Das Gerücht hält sich hartnäckig: Fluorid in der Zahnpasta ist giftig, am besten greife man auf jene ohne das Spurenelement zurück, heißt es. Erst jüngst erlebte der Mythos einen neuen Aufschwung, als in den Regalen der Drogeriemärkte vermehrt Tuben standen, die bewusst damit warben, kein Fluorid zu enthalten. Was steckt dahinter?

Vorweg, zahlreiche Studien belegen die Effektivität von fluoridierten Zahncremes. Wer seine Zähne damit putzt, beugt Karies besser vor, als wenn er eine Zahnpasta ohne das Spurenelement benutzt. Trotzdem gibt es immer wieder Stimmen, die an dem Nutzen zweifeln. Als Nährboden für dieses Gerüchts dient die Dosierung von Fluorid. In großen Mengen ist dieses tatsächlich giftig, allerdings keinesfalls in der Dosis, welche in Zahnpasta enthalten ist. Der Fluoridanteil darf bei bei Erwachsenen höchstens 0,15 Prozent, bei Kinderpasten höchstens 0,05 Prozent betragen. Ein anderer Grund ist die Verwechslung mit Fluor, einem aggressiven und giftigen Gas, das sich durch alle Materialien frisst.

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Die gesunde und wirksame Dosis ist EU-weit seit 1978 vorgegeben

Die europäische Lebensmittelbehörde Efsa empfiehlt, jeden Tag insgesamt 0,05 Milligramm Fluorid pro Kilogramm Körpergewicht zu sich zu nehmen, egal ob als Kind oder Erwachsener, schwanger oder stillend, egal ob aus Zahnpasta, Salz oder Wasser. Der Grenzwert gilt innerhalb der EU seit 1978 und wurde seitdem nicht verändert. Als toxischer Grenzwert gelten 5 Milligramm Fluorid pro Kilogramm. Dazu müsste ein etwa 15 Kilogramm schweres Kind zwei Tuben Zahnpasta verspeisen – was in der Regel nicht vorkommt.

Fluorid befindet sich aber nicht nur künstlich hinzugefügt in der Zahnpasta, sondern ist auch in anderen Lebensmitteln enthalten. Wer Schwarztee regelmäßig trinkt, nimmt dabei mehr 800 Mikrogramm Fluorid zu sich. In schwarzem und grünem Tee ist das Spurenelement von Natur aus enthalten und stellt, in normalen Mengen getrunken, keine Gefahr dar. Schädlich wird Schwarztee erst ab einer immensen Menge – die eine Frau aus England tatsächlich getrunken hat.

150 Teebeutel: Eine Frau vergiftet sich mit Fluorid

Über Jahre hinweg hatte sie zwischen 100 und 150 Teebeutel in ihre Tasse gehängt, bis sich nach 17 Jahren die gravierenden Folgen zeigten: Ihre Zähne zerbröckelt und die Gelenke verkalkt, musste sie ins Krankenhaus. Sie hatte eine sogenannte Fluorose erlitten. Dabei handelt es sich um eine Überfrachtung des Körpers mit Fluorid. Das ist aber erst weit über der ohnehin schon als schädlich eingestuften Grenze von 5 Milligramm pro Kilogramm möglich. Nimmt ein Mensch 20 Milligramm davon pro Tag zu sich, läuft er Gefahr, dass die Knochen verdicken und die Zähne ihre natürliche Schutzfunktion verlieren.

Fest steht, in geringer Dosis ist Fluorid ungiftig und schützt den Zahn vor Karies. Doch wie funktioniert das genau? Zwischen den Zähnen und der Flüssigkeit, die sie umgibt, besteht ein Gleichgewicht. Um es aufrecht zu erhalten, ist der Zahnschmelz ständig in Bewegung: Das bedeutet, dass sich kleine Teilchen lösen, während sich andere anlagern. Dieses Gleichgewicht gerät schnell durcheinander, wenn der Mensch Zucker isst. Dann entsteht Säure. Aus dem Zahnschmelz lösen sich verschiedene kleine Teilchen wie zum Beispiel Calcium-Ionen, um es wiederherzustellen. Der Zahn löst sich auf und wird angreifbar für Karies.

Fluorid im Wasser: Außerhalb der EU ist das real

Hier kommt Fluorid zum Einsatz: Es reagiert mit den Calcium-Ionen im Mund zu Calciumfluorid und legt sich schützend auf die Zahnoberfläche. Wenn Bakterien anschließend wieder Zucker zu Säure umwandeln, löst die Säure zunächst das Calciumfluorid, bevor es den Zahnschmelz angreift.

Wer Sorge hat, durch das Trinkwasser zu hohe Mengen an Fluorid zu sich zu nehmen, kann in den meisten europäischen Ländern unbesorgt den Wasserhahn aufdrehen. Anders sieht es außerhalb der EU aus. Länder wie Australien, USA und Großbritannien oder Kolumbien reichern ihr Trinkwasser schon seit Jahrzehnten mit Fluorid an. Deutschland hingegen sprach sich dagegen aus. Stattdessen sind Cremes, Mundwasser oder Zahngels mit dem Spurenelement angereichert.

Wenn der Zahn krankt: Zahnzusatzversicherungen

Der schlechte Kariesschutz von Zahnpasten ohne Fluorid wird bei Stiftung Warentest abgestraft: Acht von 21 Pasten erhielten wegen ihrer schlechten Kariesprophylaxe „mangelhaft“. Sieben Cremes bewerteten die Warentester mit „sehr gut“, fünf mit „gut“ und eine mit „befriedigend“.

Das Thema Zahnhygiene betrifft jeden, die richtige Versicherung für die Kunden zu ermitteln, ist umso wichtiger. Mit Hilfe des Online Direkt-Abschluss Rechners für die Zahnzusatzversicherung, der sich auf der Website einbinden lässt, leitet der Vermittler seine Kunden direkt auf seine Seite. Entstanden ist das Online Tool der Bayerischen in Kooperation mit JO|W Beratung.

Titelbild: © juliasudnitskaya/stockAdobe.com