Als Schauspieler weiß Adrian Topol (39), wie man Menschen begeistert. Mit TV-Formaten wie dem „Tatort“, „SOKO Leipzig“ oder „In aller Freundschaft“ erreicht er ein Millionenpublikum. Seit Kurzem engagiert er sich in einem nachhaltigen Start-Up. Wir sprachen mit ihm über neue Filmprojekte, das Berlinale-Engagement von Pangaea Life und warum Grün das neue Cool ist.

die Bayerische: Herr Topol, erzählen Sie uns etwas über sich: An welchen Projekten sind Sie gerade dran und was ist für dieses Jahr geplant?

Adrian Topol: Ich habe gerade einen Kinofilm abgeschlossen, der heißt „Faking Bullshit“. In der Komödie spiele ich einen der letzten beiden übrig gebliebenen Polizeibeamten einer alten Wache. Mit teils unkonventionellen Mitteln kämpfen wir für deren Erhalt. Eine echt lustige Story. Drehort war meine Heimatstadt Ahlen im Münsterland. Der Film wird wahrscheinlich dieses Jahr in die Kinos kommen. Der Rohschnitt sieht schon einmal super aus. In ein paar Wochen werde ich dann in Frankfurt eine weitere Folge „Ein Fall für zwei“ drehen.

Außerdem habe ich dieses Jahr „Die Deichmann-Story“ über den alten Schuhhändler Deichmann gedreht. Eine sehr, sehr interessante Story darüber, wie das Familienunternehmen damals nach dem zweiten Weltkrieg entstanden ist.

die Bayerische: Sie haben wahrscheinlich mitbekommen, dass die Bayerische und Pangaea Life den diesjährigen queeren Filmpreis Teddy Award auf der Berlinale klimaneutral stellen. Was halten Sie von der Idee?

Adrian Topol: Das Engagement von Pangaea Life finde ich super. Am Anfang bekam ich mit, dass behauptet wurde, eine komplett nachhaltige Versicherung könne nicht funktionieren. Jetzt zu sehen, wie gut es funktioniert, freut mich sehr. Ich glaube auch, dass das die Zukunft ist. Die Zeit, in engen Korridoren zu denken, ist vorbei. Deshalb wird es immer mehr darum gehen, den gesamten Kreislauf aus Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft als Einheit zu betrachten. Dass die Bayerische mit Pangaea Life ein Zeichen zur richtigen Zeit setzt, ist fantastisch.

Besonders wichtig finde ich, dass Marken wie Pangaea Life das Thema Nachhaltigkeit in der Mitte der Gesellschaft verankern, auch symbolisch. Etwas zu tun ist immer besser als nur zu warnen. Wissen Sie noch welchen Ruf das Label „Öko“ vor 30 oder 40 Jahren hatte? Da dachte man eher an den dauerbekifften Hippie, der mit Jesus-Latschen in seiner Kommune sitzt und sich von Körnern ernährt. Der entscheidende Punkt dabei ist, dass wir das Thema Nachhaltigkeit heute alle zusammen sexy machen. Jetzt ist es angesagt an die Umwelt zu denken. Es hat nicht mehr diesen uncoolen Touch von damals. Und genau das führt letztlich dazu, dass immer mehr Leute mitmachen und etwas Gutes tun. Meine Hoffnung ist, dass wir in 20 Jahren – sofern wir da noch existieren (lacht) – zurückdenken und sagen: Hey, wie konnten wir damals überhaupt so leben, wie konnten wir unserer Umwelt gegenüber so egoistisch sein? Make green cool again – darauf setze ich.

die Bayerische: Wir haben gehört, dass Sie sich aktuell auch selbst im Bereich nachhaltige Investments engagieren: Können Sie uns dazu etwas verraten?

Adrian Topol: Klar, seit einer Weile unterstütze ich das Start-Up #IAMPLASTICFREE (Anm. der Red.: Infos unter www.iamplasticfree.org). Gründer sind zwei Jungs aus Hamburg, die einen enorm wichtigen Beitrag gegen die Plastikverschmutzung – zum Beispiel in den Ozeanen – leisten. Ihr Konzept ist die Herstellung komplett plastikfreier Strohhalme, die aus Bio-Abfallstoffen wie Kartoffelschalen hergestellt werden. Dadurch gelangt weder Mikroplastik in die Natur, noch liegen diese Jahrzehnte in der Gegend rum. Denn die speziellen Trinkhalme sind kompostierbar. Das Tolle ist außerdem, dass auf jedem Strohhalm mit Lebensmittelfarbe #IAMPLASTICFREE gedruckt steht. Dadurch erhält die Message zusätzlich Aufmerksamkeit. In der Nutzung fühlen sie sich wie normale Strohhalme an. Angst haben, dass sie sich beim Trinken im Mund auflösen, muss man also nicht. (lacht)

die Bayerische: Kommen wir zum Abschluss nochmal auf die Berlinale zu sprechen. Welche Erlebnisse verbinden Sie persönlich mit dem Film-Festival?

Adrian Topol: Die Berlinale liegt quasi vor meiner Haustüre. Eigentlich habe ich die Berlinale immer mit Kälte verbunden. Dieses Jahr wird die erste Berlinale, bei der ich das Gefühl habe, es ist Frühling. Der Klimawandel zeigt sich also auch hier. Generell ist die Berlinale natürlich der Anlass, zu dem die ganze internationale Filmbranche aus aller Welt nach Berlin kommt. Ein Ort, der zum Networken wie geschaffen ist. Man trifft unglaublich viele Leute. Obwohl der Corona-Virus die Lage dieses Jahr sicher etwas speziell macht. Die Filme selbst sind natürlich immer Geschmacksache. Manches sagt einem mehr zu, anderes weniger.

die Bayerische: Danke Herr Topol für das Interview, wir sind schon gespannt auf „Faking Bullshit“ und „Die Deichmann Story“.

Die Pangaea Life bei der Berlinale: Im Rahmen der 70. Berlinale sorgt die nachhaltige Tochter der Bayerischen für einen klimafreundlichen Teddy Award. Denn sie kompensiert alle im Rahmen des Teddy Awards anfallenden CO2-Emissionen durch Investitionen in klimafreundliche Projekte. Zusätzlich übernimmt sie den Haftpflicht-Schutz für die Verleihung. Der queere Teddy Filmpreis (www.teddyaward.tv) versteht sich als Emanzipationspreis. Er unterstützt Filme und Menschen, die einen Beitrag für Toleranz, Vielfalt, Solidarität und Gleichheit in der Gesellschaft leisten.

Titelbild: ©Michael Schuff