Irrtümer bei der Berufsunfähigkeitsversicherung: Aufklärung erwünscht!

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Irrtümer bei der Berufsunfähigkeitsversicherung: Aufklärung erwünscht!

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Zu jung, kein Geld, falsche Informationen. Die Gründe dafür, wieso sich nach wie vor zu wenige Deutsche gegen eine Berufsunfähigkeit absichern, sind zahlreich. Dies geht aus einer aktuellen Studie eines deutschen Versicherers hervor, wie der Versicherungsbote berichtet. Welche sind die häufigsten Irrtümer bei der Berufsunfähigkeitsversicherung?

Falsche Alternativen vermutet

Ein großes Problem ist mangelhafte Aufklärung in Sachen BU. So sind viele Deutsche sich nicht darüber im Klaren, welche Versicherung bei einer Berufsunfähigkeit überhaupt leistet. 68 Prozent der Befragten geben die Berufsunfähigkeitsversicherung als beste Vorsorgeform bei Berufsunfähigkeit an. So weit, so gut, doch ebenso viele Deutsche gaben an, dass die Anlage in Immobilien der beste Schutz vor finanziellen Lücken bei Berufsunfähigkeit sei. Weitere zwei Drittel (66 Prozent) gehen davon aus, dass Sparen ausreicht. Weiterhin zählen die Befragten die Unfallversicherung (64 Prozent), eine Lebensversicherung (51 Prozent) oder die private Krankenzusatzversicherung (49 Prozent) auf (Mehrfachnennung möglich). 42 Prozent gehen davon aus, dass gesetzliche und private Leistungen verrechnet würden. 24 Prozent glauben, der gesetzliche Schutz reiche aus. Ein Fehler, wie eine Umfrage von Franke & Bornberg aufzeigt. Denn die Deutsche Rentenversicherung (DRV) leistet nur bei etwa 50 Prozent der eingehenden Anträge auf Erwerbsminderungsrente.

„Im Ernstfall zahlen die eh nicht“

Ein Teil der Befragten ist Versicherern gegenüber misstrauisch, unabhängig von anderen Faktoren, die eine private Absicherung sonst verhindern. Einer der größten Irrtümer bei der Berufsunfähigkeitsversicherung. Ganze 63 Prozent hegen ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber Versicherern. Sie gehen davon aus, dass die Versicherung im Ernstfall eh nicht zahle. 44 Prozent fürchten zudem, dass der Versicherer den Kunden bei selbstverschuldeten Unfällen auf den Kosten sitzen ließe. Allerdings sprechen die Fakten eine andere Sprache. Die Untersuchung von Franke & Bornberg hat ergeben, dass mehr als drei Viertel (75,7 Prozent) aller Versicherungsanträge in einer Leistung vonseiten des Versicherers resultieren. Ähnliche Zahlen lieferte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV): Er ging sogar von einer Leistungsquote von 78 Prozent aus (Stand 2018). Sollte nicht gezahlt werden, so ist dafür mit 43 Prozent die Nichterreichung des versicherten BU-Grads dafür verantwortlich. In 15 Prozent der Fälle reagiert der Kunde nicht mehr auf Anfragen vonseiten des Versicherers, woraufhin der Antrag verfällt.

#jederVierte

Der Studie zufolge schätzen die Deutschen das Risiko, selbst einmal berufsunfähig zu werden, als viel zu gering ein. Lediglich 16 Prozent der Befragten sehen wenigstens ein großes Risiko. Dagegen gehen 42 Prozent von einem weniger großen und 35 Prozent von einem geringen Risiko aus. Tatsächlich aber scheidet statistisch gesehen jeder vierte Deutsche im Laufe seiner Berufstätigkeit dauerhaft oder temporär aus der Berufstätigkeit aus. Meistens aufgrund von psychischen Erkrankungen. Wichtig hierbei: Darin sind auch Menschen inbegriffen, die kurzzeitig berufsunfähig waren oder aus dem alten Job in einen neuen gewechselt sind, weil sie den Ursprungsjob nicht mehr ausführen konnten. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Überprüfung der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV). Je nach Alter und angegebenem Renteneintritt werden zwischen 15,8 Prozent und 28,5 Prozent der privat gegen Berufsunfähigkeit abgesicherten Erwerbstätigen im Laufe ihres Lebens berufsunfähig.

Wer kann überhaupt vorsorgen?

Unsicher sind sich viele Berufstätige auch bei der Frage, wer privat für den Fall der Berufsunfähigkeit vorsorgen kann. 70 Prozent der Befragten gaben hier die Auszubildenden an, 35 Prozent die Zielgruppe der Studenten. Weniger als ein Viertel (23 Prozent) der Befragten glaubt, dass sich auch Schüler privat absichern können. Und ein knappes Drittel (32 Prozent) geht richtigerweise davon aus, dass Hausfrauen und -männer von der BU-Versicherung profitieren. Allerdings ist die ganze Wahrheit: Sämtliche der genannten Zielgruppen können sich für den Fall einer Berufsunfähigkeit absichern.

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen auf, dass noch Aufklärungsbedarf besteht. Zu zahlreich sind die Irrtümer bei der Berufsunfähigkeitsversicherung. Das bedeutet auch: Eine kompetente Beratung durch einen fachkundigen Makler ist unverzichtbar. Vermittler können hier wichtige Informationsarbeit leisten und so mit den bestehenden Irrtümern aufräumen.

Für interessierte Makler haben wir weitere Fakten auf unserem Blog zusammengetragen. Zusätzlich finden sie Hintergründe zu Zielgruppen, Leistungsfallbeispielen und Praxistipps im BU-Kompetenz-Center.

Titelbild: © vodolej / Fotolia.com

Zum Autor:

Hat Kunstgeschichte und Literatur studiert. Schreibt gerne. So gerne, dass er sich sowohl in der NewFinance-Redaktion als auch in der Freizeit damit beschäftigt. Und sollte er mal nicht schreiben, interessiert er sich für E-Sport, Wirtschaft und dafür, wer gerade an der Börse abrutscht.

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