“I, Alexa” Ersetzen KI und Sprachassistenten bald den Makler?

  • Alexa

Robo-Advisor sind auf dem Vormarsch. Eine aktuelle Studie von Adcubum und den Versicherungsforen Leipzig legt nahe, dass in zehn bis 15 Jahren auf KI basierende Systeme den menschlichen Vermittler fast vollständig verdrängt haben. Und bis dahin? Noch streiten sich Mensch und Maschine um die Vorherrschaft in der Beratung. Und arbeiten zusammen.

So beträgt das Anlagevolumen (2018) im Segment “Robo-Advisors” laut Statista etwa 3,2 Millionen Euro. Auch andere KI-basierte Gadgets finden ihren Weg in die Versicherungsbranche. Laut einer Erhebung von VoiceLabs stieg der Absatz von Geräten mit digitalen Sprachassistenten (wie Amazon Echo, Google Home, Alexa) letztes Jahr auf 25 Millionen Stück. Tendenz steigend. Kegelt die KI bald den Makler als Berater raus?

„Google, wer sind Alexa, Cortana und Co.?“

Ihre Assistenten. Und dazu noch persönliche. Solche Sprachassistenten, oder auch Intelligenter Persönlicher Assistent (IPA), sind zunächst Software. Ausgestattet mit Spracherkennungs- und Analysefunktionen. Die primären Aufgaben: Das Suchen nach Informationen und das Verarbeiten einfacher Aufgaben, um diese durch Sprachsynthese zu einer Antwort zu verbinden.

Das Ziel von Siri und Alexa: Eine intuitive Schnittstelle zu sein. So sollen Aufgabenstellungen und Kommandos für die Suchanfrage „menschlicher“ formuliert werden können. Große Popularität erlangten solchen Anwendungen ab 2012, als Sprachassistenten wie Siri, Alexa, Cortana und Co. das Smartphone eroberten.

Digitalisierung in allen Facetten

Denn heutzutage klingeln Versicherungsvertreter nicht mehr an der Haustür. Die gesamte Branche hat das Potenzial einer Versicherungsberatung durch Alexa erkannt. Und passt sich an. Einziger Knackpunkt: Kompetenz. Denn laut Experten fehlt vielen Versicherungswebseiten das „Responsive Design“. Immer noch. Sprich, die Seiten sind gar nicht für die Smartphonenutzung optimiert.

Auch vernachlässigt: SEO. Sollten Verbraucher Amazons Sprachassistentin Alexa nach einer bestimmten Versicherung fragen, kann sie deren Website oft nicht finden oder die Inhalte nicht abrufen.

Auf dem Weg der Besserung

Daher versuchen immer mehr Versicherer, digitale Spracherkennung mit herkömmlichen Beratungsprozessen zu vereinbaren. Ohne dabei den Datenschutz zu verletzen.

„Wir wollen Kunden einen einfachen Zugangsweg ermöglichen. Der Dialog [mit Alexa] ersetzt nicht die Beratung, wir suchen den Schulterschluss mit den Vermittlern.“, so Alexander Bernert, tätig im Marktmanagement der Zurich-Versicherung, gegenüber der FAZ.

Die Mischung macht den Geschmack

Der Makler rüstet also mit Alexa und Co. auf. Eine Win-win-Situation für beide.

Und die Versicherungs-Skills können sich sehen lassen. So stellen  Sprachassistenten nützliche Informationen wie Filial-Standorte in Sekundenschnelle zur Verfügung. Schneller als jeder Makler.

Zwar lernt die Software über die Cloud-Anbindung schnell hinzu, doch das nötige Kontextverständnis und die Spracherkennung von Dialekten oder unkorrekt ausgesprochenen Fachbegriffen sind sehr eingeschränkt.

Weiterer Malus: Identitätsprüfung. Unter bestehenden Umständen muss eine Identifizierung noch über externe Dienstleister geregelt werden. Zwar arbeiten Video-Spezialisten wie Allysca Assistance oder Giesecke & Devrient bereits an einer Lösung, dennoch würde so der Komfort einer reinen Sprachbedienung stark eingeschränkt.

Die Zukunft der KI

Zusammenarbeit ist also Trumpf. Und auch zukünftig soll es Hand-in-Hand weitergehen. Zumindest, wenn es nach Anja Karliczek geht. Die Bundesministerin für Bildung und Forschung will die Entwicklung künstlicher Intelligenz vorantreiben. In einem angekündigten Aktionsplan fasst die CDU-Politikerin eine bessere Vernetzung von Universitäten und Unternehmen ins Auge. Außerdem stellt sie mehr KI-Professuren in Aussicht.

„Wir werden bei KI eine ordentliche Schippe drauflegen“, erklärt die Ministerin in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Und die ersten Schritte sind bereits gemacht. So haben sich Vertreter aus Forschung und Wirtschaft am 18. Mai im Kanzleramt getroffen. Der gemeinsame Fahrplan: Den KI-Bereich attraktiver für Investoren und Fachkräfte gestalten. Auch die Förderung von KI-Startups könnte ein Teil des Aktionsplans werden.

Bild: © naka / fotolia.com

Zum Autor:

Hier bloggt die News-Redaktion der Bayerischen zu allgemeinen und speziellen Themen rund um Versicherung, Finanzen und Vorsorge aber auch in eigener Sache. Wir wünschen eine spannende und frohe Lektüre!

Hinterlassen Sie einen Kommentar