Was gibt es Schöneres als ein warmes Getränk, das an kalten, dunklen Herbsttagen auch noch wach macht? Richtig: wenig. Daher feiern Kaffeeliebhaber am 01. Oktober zum 15. Mal den internationalen „Tag des Kaffees“. Grund genug, mal einen Blick auf die aromatische Bohne und ihren Weg in die Kaffeetasse zu werfen.

400.000 Badewannen Kaffee täglich

Vor etwa einem Jahr, am 24. September 2019, veröffentlichte das Statistische Bundesamt Zahlen zum Kaffeekonsum der Deutschen. Im ersten Halbjahr wurden demnach etwa 627.000 Tonnen Kaffee importiert. Dies entspricht einem Warenwert von 1,4 Milliarden Euro. Umgerechnet auf die Bevölkerung im Alter ab 15 Jahren sind das knapp 17,5 der handelsüblichen 500-Gramm-Packungen Kaffee pro Kopf. Oder, in anderen Worten: Mit dem täglich konsumierten Kaffee aller Deutschen ließen sich 400.000 Badewannen füllen. Damit entsprechende Menge zusammenkommt, gibt es weltweit über 15 Milliarden Kaffeebäume. Geerntet von Hand. Hierzu braucht es 25 Millionen Menschen, die weltweit für Anbau und Ernte arbeiten.

Die Deutschen lieben Kaffee und trinken ihn nicht erst seit 2002 – hier eröffnete die erste Starbucks-Filiale in Berlin. Beispielsweise meldete das Patent für den Kaffeefilter bereits 1908 Erfinder- und Namensgeberin Melitta Bentz an. Die Dresdnerin hatte mit Löschblättern ihrer Kinder experimentiert, um den Kaffeesatz aufzufangen.

Von Afrika nach Europa

„Lebenskraft“ oder „Stärke“, so die Bedeutung des arabischen Wortes „Kahwe“. Hiervon leitet sich das Wort Kaffee ab. Woher der Ursprung des Kaffeeanbaus stammt, ist hingegen nicht überliefert. Gewiss ist laut dem Deutschen Kaffeeverband allerdings, dass die Kaffeebohne ihren Ursprung als Pflanzengattung Coffea im tropischen Afrika hat. Von hier aus verbreitete sie sich durch den Menschen auf andere Kontinente. Nachdem die Kaffeebohne global kultivierte, entstand bereits 1554 das erste europäische Kaffeehaus im damaligen Konstantinopel, heute Istanbul. Es folgte 1647 das venezianische „Cáfe Florian“ sowie Cafés in London, Marseille, Wien oder Paris. Das erste deutsche Kaffeehaus eröffnete 1673 in Bremen. Die frühe Begehrlichkeit erkannte auch Friedrich der Große. Er reglementierte daraufhin ein Staatsmonopol, das Privatröstereien untersagte, Kaffee aus nicht staatlichen Röstereien sollten sogenannte „Kaffeeschnüffler“ entlarven.

Kaffee für die breite Masse etablierte sich mit der Industrialisierung. Galt zeitweise sogar als Nahrungsersatz. Arbeiter tunkten Brot in das Getränk, um den Hunger zu stillen und wach zu bleiben. Als Alltagsgetränk schafft der Kaffee endgültig 1901 den Durchbruch: Der Japaner Dr. Sartori Kato erfindet den löslichen Kaffee. Vier Jahre später ist bereits die erste entkoffeinierte Variante auf dem Markt erhältlich. Als Luxusgut galt das Heißgetränk erneut nach dem Krieg. Sich Kaffee leisten zu können bedeutete: es geht wieder bergauf mit der Wirtschaft.

Elefant, Katzen & Co.

Der Kaffee hat bereits eine lange Geschichte, was ihn keinesfalls an der Weiterentwicklung hindert. Zwei sehr exklusive Kaffeesorten stammen heute beispielsweise von Tieren ab. Zumindest indirekt. Während die Kirschen der Sorte Kopi Luwak von Schleichkatzen gefressen und anschließend ausgeschieden werden, durchlaufen die Black Ivory Kaffeebohnen den Verdauungstrakt eines Elefanten. Der Preis? Schlappe 850 Euro das Kilo.

Für die einen Genuss, für die anderen Frust

Kaffee gilt laut Fairtrade als das wichtigste Agrargut im globalen Nord-Süd-Handel sowie als zweitwichtigster Exportstoff nach Erdöl. Einen bitteren Beigeschmack verleiht dem Getränk allerdings, dass die Bohne ein Kolonialprodukt war. Die Bedingungen für Arbeiter somit meist hart waren und teils noch immer sind. Fairtrade macht es sich daher laut eigener Aussage zur Aufgabe, Lebens- und Arbeitsbedingungen der Kaffeebauernfamilien in Anbauländern zu verbessern. Auch die Umstellung durch klimatisch bedingte Agrarkultur will der Verband unterstützen. Als drittgrößten Kaffeemarkt der Welt unterstützt ebenfalls der Deutsche Kaffeeverband das Handelsgut. So versorgt er beispielsweise Kaffeebauern mit effizienteren, sauberen Holzöfen – ein Fairtrade-Projekt. Zudem gleicht der Verband unvermeidbare Emissionen aus und reduziert CO2-Emissionsquellen nachhaltig durch gründliche Analysen.

Klimatische Aspekte verbessern sich dadurch. Allerdings gibt es auch Kritik: Obwohl sich mit Fairtrade-Bedingungen der Lohn teilweise verdreifacht hat, reicht das Geld für die Bauern oft nicht zum Leben. Frühere Studien belegten sogar, dass Betriebe ohne Fairtrade-Label teils unter besseren Arbeitsbedingungen besser zahlten. Es bleibt abzuwarten, ob sich die geplanten wirtschaftlichen Vorteile mit der Zeit auch tatsächlich rechnen.

Für die einen Genuss, für die anderen Frust

Nicht nur mit der Kaffeeauswahl und bewusstem Konsum lässt sich das Klima verbessern. Nachhaltigkeit entwickelt sich für jeden Schritt für Schritt. Im Alltag, oder auch mit den Produkten von Pangaea Life. Hier können Interessierte vorsorgen und zugleich Nachhaltigkeit fördern. Die Bayerische unterstützt damit Energie Alternativen wie beispielsweise Wind- oder Solarenergie. Genauere Informationen sind auf der Website zu finden.

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