Als Berufseinsteiger fängt der Ernst des Lebens endgültig an. Bewerbungsgespräche, Gehaltsverhandlungen, Steuern, Kosten über Kosten – und vor allem: das definitive Ende des familiären Versicherungsschutzes.

Auf einmal ist der junge Mensch gefordert, sich um diese Dinge selbst zu kümmern. Und noch etwas hat sich verändert: Der Berufseinsteiger hat auf einmal ein Einkommen als Äquivalent seiner Arbeitskraft. Eines, das es zu schützen gilt. „Als Steuern zahlender Arbeitnehmer habe ich auch Anspruch auf staatliche Unterstützung, wenn ich berufsunfähig werde“: Stimmt das? Nicht unbedingt. Denn anders als Studenten oder Schüler haben Azubis und Berufseinsteiger zwar unter gewissen Umständen Anspruch auf staatliche Unterstützung im Falle einer Berufsunfähigkeit – Ansprüche auf eine volle staatliche Unterstützung wegen Erwerbsminderung hat aber nur, wer mindestens 60 Monate Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat.

Schutz, den man braucht.

So können auch viele Berufseinsteiger nicht auf den gesetzlichen Schutz zählen. Und selbst wenn doch, bekommt nur der die Erwerbsminderungsrente voll ausgezahlt, der weniger als drei Stunden täglich in irgendeinem Beruf arbeiten kann. Wer mehr als drei bis sechs Stunden täglich in irgendeinem Beruf arbeiten kann, erhält ohnehin nur die halbe Erwerbsminderungsrente – oder gar keine. Die durchschnittliche monatliche Auszahlung der Erwerbsminderungsrente liegt laut der Deutschen Rentenversicherung aktuell bei 722 Euro.

Der erste Lohn: Klein, aber mein!

Das erste Gehalt wird sicherlich für vieles ausgegeben – aber für eine Versicherung? Gerade das niedrige Gehalt eines Azubis erreicht schnell seine Limits. Ein Auszubildender zum Versicherungskaufmann verdient etwa 900 Euro monatlich. Will er sich trotzdem gegen Berufsunfähigkeit absichern, ist für ihn eine Starter-BU ratierlich mit stufenweise steigenden Beiträgen eine gute Option, den vollen Schutz für wenig Geld zu sichern. Ein Berufseinsteiger frisch von der Uni hat in den ersten Jahren ebenfalls nicht unbedingt viel Geld zur Verfügung. Auch für ihn ist ein solches Modell mit niedrigen Einstiegsbeiträgen interessant.

Kleines Geld, große Verantwortung

Aber, und das ist ein großer Unterschied: Berufseinsteiger tragen um einiges mehr an Verantwortung. Auch deshalb haben sie ein anderes Risikobewusstsein. Da sie auch selbst Kosten tragen, haben sie ein anderes Gespür für das Risiko einer BU und eines ausbleibenden Gehalts. Und auch Berufseinsteiger profitieren von den günstigen Tarifen und einer in der Regel problemloseren Risikoprüfung, die ihnen ihr junges Alter ermöglicht. Tarife mit schrittweise ansteigenden Beiträgen sind für diese Gruppe häufig noch abschließbar. Das entlastet das schmale Einstiegsgehalt. Insgesamt also eine gute Beratungsbasis für Vermittler. Außerdem sind hier, anders als bei Schülern und Studenten, auch die Versicherten die Ansprechpartner. Und nicht deren Eltern. Das erleichtert die Kommunikation.

Praxistipp!

Bei Schülern sollte laut dem BU-Profi Guido Lehberg darauf geachtet werden, dass Versicherer in den Bedingungen auf die „Verweisung auf eine andere Schulform” im Leistungsfall verzichten.

 

Titelbild: ©oneinchpunch / fotolia.com