Die Corona-Krise hat nach wie vor viele Länder rund um den Globus fest im Griff. Mittlerweile warnen Medien schon vor einer zweiten großen Welle. Eine neue Assekurata-Studie legt offen, welche Versicherungen besser aus der Krise kommen.

Bestandsrückgang wegen Corona

Insgesamt veröffentlichte das Analysehaus dazu drei Marktstudien, die jeweils unterschiedliche Arten von Versicherern untersuchten. Den Anfang machte am 27. Mai die private Krankenversicherung. Assekurata zufolge konnten die privaten Lebensversicherer im Jahr 2019 ihren Nettobestandsverlust von 0,2 Prozent auf 0,1 Prozent reduzieren. Für das aktuelle Jahr prognostiziert Assekurata einen Bestandsrückgang – auch wegen der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen in der Wirtschaft. Dazu befragten die Analysten im Frühjahr 19 Krankenversicherer. Nur eine bewertete die aktuelle Geschäftslage in der Vollversicherung positiv. Zwei Gesellschaften zeigten sich hinsichtlich der künftigen Geschäftserwartungen optimistisch. Auf den gesamten Krankenversicherungsmarkt gerechnet, beurteilten die befragten Gesellschaften die aktuelle und künftige Entwicklung jedoch leicht positiv. Der Grund dafür ist eine starke Zusatzversicherung. Im vergangenen Jahr hatte die Branche hier ein Plus von 2,1 Prozent zu verzeichnen.

Corona erschwert Prognose

Wegen der Corona-Pandemie ist allerdings eine Prognose für das laufende Jahr schwierig. Bisher steht nicht fest, inwiefern die PKV bei den Kosten der geplanten Corona-Tests leisten soll. „Während sich für die Krankentagegeldversicherung schon jetzt ein Mehraufwand abzeichnet, erwarten wir nach derzeitigem Stand, dass die Leistungsausgaben 2020 geringer ausfallen“, sagte Gerhard Reichl, Fachkoordinator Krankenversicherung der Assekurata, in einer Pressemeldung. Zwar erwartet er einen Anstieg der Nichtzahler und Hilfsbedürftigen, je länger die Pandemie anhält, doch aktuell sei davon noch nichts zu bemerken.

Großer Gewinner Cyberversicherung

Bei der Betrachtung des vergangenen Jahres stehen auch die Schaden- und Unfallversicherungen stark da. Assekurata zufolge bewirkte der Rückgang von Elementarschäden einen Gewinn von 4,7 Milliarden Euro (von 4,1 Milliarden Euro). Neben der Hausratversicherung seien auch die Haftpflichtversicherung und die Unfallversicherung „solide“ Erfolgslieferanten. Und auch die Kraftfahrtversicherung trug deutlich zum Wachstum der Branche bei.

Dahingegen trifft die Corona-Krise die Schadenversicherung hart. Zwar sei ein deutlicher Anstieg bei den Cyber-Versicherungen zu erkennen, doch sowohl die Betriebsschließungs- und Kreditversicherung als auch die Rechtsschutz- und Veranstaltungsausfallversicherung bekommen die Corona-Auswirkungen zu spüren. „Neben dem Bereich Arbeitsrecht wird es gerade auch auf dem Gebiet der Betriebsschließung zu einem Anstieg der Rechtsstreitigkeiten kommen“, erklärt Dennis Wittkamp, Fachkoordinator Schaden/Unfallversicherung bei Assekurata. Profiteure der „großen Quarantäne“ seien dagegen die Unfall-, Hausrat-, Privathaftpflicht- und KFZ-Versicherungen. Die Kunden bleiben zu Hause und sind vergleichsweise ruhig. Insgesamt glaubt Assekurata, dass Unternehmen mit den Schwerpunkten Gewerbe und Industrie schwerer betroffen sein werden als Privatkundenversicherer.

Lebensversicherer in der Transformation

Die Lebensversicherer konnten ihren Neuzugang nach Beiträgen im vergangenen Jahr ebenfalls steigern. Und zwar um knapp zehn Milliarden Euro. 60 Prozent davon entfallen auf Altersvorsorgeprodukte mit kapitaleffizienten Garantien. Die Coronavirus-Pandemie dagegen soll sich vor allem über die Reaktionen der Kapitalmärkte auf die Lebensversicherung auswirken. Das hohe Neugeschäft aus dem vergangenen Jahr werde sich nicht wiederholen. „Viele Lebensversicherer befinden sich ohnehin in einem Transformationsprozess, den die Pandemie allenfalls abbremsen, aber nicht stoppen wird“, prognostiziert Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse und Bewertung von Assekurata, in einer Pressemeldung. Besonders die Gesellschaften mit moderner und digitaler Geschäftsausrichtung werden seiner Einschätzung nach profitieren.

Die Bayerische reagiert bereits auf diese Entwicklung. Das zeigte zum Beispiel der Onlinekongress – AKS, den sie in Kooperation mit der DELA ausrichtete. Auf unserem Blog zeigen wir außerdem, wie die Digitalisierung dem Klimawandel entgegenwirken kann.

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