„Kreativen Ideen einen Markt geben“

Von |2017-03-31T15:17:47+02:0021. Oktober 2016|Tags: , , , , , |

Die Digitale Wirtschaft hautnah: Unser Vorstand hat sich auf eine Entdeckungsreise begeben. An zwei Tagen erkundete das Führungstrio Startups und Unternehmen der digitalen Szene in der heimlichen Hauptstadt des „Neulands“: in Berlin. Was sie dabei erlebten und mit nach München nehmen? Lest selbst.

16 Kilometer Fußmarsch, Berliner Currywurst (die echte natürlich, ohne Pelle), eine Rundreise mit den Berliner Verkehrsbetrieben und acht Termine bei Startups und Playern der „digitalen Transformation“: Das Programm der zweitägigen Entdeckungstour für unsere Vorstände Martin Gräfer, Dr. Herbert Scheidemann und Thomas Heigl in der deutschen Startup-Metropole hatte es in sich. Ziel der Mission: Mehr über die Welt der digitalen Wirtschaft zu erfahren. Und das aus erster Hand. „Wir haben sehr schnell gesehen, dass alles das, was wir bereits als Veränderungen im eigenen Unternehmen angestoßen haben, nur ein Bruchteil dessen ist, was noch auf uns zukommt“, gibt Dr. Herbert Schneidemann unumwunden zu.

„Wir wollen als Mittelständler mitgestalten.“

Sillicon BerlinDie Stationen der Startup-Safari trugen illustre Namen: Auf dem Tourplan durch „Silicon Berlin“ standen das Innovation Lab der Deutschen Bank und das Starting House von H+M ebenso wie getsurance, Knip und friendsurance, „klassische Insurtechs“ also. Und natürlich eine Visite bei Rocket Internet. Warum begeben sich Vorstände eines mittelständischen Versicherers auf eine solche Entdeckungsreise? Gräfer bringt es auf den Punkt und postet schon am ersten Tour-Tag auf Facebook: „Es ist herausfordernd, macht aber auch viel Spaß sich so der Zukunft zu stellen. Digitalisierung wird jeden Lebensbereich betreffen und wir wollen auch als Mittelständler mitgestalten.“ Eine eigenartige Mischung aus Respekt, Verwunderung, Neugier und auch Zweifel spricht aus den Worten Martin Gräfers, wenn er seine Erlebnisse schildert. Wie sind sie so, die jungen Gründer? Ist wirklich alles so hip und easy? Verbringen die tatsächlich den ganzen Tag in Kreativsessions, in der Saftbar oder beim Tischfußball? „Ganz und gar nicht“, desillusioniert er das Bild der Startup-Harmonie. „Das ist knallhartes Business, brutal und unfassbar effektiv. Maximal zehn Prozent gehen gefühlt in Kreativität, die restlichen 90 Prozent, die diese Leute leisten, ist härteste Disziplin. Die arbeiten ohne Murren, mit Begeisterung für die Sache und mit dem klaren Wissen, dass nur ganz wenige es nachhaltig nach oben schaffen. 12, 14, 16 Stunden am Tag. Jeden Tag. Und fokussiert auf das eine Ziel, der kreativen Idee am Ende auch einen Markt zu geben.“

Sind die Menschen glücklich? „Euphorisch trifft es besser.“

Was wollen Sie erreichen, die jungen Gründer, was treibt sie an? „Im Prinzip wollen alle eins: Ihr Unternehmen zu einem Unicorn machen.“ Ein Unicorn? Was romantisch klingt, ist Hardcore: Als Unicorn bezeichnet man Unternehmen, die es unter vielen als einzige schaffen, mit einer Bewertung von 1 Milliarde Euro quasi „durch die Decke zu gehen“ und ihren Markt zu bestimmen. Phantasterei? „Für diese Leute nicht. Die leben dafür.“ Und sind die Menschen dort glücklich? „Euphorisch trifft es besser. Wir haben aber auch mit einem gesprochen, der das Scheitern schon hinter sich hat. Potenzielles Scheitern gehört zum Plan. Dessen sind sich alle sehr realistisch bewusst.“

Learnings: „Sind wir schnell genug?“

die_bayerische_vorstand_berlinWas nimmt man mit von so einer Tour, von den Anregungen? Thomas Heigl: „Das Prinzip, mit denen diese Unternehmen arbeiten, nennt sich „lean startup“. Es ist beeindruckend. Ich kenne keinen einzigen Versicherer, der auf eine derartige Agilität ausgerichtet wäre. Das Prinzip schafft eine ungeheure Schnelligkeit, generiert Ideen rasant, findet in kürzester Zeit heraus, ob ein Konzept trägt oder nicht. Da können wir viel lernen. Auf der anderen Seite ist das auch Kapitalismus in seiner härtesten Form. Performe oder stirb. Ob wir das so wollen? Vermutlich nicht in dieser Form.“

„Was wir mitnehmen? Viel. Es geht uns nicht um Coolness. Wir möchten mit den Erfahrungen unsere Organisation überprüfen. Und wir möchten ein Stück weit Teil einer Bewegung sein, die alle Lebensbereiche immer mehr betreffen wird. Sind wir schnell genug? Kundenorientiert genug? Sind wir wirklich am Puls des Marktes? Sind wir das, was unsere Kunden – auch und gerade digital – von uns erwarten dürfen?“ Wir dürfen gespannt sein. Auch auf das, was die Nachwuchskräfte der Bayerischen in Kürze zu berichten haben. Denn die waren zeitgleich 9.400 Kilometer entfernt in ähnlicher Mission unterwegs: im Silicon Valley. Fotos: die Bayerische

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