Grünes Geld mit gutem Gewissen? Funktioniert!

  • Nachhaltige Investments

Nahrungsmittel aus regionalem Anbau, Elektroautos und umweltschonende Energiegewinnung. Was früher lediglich das Interesse von Hippies oder Ökos weckte, rückt heutzutage in die Mitte der Gesellschaft. Dank Klimawandel, BP-Ölplattform-Katastrophen und VW-Dieselskandalen. Stichwort: Nachhaltigkeit.

Das zeigen auch die Zahlen: Im Ranking der aktuell wichtigsten Probleme belegen Umwelt- und Klimaschutz Platz drei. Das geht aus einer Studie des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamts hervor. 97 Prozent der Deutschen sind demnach davon überzeugt, „dass jede und jeder Einzelne Verantwortung für lebenswerte Umweltbedingungen der nachfolgenden Generationen trägt“.

Die Bereitschaft ist groß

Dazu passt ebenfalls die Entwicklung im Bereich Konsum. Während 2008 nur drei Prozent aller Befragten angaben, Ökostrom zu beziehen, stieg diese Zahl bis zum Jahr 2016 auf 39 Prozent. Das geht aus einer Erhebung des Umweltbundesamts hervor. Demnach legen die deutschen Konsumenten außerdem Wert auf Energieeffizienz. Im Jahr 2016 gaben 71 Prozent der Befragten an, beim Kauf von Haushaltsgeräten besonders auf dieses Kriterium zu achten. Vier Jahre zuvor hatte der Anteil noch bei 52 Prozent gelegen.

Bereitschaft zu Klima schonendem Handeln in Deutschland 2016. Quelle: Bundesumweltamt

Bereitschaft zu Klima schonendem Handeln in Deutschland 2016. Quelle: Bundesumweltamt

Aber diese Entwicklung ist auch in anderen Branchen zu beobachten. Beispielsweise in der Finanzwelt. Hier sind nachhaltige Kriterien mittlerweile ebenfalls eine feste Größe:

„Diese Anlagemöglichkeit ist alles andere als ein Hype. Sie ist zu einem seriösen Trend geworden“, sagt Asset-Manager Thierry Bogaty vom Pariser Vermögensverwalter Amundi im Interview mit dem Handelsblatt.

Aber ist „nachhaltig“ gleich „nachhaltig“? Welche Form der Socially Responsible Investments (SRI) gibt es überhaupt? Und welche Projekte existieren bereits?

Was verbirgt sich hinter „nachhaltig“?

Gute Frage. Die Antwort: Ungewiss, denn rechtlich gesehen gibt es weder Rahmenbedingungen noch Kontrollinstanzen, die dies konkret festlegen. Hier steht jeder Anbieter selbst in der Verantwortung. Der Nachteil: Mangelnde Transparenz für den Kunden.

„Auch in einem nachhaltigen Investmentfonds stecken Anleger ihr Geld in global agierende Unternehmen und nicht in den Ökohof von nebenan“, so Ulrike Brendel, Leiterin nachhaltige Geldanlage bei der Verbraucherzentrale Bremen.

So fordert die Bremer Leiterin klare Mindeststandards. Wer sich grün, fair, nachhaltig und umweltbewusst auf die Fahne schreibe, müsse dies auch anbieten. Siegel können eine Orientierungshilfe bieten.

Enkelgerechter Ökoindex

Das Asset Nummer eins für nachhaltige Investments: regenerative, klimaschonende Energieformen (Windparks, Wasserkraft, Waldwirtschaft, Solaranlagen, Energiespeicher und Energieeffizienz). Diese Projekte werden als enkelgerecht bezeichnet. Denn sie leisten einen wertvollen Beitrag zur Bewahrung der Natur und Sicherung des ökologischen Gleichgewichts. Dabei ist Transparenz unverzichtbar. Und für jeden bewussten Anleger ist es wichtig zu wissen: „Was geschieht mit meinem Geld?“ – „Wie wird die Rendite erwirtschaftet?“ – „Wen unterstützte ich direkt oder indirekt mit meinem Vertragsabschluss?“

So informiert das Forum Nachhaltige Geldanlage (FNG) über zertifizierte Fonds. Der Global Challenges Index der Börse Hannover bietet Aktienanlegern einen Überblick. Mittlerweile hat der Nachhaltigkeitsindex 50 Konzerne gelistet, wie den Softwarehersteller SAP, den Windkraftanlagenproduzenten Nordex oder den Technologiekonzern Linde.

Nachhaltige Investments: Reiche Auswahl

Insbesondere die Zielgruppe der Lohas setzt auf „grünes Geld“. Für diese ethisch, sozial oder ökologisch motivierten Investoren gibt es verschiedene Anlageformen. Generell lassen sich diese wie folgt unterscheiden:

• Aktien
• Direktbeteiligungen
• Investmentfonds
• Lebensversicherungen
• Rentenpapiere
• Sparbriefe, Sparkonten, Festgelder

Die UmweltBank bietet mit ihrem grünen Sparbrief ihren Anlegern die Möglichkeit in verschiedene Umweltprojekte zu investieren. Vom Solarpark über nachhaltige Holzhäuser.

Auch Aktien können grün

So haben die Verbraucherzentrale Bremen und die Stiftung Warentest eine Marktübersicht für ethisch-ökologische Aktienfonds zusammengestellt. Schwerpunkt: Klimaschutz. Die dort aufgelisteten Fonds investieren in Bereiche wie erneuerbare Energien oder Energieeffizienzprojekte. Völlig ausgeschlossen dabei: Unternehmen aus der Kohle- und Ölindustrie. Trotzdem fällt die Bewertung der Verbraucherzentrale durchwachsen aus. Auch von den sechs klimafreundlichsten Fonds erreicht einer nur 45 Prozent der Klimakriterien.

Everything is green

Neu und interessant: Investitionen in nachhaltige Sachwerte. Doch gerade die lukrativen Projekte sind aufgrund ihrer Größe häufig keine Option für Privatanleger. Deswegen bietet das Unternehmen Pangaea Life die Möglichkeit, über diverse Produkte nachhaltig zu investieren. Und somit einen einzigartigen Zugang für den Kunden. So investiert der firmeneigene Fonds in Großprojekte, wie etwa den Windenergie-Park MADS im Near-Shore-Windpark (Dänemark). Projektvolumen: 58 Millionen Euro. Privatinvestoren erhalten über diesen Fonds die Möglichkeit Anlageoptionen zu nutzen, die es so sonst nicht gibt. Mehr Informationen dazu finden Interessierte auf der Homepage Pangaea Life.

Bild: ©sima / fotolia.com

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