Vor welchen Herausforderungen stehen BU-Versicherer derzeit? Worauf müssen Makler sich einstellen? Und welche Pläne verfolgt die Bayerische? Das und mehr verrät uns Kai Stecker im Interview. Stecker unterstützt die Regionalleiter und stellt eine Schnittstelle zu den Fachabteilungen sowie zum Produktmanagement dar. Er ist bereits seit sieben Jahren bei der Bayerischen und hat davor bei diversen anderen Versicherungsunternehmen gearbeitet. Unter anderem bei der Ecclesia-Gruppe, einem der größten Versicherungsmakler Deutschlands. Nachdem er nun sieben Jahre lang die Position eines Maklerbetreuers hielt, trat er im vergangenen Jahr eine neue Stelle an.

Redaktion: Herr Stecker, Sie füllten bei der Bayerischen recht lange eine Doppelrolle aus. Welche Positionen hatten Sie genau inne und was kommt nun auf Sie zu?

Kai Stecker: Seit dem 1.9.2019 bin ich in einer Doppelposition als Spezialist für Biometrie und als Regionalleiter tätig. Und seit dem 1.2.2020 ist jetzt mein Nachfolger für den Regionalleiter gefunden. Nun kann ich mich mit vollem Einsatz dem neuen Themengebiet widmen.

Redaktion: Biometrie ist, wie Sie es eben erwähnten, Ihr Steckenpferd. Bei welchen Themen und Fragestellungen kann ich als Vermittler zu Ihnen kommen?

Kai Stecker: Ich bin ein Bedingungswälzer. Ich prüfe also gerne jedes Bedingungswerk, das neu auf den Markt kommt, auf Herz und Nieren und kann hier gute Hilfestellungen geben. Zusätzlich hat sich bei mir ein Schwerpunkt zum Thema Beamtenversorgung herauskristallisiert. Das heißt: Vermittler, die Fragen in diesen Bereichen haben, können gerne jederzeit auf mich zukommen!

„Ich studiere jedes Bedingungswerk auf Herz und Nieren.“

Redaktion: Was sind Ihrer Meinung die größten Trends und Herausforderungen innerhalb Ihres Fachgebiets Biometrie, die in der nahen Zukunft auf Vermittler warten?

Kai Stecker

Kai Stecker: Weil die private Altersvorsorge immer mehr aufs Abstellgleis geraten ist, legen die Vermittler großen Fokus auf die Biometrie. Diese Entwicklung hat in den letzten Jahren für einen starken Preiswettbewerb gesorgt. Jedes Jahr entdeckt man neue Gesellschaften am Markt, die man vorher in Sachen Biometrie noch nicht so wahrgenommen hat. Das wird auch in den kommenden Jahren so bleiben. Lebensversicherer werden dieses Feld nochmals für sich entdecken, um dort Beiträge zu generieren.

Redaktion: Aber ist der Markt nicht auch irgendwann gesättigt?

Kai Stecker: Es ist bereits sichtbar, dass es insbesondere für viele der „guten“ Berufsgruppen BU-Lösungen gibt. Und da sehe ich schon eine Herausforderung auf alle Makler zukommen. Es ist wichtig, dass wir nicht ohne Ende neue BU-Versicherungen für immer andere Berufsgruppen auf den Markt bringen, sondern auch mal eine Lösung für den Handwerker finden. Nicht jede Berufsgruppe bekommt derzeit eine Versicherung zu einem adäquaten Preis.

Redaktion: Sie sprechen die Grundfähigkeitenversicherung an?

Kai Stecker: Die ist eine gute Lösung, trotzdem muss meiner Meinung nach das Thema auch in der BU-Versicherung weiter gedacht werden. Auch dort müssen preislich passende Lösungen für körperlich anspruchsvolle Berufe existieren. Ich glaube, wir als Bayerische haben da durchaus eine Stimme. Vielleicht ist es möglich, ein Stück weit Veränderungen zu schaffen, was die Tarifgestaltung für bestimmte Berufsgruppen angeht.

Ein weiteres Thema, das uns als BU-Versicherer bewegt, sind psychische Erkrankungen. Ich nehme an, andere BU-Versicherer können ein Lied davon singen. Erstaunlicherweise nehmen psychische Erkrankungen aktuell ausgerechnet in den Berufsgruppen zu, die für eine BU-Versicherung vergleichsweise wenig zahlen.

„Das Thema Berufsunfähigkeitsversicherung muss weiter gedacht werden.“

Redaktion: Was bedeutet das für die Bayerische?

Kai Stecker: Für uns heißt das: Genau hier müssen wir Lösungen schaffen. Wir als Bayerische versuchen, den Schadenfall durch Prävention gar nicht erst eintreten zu lassen. Dadurch wollen wir das Versichern in Zukunft vielleicht sogar überflüssig machen. Meiner Meinung nach ist das ein großes Thema, das im Bereich der Berufsunfähigkeitsversicherung noch zunehmen wird. In der Krankenversicherung stellt man ja schon fest, dass etwa über Apps bereits Präventionsmaßnahmen angeboten werden. In Zukunft werden wir es erleben, dass Kunden, die Prävention betreiben, auch belohnt werden.

Redaktion: Was sind Ihre Zukunftspläne bei der Bayerischen? Was haben Sie sich vorgenommen?

Kai Stecker: Die Bayerische schreibt Rekordjahr um Rekordjahr. Ich denke, jetzt ist unsere Aufgabe, die Bayerische als BU-Versicherer noch stärker zu positionieren. Es gibt zwei bis drei Namen, die immer genannt werden, wenn es um das Thema BU geht. Und zu diesen Namen sollten wir in Zukunft auch gehören. Es sollte erkennbar sein, dass wir zu den besten Anbietern gehören. Echte Leistung bedeutet, auch mal den fünften Platz im Preisvergleich hinzunehmen. Aus Kundensicht sollten die Leistungen die wichtigste Rolle spielen.

Redaktion: Herr Stecker, vielen Dank für die spannenden Einblicke!

Kai Stecker: Sehr gerne, jederzeit wieder!

Im AKS-Kompetenzcenter finden interessierte Vermittler sämtliche Details zur Arbeitskraftabsicherung der Bayerischen.

Titelbild: © Kai Stecker, Beitragsbild: © Kai Stecker