Facebook ist eines der größten sozialen Netzwerke der Welt. Rund 23 Millionen Menschen nutzen Facebook in Deutschland täglich. Schon die enorme Reichweite ist ein Grund dafür, dass der Social-Media Riese eine der wichtigsten Plattformen für Unternehmen darstellt. Ad-Kampagnen auf der Plattform zu schalten hat daher für Werbetreibende viele Vorteile. Allerdings auch Risiken: Mit schlecht konfigurierten Kampagnen kann man im ungünstigen Fall viel „Geld verbrennen“.  Wir zeigen, wie Sie die fünf häufigsten Fehler vermeiden können.

Facebook Ad-Fehler 1: Übersättigung der Zielgruppe

Ihnen ist die ungewöhnliche Radio-Werbung eines schwäbischen Müsliherstellers direkt im Ohr wenn Sie diesen Satz lesen? Der eigentliche Sinn einer Werbung – Brand Awareness zu schaffen –, hat die Marke zwar erreicht, jedoch hat sie negative Assoziationen in den Köpfen der Hörer geweckt. Genau wie in Fernseh- oder Radiospots sollten Werbetreibende die Frequenzen, in denen sie Werbezeiten buchen deshalb mit Sorgfalt auswählen. Eine Studie belegt nämlich, dass Nutzer bereits nach drei Tagen von einer Kampagne übersättigt sein können. Dann schlägt Werbung, die Markenbekanntheit und Verkaufszahlen steigern sollte, in eine Negativhaltung beim Konsumenten um.

Facebook Ad-Fehler 2: Keinen Zeitplan

Wann schauen Sie am meisten in die sozialen Netzwerke? „Das richtige Timing ist alles“ sagt man so schön. Und das gilt besonders für Social Media. Im besten Fall erreicht die Kampagne so viele Personen Ihrer Zielgruppe wie möglich. Deshalb können Werbetreibende auf Facebook Anzeigen zu den Tageszeiten ausspielen lassen, in denen die gewünschte Zielgruppe am aktivsten ist. Wann ist aber der richtige Zeitpunkt zum Posten? Das ist zielgruppenabhängig. Und zwar davon, welche Personengruppe das Unternehmen erreichen will und wann die betreffenden Menschen am ehesten in Social Media aktiv sind.

Grundsätzlich sind gute Zeiten zum Posten Montag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag zwischen 12 und 15 Uhr, sowie am Wochenende zwischen 12 und 13 Uhr.

Um die Engagement-Daten der Nutzer herauszufinden, reicht ein Blick in die „Page Insights“ von Facebook. So können Werbetreibende regelmäßig prüfen, ob sie die richtigen Zeiten erwischt haben oder ob sie nachjustieren müssen.

Facebook Ad-Fehler 3: Fokus auf die falschen Kennziffern

Bei Facebook Anzeigen geht es nicht zwingend nur um Likes und Kommentare. Im Werbeanzeigenmanager kann man sich einen Überblick verschaffen, welche Ergebnisse die laufenden Kampagnen erzielen. Es ist beispielsweise zu empfehlen, die verschiedenen Kampagnen nach Kriterien zu filtern. Notwendig dafür sind verschiedene Kennziffern. Unter anderem zählt dazu die Kennziffer ROAS (Return on Ad Spend). Kampagnen, die einen niedrigen ROAS haben, kosten zu viel Geld im Verhältnis zum Gewinn. Deshalb sollten Werbetreibende zuerst an deren Optimierung arbeiten. Je höher der ROAS, desto geringer sind die Werbekosten am Gewinn.

Aber auch die Nachverfolgung der Handlungen der Besucher via Conversion-Tracking ist äußerst relevant. “Die Kunst liegt in der Vor- und Nachbereitung. Hier trennen sich gute von schlechten Marketern. Ohne Facebook-Pixel und Conversion-Tracking kann man das Geld auch genauso gut in ein paar Schuhe investieren.”, bestätigt auch Michael Glorius, Online-Marketing-Experte der Versicherungsbranche.

Facebook Ad-Fehler 4: Zielgruppe nicht berücksichtigt

Es klingt so banal – doch die Zielgruppen-Ausrichtung ist die wichtigste Basis einer Werbekampagne. Dabei gibt es nicht ausschließlich ein Merkmal zu beachten. Bei dem Interessen-Targeting sind in erster Linie drei Kategorien zu beachten. In der ersten Kategorie sind demografische Merkmale zu berücksichtigen. Dazu gehören das Alter, das Geschlecht oder der Wohnort. Diese Merkmale bilden die Basis der Ads. Die zweite Kategorie soll dagegen, in Kombination mit der Kategorie Eins, Interessen einschränken.

Interessieren sich Kunden beispielsweise für das Thema Nachhaltigkeit, kann der Werbetreibende das in der Kampagnenschaltung berücksichtigen. Falls nun die Frage aufkommt, welche Interessengruppen im persönlichen Facebook-Konto auftauchen, kann das hier ganz einfach rausfinden. Im dritten Schritt ist das „Verhalten“ der Nutzer zu berücksichtigen. Dazu zählt beispielsweise, ob der Nutzer in der Vergangenheit bereits einiges online abgeschlossen oder gekauft hat.

Facebook Ad-Fehler 5: Keine ansprechenden Bilder und Texte

Für die Hauptkomponenten Bild und Text in der Werbeanzeige ist eine durchdachte Vorbereitung relevant.  Dabei sei laut Michael Glorius “weniger mehr”. Die Werbebotschaft sollte kurz und prägnant sein und das Bild sollte diese entsprechend widerspiegeln. Dabei betont er, dass man sich bei Facebook bewusst machen sollte, dass das Nutzerverhalten ein ganz anderes sei, als bei Google.

“Während der User bei Google schon weiß wonach er sucht und man “nur” noch das passende Ergebnis liefern muss, muss man es bei Facebook schaffen seine Werbebotschaft so zu verpacken, dass die User die lustigen Katzenvideos dafür unterbrechen”, erklärt Glorius.

Über unseren Experten

Michael Glorius ist Online Marketing- und SEO-Spezialist für diverse Versicherungsmakler. Seit Anfang des Jahres 2020 ist er zudem Geschäftsführer der OMGlorius UG.

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