann nötig. Für die Schäden in den Geschäften, also zerstörte Einrichtung, kaputte Waren durch Feuer oder Einbruchdiebstahl kommt die Gewerbeversicherung auf. Eingeschlagene Scheiben regelt die in der Police enthaltene Glasbruchversicherung in den meisten Fällen. Doch auch wer durch diese Policen geschützt ist, kann noch immer auf Schäden sitzen bleiben. Denn für Schäden an Gebäuden kommen weder die Gewerbeversicherung, noch der zusätzliche Vandalismus-Schutz auf. Fassaden, die durch Vandalismus oder mutwillige Beschädigung in Form von Schmierereien zerstört sind, kommt nur die Wohngebäudeversicherung auf. Diese schließt der Vermieter oder Hauseigentümer ab, nicht aber der Gewerbetreibende selbst.

Schäden bis zu zwölf Millionen Euro

Der Bund und die Stadt Hamburg wollen jetzt einen Härtefallfonds mit bis zu 40 Millionen Euro für die Entschädigung von Opfern der Krawalle bereitstellen. Er kommt für Sachschäden auf, für die kein Versicherungsschutz besteht. Außerdem könne er im Falle von zu erwartenden Versicherungsleistungen in Vorleistung gehen. Nachträglich ausgezahlte Versicherungsleistungen fließen anschließend zurück in den Fonds. Deutsche Versicherer haben nach eigenen Schätzungen bisher Schäden in Höhe von bis zu zwölf Millionen Euro zu begleichen. Ein Drittel davon entfalle auf Autos, der Rest auf Schäden an Häusern und Gewerbebetrieben.

Titelbild: © Cosmicgirl (Anja Jung) – Eigenes Werk, Video: © Loritus News

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