„Das Feld der Einmalanlage wird zu oft den Banken überlassen“

  • Maximilian Buddecke: „Das Feld der Einmalanlage wird zu oft den Banken überlassen“

Das Sparguthaben der Deutschen wächst. Nach einer Erhebung der DZ-Bank betrug es Anfang 2017 rund 5,7 Billionen Euro – rund 280 Millionen Euro und damit 4,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Annähernd 40 Prozent dieses Vermögens liegt weiterhin bei Banken: auf Giro- und Tagesgeldkonten. Recht ineffizient, denn der anhaltende Niedrigzins sorgt bei diesen Guthaben faktisch für eine laufende Entwertung.

Clevere Banken haben das längst erkannt. Systematisch sprechen sie Kunden ganz aktiv auf diesen Sachverhalt an und bieten Aktienanlagen und Fondssparpläne als Alternative an. An den Versicherungsvermittlern läuft dieses Milliardengeschäft häufig weiterhin vorbei, stellt Maximilian Buddecke, Leiter Maklervertrieb bei der Bayerischen, fest. Dabei müsste das gar nicht so sein. Denn gerade Vermittler im Versicherungsmarkt hätten heute hervorragende Optionen, um dem Bankberater Paroli zu bieten, wie Buddecke im Interview klarstellt.

umdenken.co: Herr Buddecke, Sie sagen, die Banken machen Versicherungsmaklern im Bereich der Geldanlage erhebliche Geschäftspotenziale streitig. Was hat denn das Anlagegeschäft mit Versicherungen zu tun?

Maximilian Buddecke: Eine Menge! Hier ein einfaches Beispiel: Wir unterhalten uns immer wieder über die Vertragsdichte und über ganzheitliche Beratung. Der Makler möchte seine Kunden am liebsten komplett beraten oder zumindest in seinem Netzwerk bedienen. Im Bereich der Einmalanlagen wird dann aber die Tür allzu häufig offengelassen.

Wie ist die Vermögenssituation meines Kunden? Wo ist das Erbe angelegt? Gab es auslaufende Lebensversicherungen? Und, und, und. Solche Fragen werden im täglichen Geschäft des Maklers viel zu selten gestellt.

umdenken.co: Kann man das wirklich so verallgemeinern?

Maximilian Buddecke: Sicherlich nicht, aber das Thema Einmalanlage fristet immer noch ein Nischendasein. Und das zu Unrecht. Gerade Banken haben dieses Thema längst erkannt und machen hier ein Milliardengeschäft, oftmals mit den gleichen Kunden.

umdenken.co: Gibt es denn vergleichbare Lösungen im Versicherungsmarkt?

Maximilian Buddecke: Definitiv. Aus Versicherersicht ist hier die fondsgebundene Rentenversicherung zu nennen. Sie bietet viele Vorteile rund um dieses Thema. So sind Entnahmen jederzeit möglich. Kunden haben die Möglichkeit, am Ende der Laufzeit das Kapital zu wählen, oft ja sogar steuervergünstigt. Oder sie starten in die Verrentungsphase mit der niedrigen Besteuerung des Ertragsanteils.

Im Vergleich zu einem Fondssparplan schlägt sich eine günstige – auf Einmalanlagen optimierte Fondsrente, wie z.B. die der Bayerischen – nicht schlecht. Hier ein Beispiel:

Sagen wir: 100.000 Euro Einmalanlage, Dauer 10 Jahre, 6 Prozent Bruttowertentwicklung.

Ergebnis Fondssparplan (bei 5 Prozent Ausgabeaufschlag, 0,5 Prozent jährlicher Verwaltungsgebühr, 0,1 Prozent jährliche Depotgebühr): 160.660,91 Euro.

Ergebnis Fondsrente Aktiv der Bayerischen (als Einmalanlage und bei voller Provision):  164.460,00 Euro.

Quelle: Bay4all Angebotssoftware Bayerische, eigene Berechnung

umdenken.co: Aber ist das Risiko auf Fonds zu setzen nicht zu hoch?

Maximilian Buddecke: Ich habe mal gelernt, dass jede Finanzanlage Risiken birgt. Und gerade die Anlage des Guthabens auf Girokonten und Festgeldkonten zu niedrigsten oder gar negativen Zinssätzen bietet Risiken, die der Kunde oft nicht wahrnimmt.  Durch die Inflation verliert das Guthaben hier jedes Jahr an Kaufkraft. Und das frisst faktisch das Vermögen Stück für Stück auf. Natürlich steht das erstmal in keinem Produktprospekt. Aber diese Geldentwertung ist nicht nur ein Risiko, sie ist schon heute real.

Wenn ich diesen Sachverhalt erstmal verstanden habe, dann komme ich schnell zu der Überlegung, dass ich dann lieber auch vom Risiko profitiere. Der Markt in den vergangenen Jahren hat deutlich gezeigt, dass ich – sofern ich einen längeren Zeitraum für die Anlage zur Verfügung habe – mein Verlustrisiko erheblich minimieren kann.

Das Deutsche Aktieninstitut hat diesen Gegensatz in einem Schaubild ganz gut visualisiert. Das können Vermittler ihren Kunden im Gespräch einmal aufzeigen:

Maximilian Buddecke: „Das Feld der Einmalanlage wird zu oft den Banken überlassen“

umdenken.co: Was ist mit Anlage der Gelder in andere Sparformen? Oder sollte der Kunde nicht lieber in Immobilien investieren?

Maximilian Buddecke: Berechtigte Frage. Was ist denn die beste Form der Geldanlage? Das kann weder ich noch sonst jemand allumfassend beantworten. Und ich wäre sehr vorsichtig bei einem Berater, der Ihnen prophezeit, dass sein Produkt mit Abstand die einzige, beste und renditestärkste Anlage sei.

In aller Regel steigt mit zunehmender Chance auf Rendite eben auch das Risiko. Immobilienanlagen sind in der heutigen Zeit sicher spannend. Allerdings bewegt sich in meiner Wahrnehmung bei seriösen Anbietern die tatsächliche Gesamtkapitalrendite in aller Regel nur zwischen drei und sechs Prozent – und ist damit gerade nicht alternativlos.

Aus meiner Sicht gilt das Zauberwort „Diversifikation“: Niemals bei der Geldanlage alles auf eine Karte setzen! Geht es um den Weg der Fondsanlage, dann ist die fondsgebundene Rentenversicherung eine solide Alternative, die ich auch als Versicherungsmakler (also ohne 34f) anbieten kann.

umdenken.co: Und warum sollte ich mich als Vermittler und als Kunde dann für die Bayerische entscheiden?

Maximilian Buddecke: Da gibt es mehrere Gründe. Zum einen, weil wir eine fondsgebundene Rentenversicherung optimiert für Einmalanlagen im Portfolio haben. Dann, weil wir verschiedene Sonderrechnungsarten, bis hin zum Honorartarif, anbieten können.  Und natürlich auch, weil wir effektiv sehr niedrige Kosten in der Fondsanlage veranschlagen.

Außerdem bieten wir mit unserer neuen Pangaea Life Investmentrente eine Anlage in einem offenen Spezialfonds an, der rein in nachhaltige Sachwerte investiert – und das zu den Konditionen eines institutionellen Anlegers!

umdenken.co: Für welche Zielgruppe ist die Pangaea Life Investmentrente aus Ihrer Sicht geeignet?

Maximilian Buddecke: Der offene Spezialfonds der Pangaea Life zeichnet sich dadurch aus, dass er nur in nachhaltige Projekte im Bereich Klimaschutz investiert. Über die Aufnahme von Projekten entscheidet ein eigener Nachhaltigkeitsbeirat. Er prüft auch, ob die Anlage unsere eigene Liste der Negativ- und Positivkriterien einhält und somit unseren harten Anforderungen für ein nachhaltiges Investment genügt. Und dass gerade hierbei eine Rendite zu erzielen ist, zeigen die aktuellen Projekte. So kalkulieren wir bei unserem Windpark MADS an der dänischen Küste, in den wir investieren, mit einer Bruttorendite von 7,3 Prozent.

Um auf Ihre Frage zu antworten: Die Pangaea Life Investmentrente eignet sich für alle Kunden, die eine solide Renditeprognose ohne große Schwankungen mit dem guten Gefühl verbinden möchten, damit auch etwas für den Klimaschutz zu tun.

umdenken.co: Sie haben bei der Bayerischen noch ein Feature entwickelt: den “aufschiebbaren Rentenbeginn”. Was hat es damit auf sich? Welche Vorteile bietet er für den Versicherten?

Maximilian Buddecke: Entwickelt wäre vielleicht zu viel gesagt. Aber wir bieten unseren Kunden die Möglichkeit, den Beginn ihrer Verrentungsphase bis zum 85. Lebensjahr aufzuschieben. Der Vorteil liegt darin, dass Kunden, die in Rente gehen und ja durchaus noch eine relevante Lebenserwartung haben, nicht ihr Vermögen komplett im Deckungsstock der Versicherung anlegen müssen (was bei den meisten fondsgebundenen Rentenversicherungen am Markt der Fall ist).

Stattdessen können sie das Geld in dem Fonds belassen und dann über Teilentnahmen den Kapitalbedarf für das jeweilige Jahr decken. Erst mit (maximal) 85 Jahren geht es dann in die Verrentung des restlichen Kapitals. Damit haben unsere Kunden auch in der Rentenbezugszeit die volle Kontrolle über die Geldanlage und profitieren weiter von der Wertentwicklung.

umdenken.co: Was raten Sie Vermittlern, die sich mit dem Thema näher beschäftigen und nicht den Banken den Markt überlassen wollen?

Maximilian Buddecke: Finanzgeschäfte sind „Nasengeschäfte“. Der Vermittler sollte zunächst einmal seine Kunden sehr gut kennen und sich regelmäßig mit ihnen austauschen. Außerdem sind laufende Kundeninformationen in Gesprächen, Veranstaltungen, in Mailings oder auf der Website hilfreiche Werkzeuge. Hier unterstützen wir unsere Vertriebspartner gern mit Inhalten, Rechenbeispielen und anderen Beratungshilfen.

Aus unserer Erfahrung jedenfalls sind Kunden überaus dankbar für den Hinweis, dass sie mit ihrem Geld noch etwas Anderes anstellen können als es zur Bank zu tragen und auf einem Sparbuch oder einem Tagesgeldkonto effektiven Wertverlusten auszusetzen.

Titelbild: © die Bayerische, Grafik: © Deutsche Bundesbank

Zum Autor:

Hier bloggt die News-Redaktion der Bayerischen zu allgemeinen und speziellen Themen rund um Versicherung, Finanzen und Vorsorge aber auch in eigener Sache. Wir wünschen eine spannende und frohe Lektüre!

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