Die Corona-Pandemie hält nach wie vor an. Vereinzelt setzen Städte und Länder wieder strengere Regeln ein. Zum Beispiel in München, wo ab Donnerstag neue Beschränkungen gelten sollen, sofern die Corona-Zahlen sich nicht bessern. Die deutschen Finanz- und Versicherungsvermittler zeigen sich dagegen wieder zufriedener – auch, weil sich neue Chancen für Vermittler auftun. Das zeigen die neuen AssCompact Trends.

Weniger Kundengespräche, mehr Bindung

Bei der Untersuchung ging die AssCompact vor allem der Frage nach, wie sich die Coronavirus-Pandemie auf den Vermittleralltag auswirkte. Für viele Vermittler ging die Zahl der der Kundengespräche zurück. Insgesamt nahm der Anteil der Kundenberatung im Vergleich zur letzten Erhebung vor Corona um vier Prozent ab. Vor der Pandemie machte sie noch 27,4 Prozent des Arbeitsalltags aus. Stattdessen waren nun Kunden- und Vertragsverwaltung an erster Stelle der Vermittler-Aktivitäten. Besonders wichtig wurde Vermittlern die Kundenbindung – ihr Anteil am Arbeitsalltag stieg auf 8,9 Prozent (6,3 Prozent vor Corona). Vermittler konnten sich im Zuge der Pandemie auch wieder mehr auf die strategische Ausrichtung ihres Unternehmens konzentrieren. Mit einer Gewichtung von 5,5 Prozent wuchs diese Tätigkeit im Vergleich zu Pre-Corona-Zeiten um 1,5 Prozent.

Ein Drittel zahlt drauf

Vier aus zehn Vermittlern (42 Prozent) hatten im vergangenen Quartal Umsatzverluste zu verzeichnen. Ein knappes Drittel (34 Prozent) gaben an, zusätzlich investieren zu müssen, unter anderem im neuere Technik. Dafür aber treiben die Vermittler nun verstärkt die Digitalisierung im Maklerbüro voran. 60 Prozent der Befragten gaben an, ihre Bemühungen hinsichtlich Digitalisierung verstärken zu wollen.

Neue Chancen für Vermittler

Insgesamt waren die befragten Vermittler optimistischer als es noch bei der vergangenen Befragung im zweiten Quartal der Fall war. So liegt die Zufriedenheit der Vermittler im Schnitt bei 49,4 Prozent, was im Vergleich ein Plus von 13,9 Prozent bedeutet. Zudem zeigen die Vermittler sich motivierter als zuvor. Den AssCompact Trends zufolge stieg die Motivation um 2,0 Prozent auf 55,6 Prozent. Als Gründe für eine positive Gesamtstimmung nannten die befragten Vermittler unter anderem ihre Geschäftsentwicklung, die Kundennachfrage oder Entscheidungen aus der Politik. Die Gesetzgebung vonseiten der Politik und die Medienberichterstattung befeuern dagegen die negative Gesamtstimmung.

AKS im Kommen

Zuletzt zeigen die neuen AssCompact Trends auf, welche Produkte aus Sicht der Makler zukünftig an Bedeutung gewinnen werden. Hier steht die private Haftpflichtversicherung ganz oben – 75,4 Prozent der Makler bewerteten sie mit „sehr gut“. Die Hausratversicherung kletterte vom sechsten auf den zweiten Platz (72,6 Prozent) und die Wohngebäudeversicherung vom achten auf den dritten Platz (72,5 Prozent). Einen noch größeren Sprung machte die Grundfähigkeitsversicherung. Während sie in der vergangenen Befragung noch auf dem zwölften Platz lag, schaffte sie es mit einer Bewertung von 67,8 Prozent auf den sechsten Platz. Und die Berufsunfähigkeitsversicherung liegt fast unverändert auf Platz vier. Für Vermittler, die dieses Thema vertiefen wollen, gibt es auf umdenken umfangreiche Informationen – erst kürzlich hat die Bayerische eine neue BU-Kampagne mit Markenbotschafter Samuel Koch begonnen.

Die „Trends“ entstanden in einer Kooperation der AssCompact mit der bbg Betriebsberatungs GmbH und dem Ivv – Institut für Versicherungsvertrieb. Die Autoren führten hierfür eine Online-Umfrage unter 465 Versicherungsmaklern, Immobiliendarlehensvermittlern und Finanzanlagevermittlern aus der Finanz- und Versicherungsbranche durch. Weitere Details gibt es bei der AssCompact.

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