Laut einer Studie des Statistischen Bundesamt bleibt knapp die Hälfte der Beschäftigten ab 25 Jahren dem Arbeitgeber mindestens zehn Jahre treu. Wenn nicht sogar länger. Gerade Führungskräfte und Büroangestellte sind loyal. Doch gibt es kaum eine Garantie, dass Mitarbeiter für immer im Unternehmen bleiben. Ärgerlich gerade dann, wenn die Arbeitskraft über mehrere Jahre ausgebildet, geformt und letztendlich be- und gefördert wurde. Markus Brochenberger, Vorstandsvorsitzender der Compexx Finanz AG, erklärt im Interview, welche Regeln es zu wahren gilt, damit sich Unternehmen und Mitarbeiter im Guten trennen. Und nicht zu Konkurrenten werden. Oder, wie es gar nicht erst zur Trennung kommt.

Redaktion: Herr Brochenberger, die Deutschen bleiben Statistiken zufolge lange im selben Betrieb, gerade heutzutage dennoch selten für immer. Wie haben Sie die Entwicklung der Mitarbeiterfluktuation über die vergangenen Jahre hinweg im eigenen Unternehmen wahrgenommen?

Markus Brochenberger: Wir haben in den vergangenen Jahren unsere Mannschaft kontinuierlich ausgebaut. In der Finanzdienstleistungsindustrie verfügen wir über eine hohe Reputation, sodass wir nicht mit einer spürbaren Fluktuation zu kämpfen haben. Vielmehr bleiben unsere Berater uns sehr lange treu und entwickeln sich gemeinsam mit uns erfolgreich weiter.

Redaktion: Und wie beugen Sie dem Mitarbeiterweggang im eigenen Unternehmen vor?

Markus Brochenberger: Wir sind aktiv in der Fort- und Weiterbildung und bieten umfassende Möglichkeiten der beruflichen Selbstentfaltung. Der Weg zum Unternehmer und zu sehr interessanten Verdienstmöglichkeiten ist bei der compexx Finanz AG kurz. Durch die ganzheitliche Anwendung unseres Expertensystems bauen sich unserer Mitarbeiter auch ein sehr hohes wiederkehrendes Einkommen auf. In Kombination mit unseren Incentivierungen und Team-Buildings entsteht so ein System, dem Mitarbeiterweggang im Wesentlichen vorzubeugen.

Redaktion: Falls es doch zur Kündigung des Mitarbeiters auf eigenen Wunsch kommt, welche Optionen und Mittel hat der Chef, diesen vom Bleiben zu überzeugen?

Markus Brochenberger: Uns stehen immer Möglichkeiten zur Verfügung, auf bestimmte Wünsche wechselwilliger Mitarbeiter einzugehen. Oftmals ist es die Motivation, sich persönlich weiterzuentwickeln und den nächsten beruflichen Schritt zu gehen. Im Gespräch können wir dann gegebenenfalls gemeinsam einen Plan erarbeiten, wie dem Mitarbeiter dies auch bei der compexx Finanz AG gelingen kann.

Redaktion: Angenommen diese Gespräche nützen nichts und es kommt doch zur unausweichlichen Trennung. Wie entsteht kein böses Blut? Auch, wenn die Kündigung seitens des Unternehmens erfolgt.

Markus Brochenberger: Natürlich sind die wesentlichen Parameter arbeitsvertraglich geregelt. Dazu gehören der Umgang mit ausstehenden Provisionen, dem Stornokonto, der Übertragung von Kontakten und anderen wesentlichen rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Themen. Auf menschlicher Seite sind wir immer bemüht, größtmöglichen Konsens auch bei einer Trennung herzustellen und es eben durch einen professionell-kollegialen Umgang gar nicht zu bösem Blut kommen zu lassen. Und das gelingt uns sehr gut.

Redaktion: Sie sprechen den Arbeitsvertrag an. Welche Vorkehrungen oder Vereinbarungen gilt es zu treffen, bevor der Mitarbeiter das Unternehmen verlässt? Und lohnt sich in manchen Fällen vielleicht sogar eine zukünftige Zusammenarbeit?

Markus Brochenberger: Wir spielen in der Zusammenarbeit mit unseren Arbeitnehmern und freien Handelsvertretern die gesamte arbeits- beziehungsweise vertriebsarbeitsrechtliche Klaviatur. Dadurch schaffen wir eine hohe Verbindlichkeit und Verlässlichkeit für beide Seite, die wissen, wie es im Falle einer Trennung verläuft. Vor allem geht es dabei wie erwähnt um die Frage nach ausstehenden Provisionen und dem zukünftigen Umgang mit Kunden des scheidenden Mitarbeiters. Und natürlich bleiben wir offen für Kooperationen, gerade bei Beratern mit Spezial-Know-how. Wenn man auch bei einer Trennung einen Konsens herstellt, kann man auf beruflicher Ebene immer kollegial und kooperativ verbunden bleiben.

Titelbild: © Markus Brochenberger

Über unseren Experten

Nach seiner Berufung in den Vorstand, 2014, ist Markus Brochenberger seit 1. Januar 2019 Vorstandsvorsitzender der Compexx Finanz AG. In seiner Funktion verantwortet er die Ressorts Vertrieb und Marketing sowie Vertriebsentwicklung.