Gerade wenn es darum geht gemeinsam neue Ideen zu sammeln und auszuarbeiten, erfreut sich ein Verfahren zunehmender Beliebtheit: Design Studio.

Die Design Studio Methode ist bei Apple oder Tesla schon seit einiger Zeit gang und gäbe. Sie gilt als äußerst effektiv, wenn es darum geht, in kurzer Zeit gemeinsam Ideen zu generieren – egal ob für neue Produkte, für Projekte oder weil ein Problem in der Firma gelöst werden muss. Grund genug, die Methodik von Design Studio etwas genauer zu untersuchen.

Der Teamgedanke zählt

skizzen viereck kreisBeim Design Studio steht der Teamgedanke im Mittelpunkt. Gemeinsames Arbeiten mit Zeichenstift und Papier sowie der Austausch im Team, so Marcel Henning vom Büro Neuland, erzeugen gemeinsames Verständnis für das Ziel eines Design Studio Workshops. Für Impulse-Autorin Angelika Unger müssen in diesem Zusammenhang Fragen wie „Für welche Zielgruppe entwickeln wir das Produkt?“ oder „Welches Problem wollen wir lösen?“ geklärt werden.

Wichtigste Voraussetzung: Alle müssen an einem Strang ziehen. Nur wenn das ganze Team am Entstehungsprozess teilnimmt, ist dieser auch für alle greifbar. Umso wichtiger ist es, Menschen an der Ideenbildung zu beteiligen, die nicht unbedingt aus dem direkten Kollegenkreis kommen.

“Um eine Vielfalt von Ideen zu erzielen, ist es sinnvoll Leute mit unterschiedlichen Fähigkeiten, Perspektiven und Rollen einzuladen.” – Johannes Schardt, Gründer von Precious, auf dem Public Service Lab 2019 in Düsseldorf

Ablauf eines Design Studios

Design Studio ist eine Methode, bei der eine Gruppe von mehreren Personen zusammentrifft. Diese Gruppe wird in mehrere Kleingruppen unterteilt. Steht das Ziel des Design Studios fest, werden Stifte und Papier verteilt. Nun hat jedes Mitglied einer (meist dreiköpfigen) Kleingruppe die Aufgabe zu skizzieren, zu präsentieren und zu kritisieren.

Diese Abläufe passieren mehrmals hintereinander. Der Fachbegriff dafür lautet Iterationen, also Wiederholungen. Während die ersten Iterationen eher zum Anhäufen vieler Ideen gedacht sind, werden in den späteren Durchläufen die besten Ideen zusammengemixt, verfeinert und verdichtet.

Hier die einzelnen Iterationen im Überblick:

  • Schritt 1: Skizzieren (Sketch) – 5 Minuten pro Teammitglied: Jeder Teilnehmer erhält Stift und Papier. Anschließend entwickelt er zunächst mehrere Ideen und skizziert jede einzelne Idee mit einem Bild.
  • Schritt 2: Präsentieren (Pitch) – 3 Minuten pro Teammitglied: Hier werden die Entwürfe im Team vorgestellt. Bedingung: Einer redet, die anderen hören zu.
  • Schritt 3: Kritisieren (Critique) – 2 Minuten pro Teammitglied: Hier empfiehlt die Expertin Sandra Schering stets zwei Dinge zu nennen, die gut funktionieren würden, sowie ein bis zwei Aspekte, die man verbessern müsste.

Danach startet der Prozess erneut. Die drei Iterationen, so Schering, bleiben erhalten, bis am Ende eine einzige Lösung übrigbleibt.

Feste Regeln für einen erfolgreichen Ablauf des Design Studios

Die erfolgreiche Durchführung einer Design Studio Session beruht auf der Einhaltung starrer, aber zugleich bewährter Prinzipien. Diese lauten:

  1. Vorgegebene Zeitfenster unbedingt einhalten. Nur dadurch bleiben alle Teilnehmer bei der Sache.
  2. Es ist nur zielorientiertes Feedback erlaubt. Geschmacksurteile sind verpönt.
  3. Die Teilnehmer dürfen beim Zeichnen nicht reden.
  4. Ideenklau ist ausdrücklich erwünscht.

Eine Methode für den Maklerbetrieb?

Zugegeben, das Zeichnen von Skizzen mag nicht jedermanns Sache sein. Oft jedoch stellt es sich nach kurzer Zeit heraus, dass die Visualisierung mit Kreisen, Punkten und Strichen durchaus Spaß macht und die Kreativität beflügelt. Wer also eine effektive Methode für die spielerische Ausarbeitung von Ideen sucht, sollte Design Studio auf dem Zettel haben.

Ein praktischer Ansatz für die Anwendung dieser Methode wäre beispielsweise die Einbindung von Mitarbeitern in kreative Prozesse. Mit dem Fokus darauf, der kreativen Idee einen Markt zu geben. Welche Erfahrungen die Bayerische in diesem Zusammenhang bei einer Entdeckungsreise durch die Startup-Metropole Berlin gemacht hat, lest Ihr hier.

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