„Wir müssen weg von diesem Märchen, dass wir Geld verschenken, um Gutes zu tun.“

  • Nachhaltige Investments

Immer mehr Investitionen und Versicherung schreiben sich das Thema der Nachhaltigkeit auf die Fahne. Ökologisch sinnvoll, enkelgerecht und ressourcensparend.

Aber ist Nachhaltigkeit mehr als nur ein kurzweiliger Trend? Wie sieht die Zielgruppe für nachhaltige Investments aus? Und wie erkennen Verbraucher und Vermittler nachhaltige Produkte? Diese und weitere Fragen diskutierte Uwe Mahrt, Geschäftsführer der Pangaea Life als Experte in der zweiten Folge von NewFinance TV.

Bewusstsein schaffen

Alles auf Anfang“, so der Slogan der Pangaea Life, die mehr als eine Produktlinie ist, sondern als eigenständiges Unternehmen der Versicherungsgruppe die Bayerischen agiert. Und der umweltbewusste Endkunde solle den Mehrwert auch spüren, den dies mit sich bringt, so Uwe Mahrt.

„Weil wir eben doch nur eine Erde haben und zum Schluss bei jeder Geldanlage ist man sich dessen eigentlich auch immer bewusst.“

Angebot ohne Nachfrage?

Momentan werden rund 30 Milliarden Euro in nachhaltige Investments angelegt. Dies macht allerdings nur 0,8 Prozent des gesamten Fondsvolumens in Deutschland aus. Fehlt das Angebot? Keineswegs. Es liegt mehr am Vorurteil, dass grüne Produkte kaum oder eine zu geringe Rendite erwirtschaften. Dabei muss „Ökö“ nicht spendenbasiert, ehrenamtlich und kostenlos sein. Und selbstverständlich verdienen die Kunden damit Geld.

Langfristig zum Erfolg

Ein Experte aus der Runde, Thorsten Tückmantel von der TT Pur Finanz, bringt es in der Frage, woran man nachhaltige Investments erkennt, auf den Punkt:

„Grundsätzlich den Beipackzettel lesen. Lesen Sie bitte das Kleingedruckte.“

Denn neben der inneren Einstellung ist es für den Verbraucher wichtig, diese essentielle Fragen zu beantworten:

  • Womit beschäftigt sich diese Anlage?
  • Womit beschäftigt sich dieser Fondsmanager?
  • Wohin wir das Kapital investiert?

Regulierungen

Gibt es einheitliche Kriterien, denen nachhaltige Investments unterliegen? Noch nicht. Und so sieht sich der Kunde gezwungen, sich durch die 400 nachhaltige Fonds, die es zurzeit in Deutschland gibt, zu manövrieren. Und den richtigen auszuwählen. Deswegen ist Uwe Mahrt, zumindest in diesem Kontext, laut eigener Aussage ein „großer Fan von Regulierung“.

„Oft ist es ja so, dass Werte oder Assets eines Fonds, den der Kunde kauft, innerhalb eines halben Jahres gar nicht mehr in diesem Fonds enthalten sind. Da müsste der Kunde theoretisch ein permanentes Monitoring drauflegen.

Gibt es “die” Zielgruppe?

Sind es insbesondere Frauen, die sich für diese Art der Anlage interessieren? Die Expertenrunde kommt zwar zu dem Schluss, dass weibliche Kunden dem Thema häufiger offen gegenüber stehen. Aber auf eine Regelmäßigkeit dürfe daraus nicht geschlossen werden. Auch Männer sind an nachhaltigen Investments interessiert. Vor allem die junge Zielgruppe zwischen 20 und 30 Jahren. Auch diejenigen über 50, die es geschafft haben und mit ihrem Investment ihrer Umwelt was „zurückgeben wollen“, sind affin für diese Produkte.

Nachhaltige Versicherungen

Dabei wird zwischen Versicherern, die nachhaltig agiert und denjenigen, die nachhaltige Anlagelösungen anbieten, unterschieden. Pangaea Life bietet hier zwei Varianten von nachhaltigen Investments. Im Videoabschnitt dazu erläutert Uwe Mahrt den Unterschied.

Profitiert die nachhaltige Geldanlage vom Niedrigzins?

Ist die positive Entwicklung nachhaltiger Finanzprodukte auf die Zinspolitik der EZB zurückzuführen? Durchaus, doch vor zu hohen Renditeversprechen sollten sich Verbraucher hüten. Alles über fünf Prozent – unrealistisch. Andreas Fiedler, Abteilungsleiter der Evangelischen Bank eG, hält andere Richtwerte für wichtiger.

Nachhaltige Investments – medial unterrepräsentiert?

Haben die Publikumsmedien in diesem Bereich Nachholbedarf? Wo gibt es gesellschaftliche Ansatzpunkte, um das Wissen in diesem Bereich zu vertiefen? Ist hier noch Bildungsarbeit gefragt? „So weitermachen wie bisher“, meint Constanze Hintze, Geschäftsführerin von Svea Kuschel & Kolleginnen.

„Ich habe schon das Gefühl, dass das Thema dort (klassische und soziale Medien) eine Rolle spielt. (…). Also weitermachen. Das Bewusstsein wird geschärft dadurch.“

Mehr dazu

Wer einen vollständigen Überblick über das Thema und die Expertenmeinungen von Uwe Mahrt und den weiteren Teilnehmern zu nachhaltigen Investments und Versicherungen haben möchte, findet die gesamte Folge 2 Hier.

Titelbild: © NewFinance Mediengesellschaft

Zum Autor:

Hier bloggt die News-Redaktion der Bayerischen zu allgemeinen und speziellen Themen rund um Versicherung, Finanzen und Vorsorge aber auch in eigener Sache. Wir wünschen eine spannende und frohe Lektüre!

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