„Unter dem Strich lässt sich festhalten, dass das BRSG im Mittelstand angekommen ist.“ – Fazit der Studie „bAV im Mittelstand 2019“

Rund anderthalb Jahre nach seiner Einführung trägt das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) erste Früchte: Wie aus der aktuellen Auflage der Studie “Betriebliche Altersversorgung im Mittelstand” hervorgeht, will etwa jeder zweite Betrieb (47 Prozent) sein bAV-Angebot ausbauen. Im Jahr 2018 war das nur bei jedem vierten Unternehmen der Fall. Die Studie wird seit 2011 im Auftrag eines Versicherers vom F.A.Z.-Fachverlag und dem F.A.Z.-Institut erstellt. Befragt wurden dafür 200 bAV-Verantwortliche im KMU-Segment.

Effekte des BRSG machen sich bemerkbar

Zur Erinnerung: Am 1. Januar 2018 trat das neue Betriebsrentenstärkungsgesetz in Kraft. Ziel des BRSG war (und ist) es, die Attraktivität der bAV vor allem für Geringverdiener sowie kleinere und mittelständische Betriebe deutlich zu erhöhen. Seitdem werden zum Beispiel Beiträge in Entgeltumwandlung von Arbeitnehmern mit bis zu acht Prozent ohne Abzug von Steuern gefördert. Das umgewandelte Geld muss jedoch in eine Direktversicherung, Pensionskasse oder einen Pensionsfonds fließen.

Ursprüngliche Intention des BRSG war, das sogenannte Sozialpartnermodell (SPM) als neue Durchführungsform der bAV zu etablieren. Doch eine Integration der betrieblichen Altersversorgung in Tarifverträge scheiterte bislang vor allem an der zögerlichen Haltung kleinerer und mittlerer Unternehmen. 

Die Effekte des BRSG machen sich dafür in anderen Bereichen bemerkbar. So würde sich laut der aktuellen Studie jeder zweite befragte Betrieb auf die Weitergabe der 15-prozentigen Sozialversicherungsersparnis des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer vorbereiten. Zunehmend attraktiv seien aber auch Fördermodelle für Geringverdiener wie beispielsweise betriebliche Riesterrenten. In der Studie heißt es dazu:

„Im Einzelnen votieren immerhin 35 Prozent der Betriebe mit 50 bis unter 100 Mitarbeitern für eine reine Beitragszusage (rBZ) […]. Dagegen votieren die mittleren (44 Prozent) und die größeren Betriebe (28 Prozent) mit 100 bis 500 Mitarbeitern dafür, den bAV-Förderbetrag für Geringverdiener zu nutzen.“

Versicherer bleiben erster Ansprechpartner 

Ein weiterer Ansatzpunkt waren die wichtigsten Kooperationspartner für den Mittelstand. Für mehr als 80 Prozent der befragten bAV-Verantwortlichen waren das auch in der achten Ausgabe dieser Studie die Versicherungsgesellschaften. Dahinter folgen Pensionskassen und Makler mit jeweils rund 40 Prozent (Mehrfachnennungen möglich).

bAV-Kooperationspartner

Besonders auffällig: Firmen aus dem Dienstleistungssektor arbeiten überproportional häufig mit einem Versicherer zusammen. Industrieunternehmen hingegen wenden sich bei Fragen zur bAV sehr häufig an Versicherungsmakler.

Laut der bAV-Studie 2019 gehe es den meisten Betrieben vor allem darum, ganzheitliche Lösungen aus einer Hand zu bekommen und nicht auf unterschiedliche Dienstleister angewiesen zu sein, mit denen sie über verschiedene Kanäle kommunizieren müssen. Rund sieben von zehn Befragten sehen zudem in bAV-Gruppenverträgen ein wichtiges Zukunftsmodell.

Die Hauptzielgruppen effektiv erreichen

Seitdem das Betriebsrentenstärkungsgesetz in Kraft ist, hat die bAV für viele Mittelständler deutlich an Attraktivität gewonnen. Änderungen, wie zum Beispiel die Erhöhung des Förderrahmens für steuerfreie Beiträge, sind jedoch noch längst nicht in jedem mittelständischen Unternehmen bekannt. Die Bayerische hat deshalb im vergangenen Sommer zusammen mit drei weiteren Versicherern und einem Kapitalanleger die Initiative Vorsorge gegründet. Das gemeinsam entwickelte Produkt LebensRente gilt als einer der Vorreiter des Sozialpartnermodells.

Gerade wenn es darum geht, Mitarbeiter langfristig an ein Unternehmen zu binden, bleibt die betriebliche Altersvorsorge mit einer Arbeitgeberbeteiligung auch in der diesjährigen Befragung ein Top-3-Instrument. Das wiederum ist ein klares Signal an Makler, sich als bAV-Experte in Position zu bringen.

Mehr Informationen zur LebensRente und anderen Vorsorgeprodukten gibt es auf der Homepage des im vergangenen Sommer gegründeten Konsortiums https://www.initiative-vorsorge.de/.

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