Einbruchserie verunsichert Anwohner!“ (Freie Presse), „Einbruch: 53-Jähriger von Täter niedergeschlagen“ (Presseportal), „Kriminalität: Frau bei Einbruch in Leipzig von Dieben verletzt“ (Focus), im Stundentakt füllen Schlagzeilen wie diese das Internet. 2015 wurde in Deutschland insgesamt 167.136 mal eingebrochen, berichtet die Gewerkschaft der Polizei. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Steigerung von 9,9 Prozent. Und die Kriminellen werden immer dreister.

Es ist Sonntagmittag, die Kinder in der Wohnung oben drüber feiern Geburtstag und das Wetter lockt zu einem Spaziergang in der herbstlichen Sonne. Nach einem zweistündigen Rundgang an der frischen Luft freut man sich auf heißen Kaffee und süßen Kuchen. Die Tür ist blockiert, mit einem starken Ruck folgt ein Sturz in den eigenen Flur und der Blick fokussiert sämtliches Hab und Gut, das auf dem Fußboden verteilt liegt – es wurde eingebrochen.

Von solchen Ereignissen hört die Polizei regelmäßig. Besonders schlimm ist es, wenn der Einbruch erfolgt, während die Haus- oder Wohnungsbesitzer zuhause sind. Mit wenigen Handgriffen stemmen die Diebe Balkontüren auf oder öffnen Kellerfenster. Nicht immer sind sie dabei leise. Einige Gruppen legen es darauf an, auf die Bewohner zu treffen. Dann zwingen sie sie mit Gewalt, PIN-Nummern und Geldverstecke zu verraten.

Aufrüsten statt aufgeben

Der größte Fehler im Hinblick auf Einbrüche ist wohl der, das Haus oder die Wohnung nicht zu sichern. Dabei brechen die Täter ihr Vorhaben meist ab, wenn sie nach 10 Sekunden keinen Erfolg hatten. Um diese Sekunden zu gewinnen, können Profilzylinder mit Bohrschutz oder Sperrriegel an die Türen angebracht werden. 

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Bildquelle: ©Jürgen Fälchle

Für Fenster gibt es so genannte Pilzzapfenbeschläge, die das Aushebeln verhindern. Alle leicht zugänglichen Türen und Fenster sollten mit zertifizierten Aufrüstungsprodukten ausgestattet werden, um einen Einbruch bestmöglich zu verhindern. Alarmanlagen machen dann Sinn, wenn sie bei einem Sicherheits- oder Wachdienst ausgeschaltet werden. Und auch wenn es komisch klingt, eine der besten Alarmanlagen ist nach wie vor der Hund. Er bemerkt wenn sich im Haus etwas Ungewöhnliches tut und schlägt direkt Alarm. Gerade dieser Lärm ist es, der die Einbrecher oft zur sofortigen Flucht zwingt.

Wozu abschließen? Ich bringe nur schnell den Müll weg. Wer so denkt, schafft eines: Gelegenheit. Und die macht bekanntlich Diebe. Deshalb gilt: Beim Verlassen des Hauses immer abschließen und keine gekippten Fenster zurück lassen.

Videoquelle:©Marktcheck, SWR

Die geheimen Zeichen der Banden

Ansonsten heißt es bei Einbrüchen und ihrer Prävention: Augen offen halten. Wer einen Einbruch beobachtet, sollte umgehend die Polizei rufen und sich das Aussehen, sprich die Größe, Körperbau sowie Kleidung merken. Wer aufmerksam die Hauswände betrachtet, kann zudem die so genannten Gaunerzinken finden. Hierbei handelt es sich um Geheimcodes von Verbrecherbanden, die mit Kreide oder Permanentmarkern an Häuser, Briefkästen oder den Boden geschmiert werden und zum Beispiel darüber informieren, dass in dem gekennzeichneten Haus eine alleinstehende Frau wohnt. Beim Entdecken solcher Zeichen rät die Polizei: Foto machen, Zeichen beseitigen, Foto und Ort mit einer kurzen Nachricht via Mail an die örtliche Polizeidienststelle senden. So können Sie aktiv mithelfen, die Kommunikation der Gauner zu unterbinden.

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Bildquelle: ©Bundesministerium des Innern

Falls es trotz allem doch mal zum Einbruch gekommen ist, ist es wichtig umgehend die Polizei zu verständigen. Fassen Sie nichts an und räumen Sie auch nicht auf. Nur so kann die Spurensicherung der Polizei noch eventuelle Fingerabdrücke oder andere Spuren finden. Der finanzielle Schaden kann durch die Hausratsversicherung minimiert werden. Die Bayerische übernimmt mit der Hausrat-Police OPTIMAL Kosten, die durch Vandalismus, Diebstahl oder mutwillige Beschädigung entstanden sind.

Alle Tipps im Überblick:

  • Schließen Sie immer ab und lassen Sie keine gekippten Fenster zurück

  • Auf Gaunerzinken achten

  • Verstecken Sie den Ersatzschlüssel für die Haustür nie außen um das Haus

  • Bei Schlüsselverlust unbedingt Schloss austauschen

  • Installieren Sie Bewegungsmelder und sichern Sie Fenster und Türen mit Pilzzapfenbeschlägen oder Sperrbügeln

  • Erwecken Sie den Eindruck, Sie seien zuhause (Rolläden nur am Abend herunter lassen, ggf. Zeitschaltuhren für Licht installieren)

  • Bei Einbruch umgehend die Polizei verständigen

  • Versuchen Sie nicht den Einbrecher selbst zu stellen

  • Fassen Sie nichts an oder räumen auf, um die Spurensicherung zu erleichtern

 

Titelbild: ©Artem Furman