Der Begriff „Öko“ bezeichnete früher eine Spezies mit langen Haaren und alternativer Lebensweise. Heute, nur wenige Jahre später, gelten „Bio“ und „Öko“ als Standard schlechthin. Und das ohne merkliche Einbußen der Lebensqualität. Im Gegenteil: Besonders durch den High-Tech Sektor – der die Entwicklung von Elektromobilität oder erneuerbare Energien fördert – gilt ein ökologischer Lebensstil heute als cool. Als Teil einer kommenden Wirtschaft stehen jedoch noch immer viele Innovationen bevor, um die Welt im Sinne des Klimas voll-ökologisch und nachhaltig zu gestalten. Der neuste Entwicklungstrend: Neo-Ökologie.

Düstere Prognosen

Den Anreiz zum Wandel gaben die Folgen des Klimaerwärmung: verheerende Waldbrände in Australien, Wasserknappheit in Kapstadt und 80 Prozent verdorrte Getreideflächen in Europa im Jahr 2018. Das Bild aus den Nachrichten: tiefrote Klimakarten. Das Klima wird wärmer und schadet der Umwelt.

Vielfach nicht unschuldig an dieser Entwicklung: Großkonzerne. In Brasilien werden pro Minute Flächen in der Größe dreier Fußballfeldern gerodet, während alleine die Anzahl produzierter Coca-Cola-Flaschen aneinandergereiht 31-mal bis zum Mond und zurück reichen würden. Tatsächlich landen diese jedoch als Plastikmüll im Meer. Während die schätzungsweise 86 Millionen Tonnen Kunststoff durch die Ozeane treiben, steigt deren Meeresspiegel. Und zwar bis zum Jahr 2100 um voraussichtlich 100 Meter. Zu diesem Schluss kamen Forschungen des Klimarates. Eine mögliche Folge: Etwa 280 Millionen Klimaflüchtlinge. All diese Daten und Prognosen – zusammengefasst in der Megatrend-Dokumentation des zukunftInstitus – bewegen Wirtschaft und Gesellschaft nun zum ökologischen Umdenken.

Umwelt als Mainstream-Thema

2019 folgten 7,6 Millionen Menschen aus 185 Ländern dem Beispiel Greta Thunbergs und streikten beim Global Climate Strike, um Klimaschutz mehr auf der politischen Agenda zu positionieren. Umweltbewusstsein wurde vom Nischenthema zum Lifestyle Trend.

Und auch in 2020 gibt es eine neue Entwicklung: Neo-Ökologie. Hierbei werden die gängigen Konsummuster hinterfragt. Stattdessen rückt eine gesunde Lebensweise in den Fokus. Der Einzelne achtet beispielsweise auf eine vegane Ernährung – laut Statista gab es in der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren rund 0,95 Millionen Veganer. Großkonzerne unterstützen Umweltprojekte – wie beispielsweise das Schweizer Modehaus Bally die Säuberung des Mount Everests – oder schicken ihre Mitarbeiter zum Baumpflanzen, Supermarktketten verbannen Plastiktüten und die Automobilindustrie fördert die E-Mobilität. Das Thema Umweltschutz hat sich etabliert: 82 Prozent der Europäer trennen Müll, und 70 Prozent versuchen aktiv, umweltschädliche Produkte zu vermeiden.

Ressourcenschonung und Wohlstand

Auch wenn Umweltschutz wohl immer auch eine Herzensangelegenheit ist. In der Neo-Ökologie geht es laut zukunftsInstitut letztendlich dennoch mehr um Zahlen und Fakten der Monetarisierung als um Moral. Für jede ökologische Umstrukturierung stelle sich die Frage: Bringt das etwas, und wenn ja, wie viel? Das Gesamtverhältnis sei daher entscheidend.

Auch in den Investitionen der Politik macht sich das bemerkbar. Betrug der Anteil der Ausgaben für den Umweltschutz am Bruttoinlandsprodukt in Deutschland 1997 noch 1,9 Prozent, sind es 2007 1,4 Prozent. China holt indessen auf dem Sektor nachhaltiger Investitionen auf. Die Märkte profitierten jedoch von dem schnellen Wechsel zu Beginn der 2000er Jahre. Die Förderung der Forschung und Umwelttechnologien verschafften Deutschland einen Platz als einer der global führenden Produzenten. 2020 wird der weltweite Absatz der Umweltindustrie laut Institut voraussichtlich bei 3,1 Milliarden Euro liegen. Nach und nach verschwindet der Widerspruch zwischen Natur und Technik, schafft stattdessen Raum für nachhaltige Energie, die dennoch wirtschaftlichen Profit ermöglicht. Der Grundsatz der Neo-Ökologie. Auch Pangaea-Life gehört zu den Unternehmen, die auf Neo-Ökologie bauen, und investiert beispielsweise in Solar- und Windkraft. Dazu gehören unter anderem der MADS Windpart in Dänemark oder Aquila Capital in Nordeuropa.

Nicht nur drauf sondern drin

Vormals hatte der „Bio“-Sticker auf einer Kiwi ausreichend Gewichtung, um als Zertifikat des guten Gewissens zu dienen. Dass die Kiwi tatsächlich aus Neuseeland eingeflogen kam, hinterfragte der Verbraucher nicht. Anders bei der Neo-Ökologie. Produkte lokaler Unternehmen werden nicht nur verstärkt konsumiert, die Unternehmen werden zudem innovativ und übernehmen Verantwortung bei der Produktion.

Auch Städte gehen inzwischen intelligenter mit ihren Ressourcen um. Anwohner bestellen öffentliche Gemüsegärten und auch die Architektur wird grüner. Häuser produzieren „Self made Energy“, Mobilitästsysteme der Ballungsräume werden zu Gunsten der Umwelt gestaltet. Dadurch wächst wiederum die nachfrage nach Baustoffen aus Upcycling-Material, wodurch der nachhaltige Wachstumsmarkt profitiert. Die Neo-Ökologie revolutioniert den Ausbau erneuerbarer Energien durch ein neues Bewusstsein, fordert jedoch laut der Megatrend-Dokumentation auch Gemein- und Wirtschaft auf lange Sicht heraus.

Interessierte finden weitere Informationen zu Pangaea-Life, der nachhaltigen Idee dahinter sowie die Partner und Fonds auf der Website.

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