2018 Jahr wurde viel geschnupft und gehustet. Das geht aus dem aktuellen BKK Gesundheitsreport 2019 hervor.

Insbesondere die Grippe- und Erkältungswelle zu Beginn des Jahres sorgte für einen Anstieg der Arbeitsunfähigkeitstage von 17,7 im Vorjahr auf 18,5 Tage. Auch im langfristigen Trend zeichnet sich ein Anstieg der AU-Tage ab. Im Jahr 2008 lag die Anzahl noch bei durchschnittlich 12,6 Tagen. Ein zunehmendes Problem sind auch psychische Leiden. Und wird so auch für die Beratung immer relevanter.

Die Übeltäter

Der häufigste Grund für Arbeitsunfähigkeit sind allerdings Atemwegserkrankungen (30,3 Prozent). Danach folgen Muskel- und Skeletterkrankungen (15,6 Prozent), Infektionen (10,6 Prozent), Beschwerden mit dem Verdauungssystem (9,2 Prozent) und Verletzungen/ Vergiftungen (7,2 Prozent). 2018 waren die meisten Erkrankten nur kurzfristig arbeitsunfähig. So belief sich die Anzahl der Arbeitsunfähigkeitsfälle, die ein bis drei Tage andauerten, auf etwa ein Drittel. Weitere 31 Prozent fielen für vier bis sieben Tage aus.

Obwohl Atemwegserkrankungen die Hauptursache für Arbeitsunfähigkeit darstellen, haben diese mit 16,4 Prozent einen vergleichsweise geringen Anteil an den gesamten AU-Tagen. Denn die Fälle dauern durchschnittlich nur 6,9 AU-Tagen. Mit knapp 31 Tagen sind Personen mit Neubildungen, also Tumoren, deutlich länger arbeitsunfähig. Die traurige Spitzen bilden Menschen mit psychischen Erkrankungen. Hier beträgt die durchschnittliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit 37 Tage.

Verdopplung der Fehltage aufgrund von psychischen Leiden

Obwohl nur 5,5 Prozent aller AU-Fälle auf das Konto psychischer Erkrankungen gehen, machen diese wegen der langen Erkrankungsdauer fast ein Sechstel aller AU-Tage aus. Dabei hat sich die Anzahl der Fehltage aufgrund von psychischen Störungen in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Das hängt auch mit einer breiteren öffentlichen Wahrnehmung zusammen, resümieren die Autoren des BKK Gesundheitsreports:

„Zum einen zeigen sich positive Auswirkungen dahingehend, dass es durch die breite öffentliche Diskussion zu einer stärkeren Sensibilisierung für das Thema kommt und damit die Stigmatisierung psychischer Störungen sukzessive abnimmt.“ Franz Knieps, Vorstand des BKK Dachverbands

Gleichzeitig, so Knieps, „werden Betroffene häufiger als früher in der gesundheitlichen Versorgung als solche richtig erkannt und entsprechend ihrer Leiden korrekt behandelt.”

Laut dem Robert Koch-Institut erkrankt etwa ein Drittel aller Personen mindestens einmal im Leben an einer psychischen Störung. Und dem BKK Gesundheitsreport zufolge sind Personen, die viel mit zwischenmenschlicher Interaktion zu tun haben, besonders von psychischen Erkrankungen betroffen.

Beratungsthema psychische Gesundheit

Psychische Gesundheit ist ohne Frage ein hochgradig wichtiges Thema in der Kundenberatung zur Arbeitskraftsicherung. Die Zahlen des BKK Reports stützen auch die Statistiken des GDV zum Thema BU-Auslöser. Denn eine krankende Psyche ist demzufolge die häufigste Ursache für die Berufsunfähigkeit. Ein Problem, vor dem Arbeitnehmer auch nicht durch einen vermeintlich risikolosen Bürojob geschützt sind. Dabei gibt es einen signifikanten Unterschied zwischen Frauen und Männern. Während bei Männern psychische Beschwerden 25 Prozent der BU-Fälle darstellten, liegt ihr Anteil unter Frauen bei 35 Prozent. Vermittler, die ihren Kunden Zahlen und Daten wie die des BKK an die Hand geben können, haben eine gute Möglichkeit, die Risiken greifbarer zu machen. Denn gerade in der dunklen Jahreszeit sind psychische Leiden ein Thema.

Mehr zum Thema Arbeitskraftsicherung finden Vermittler hier auf umdenken.co in unserem Kompetenz-Center.

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