157 Aussteller, fast 20.000 Teilnahmen, mehr als 8.000 Teilnehmer und 6.600 Fachbesucher – das sind die offiziellen Zahlen der DKM 2020. Die Leitmesse vereinte die Versicherungsbranche in diesem Jahr zum ersten Mal digital. Wie die Bayerische diese Premiere als Aussteller erlebt hat und mit welchen Schwerpunkten sie zur digitalen DKM kam? Dominik Brand und Maximilan Buddecke ziehen im Interview Bilanz.

30.000 Vortragsteilnahmen

Im Vergleich zum Vorjahr zog die DKM diesmal weniger Besucher an. Vor einem Jahr trafen sich fast 11.000 Fachbesucher und 358 Aussteller inklusive Mitaussteller – beide Zahlen fielen 2020 geringer aus. Allerdings hatte die Messe 2019 auch nicht mit einer weltweit grassierenden Pandemie zu kämpfen. Dennoch konnte die DKM „digital.persönlich“ mehr als 30.000 Vortragsteilnahmen verzeichnen. Auch die Bayerische war als Aussteller am digitalen Messestand vor Ort. Wer dringend die Pangaea Life Investmentrente kennenlernen, Samuel Koch im Interview erleben oder die Komposit-Welt für nachhaltige Unternehmen erforschen wollte, war bei der Bayerischen an der richtigen Adresse. Im Interview verraten Maximilian Buddecke, Leiter des Makler- und Kooperationsvertriebs, und Dominik Brandt, Leiter des Makler-Dienstleistungs-Centers, wie sie die digitale DKM wahrgenommen haben.

Redaktion: Herr Brandt, was sind Ihre Eindrücke von der digitalen DKM 2020?

Dominik Brandt: Die DKM 2020 war auf jeden Fall anders. Es gab sowohl positive als auch weniger positive Aspekte.

Redaktion: Die gute Nachricht zuerst.

Dominik Brandt: Auf jeden Fall positiv einzuschätzen ist, dass wir trotz der doch relativ spontan entwickelten Technik einen ziemlich guten Ablauf hinbekommen haben, dass die technischen Möglichkeiten unglaublich mannigfaltig waren und dass die technische Umsetzung am Ende gut funktioniert hat.

“Die Messe lebt von den persönlichen Kontakten.” – Dominik Brandt

Redaktion: Und die schlechte?

Dominik Brandt

Dominik Brandt: Eine Messe lebt von den persönlichen Kontakten, die man dort knüpfen kann. Diese „Face to Face“-Kontakte haben nun gefehlt. Entsprechend war auch die Frequenz schwächer, die man normalerweise auf der DKM erlebt. Damit meine ich zum Beispiel die Besucher am Stand oder eben die Besucher der einzelnen Vorträge und Workshops. Da hatten wir weniger Teilnehmer, wenn man diese DKM mit Vor-Ort-Veranstaltungen vergleicht.

Redaktion: Lag das an der generell niedrigeren Teilnehmerzahl oder gibt es noch andere Gründe?

Dominik Brandt: Ich denke, dass es auch an der schieren Masse der angebotenen Vorträge lag – und an einer gewissen Unübersichtlichkeit der Website. Wenn ich zum Beispiel einen Slot ansehen wollte, musste ich teilweise sehr weit scrollen, nach rechts, runter, um den von mir ausgesuchten Vortrag zu finden. Auf der physischen DKM ist es außerdem so, dass man noch spontan Begeisterung auslösen und damit Leute reinholen kann, indem man zum Beispiel am Tag vorher noch Flyer verteilt oder anderweitig bewirbt. Das ging diesmal nur per Mail oder über Social Media.

“Mit dem, was wir gemacht haben, bin ich zufrieden.” – Maximilian Buddecke

Redaktion: Herr Buddecke, Sie haben bei Ihrem gemeinsamen Workshop mit Samuel Koch Videokonferenz-Software benutzt. Gibt es etwas, das Sie hätten verbessern wollen?

Maximilian Buddecke

Maximilian Buddecke: Mit dem, was wir gemacht haben, und der Art, wie wir es gemacht haben, bin ich zufrieden. Natürlich gab es einige Herausforderungen, zum Beispiel den technischen Aufbau. Aber nicht jede Branche ist es gewohnt, zum Beispiel mit Videokonferenztools zu arbeiten. Allgemein war es jedoch eine echt gute Sache und ich bin ganz zufrieden damit, wie es geklappt hat. Ich muss hier allerdings Dominik beipflichten – ich hätte mir gewünscht, dass wir mehr Teilnehmer erreichen. Zum Beispiel wäre es gut, wenn man solche Veranstaltungen auch separat bewerben könnte. Und zwar, so als spontanen Verbesserungsvorschlag, am besten über einen speziellen Anmeldelink, der auch direkt zur Veranstaltung führt. Und für die Zukunft wäre es besser, wenn man auch als Referent den Chatverlauf einsehen kann. Dass mir das während des Interviews mit dem Samuel nicht möglich war, fand ich etwas schade.

Redaktion: Das heißt, Sie waren zwangsweise auf zusätzliche Moderation angewiesen.

Maximilian Buddecke: Ganz genau. Das kenne ich so von keinem anderen Tool.

Redaktion: Mit welchem Feedback kamen denn die Vermittler zu Ihnen?

Maximilian Buddecke: Das Feedback, das ich bekommen habe, war durchweg positiv. Hätte ich die Möglichkeit gehabt, das Publikum einzubinden, hätte es aber sicher mehr Interaktion gegeben.

Dominik Brandt: Da möchte ich kurz einhaken und nochmal auf die technische Umsetzung eingehen. Das Tool wurde super umgesetzt, aber vielleicht zu spät den Besuchern geöffnet. Im Vergleich zu anderen Messetools ist es sehr umfangreich und hat die Leute überfordert.

“Das Feedback, das ich bekommen habe, war durchweg positiv.”

Redaktion: Hat die DKM es dennoch geschafft, Sie zu begeistern?

Dominik Brandt: Ganz klar, ja. Der Ablauf hat super geklappt und die Teilnehmer haben das Ganze schnell angenommen. Und vor allem am letzten Tag haben mich die proaktiven Videocalls überrascht – daran habe ich dann gemerkt, dass die Makler sich mit der Technik “angefreundet” haben. Da ist echtes Interesse da, an der Materie, an den Fachvorträgen und an den Gesellschaften. Das war schon ein schönes Feedback.

“Es ist gut, dass die bbg sich in der Krise nicht geschlagen gegeben hat.”

Maximilian Buddecke: Wir dürfen auch nicht vergessen, dass das ganze Projekt ja coronabedingt aus der Not heraus geboren ist. Dahingehend muss man seine Erwartungshaltung verändern. Und eines muss man dazu sagen: Es ist gut, dass die bbg sich in der Krise nicht geschlagen gegeben, sondern ein Zeichen gesetzt und etwas auf die Beine gestellt hat. Das sollte man auf jeden Fall weiter unterstützen.

Der komplette Workshop mit Samuel Koch und Maximilian Buddecke im Video:

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Titelbild und Beitragsbilder: © die Bayerische