Ursprünglich war die Basisrente speziell für Selbstständige angedacht. Allerdings können auch andere Zielgruppen von ihr profitieren. Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) hat die Vorteile dieser Gruppen untersucht.

Vier Millionen Selbstständige

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtet, gab es in Deutschland im Jahr 2018 etwa vier Millionen Selbstständige, verteilt über sämtliche Wirtschaftsabschnitte. Die Zielgruppe machte 9,8 Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland aus. 2,2 Millionen von ihnen waren als Solo-Selbstständige tätig, also ohne Mitarbeiter. Im Schnitt verdienten Selbstständige 3.486 Euro im Monat, berichtet die Bertelsmann-Stiftung. Andere staatlich geförderte Vorsorgearten sind ihnen verschlossen. Die Basisrente sollte diese Lücke ausfüllen. Sie ermöglicht ein höheres gefördertes Volumen als etwa die Riester-Rente und lässt Geförderten die Möglichkeit, das Fördervolumen familienintern zu verteilen.

Infografik: Viele Selbstständige verdienen deutlich weniger als den Mindestlohn | Statista

Quelle: Statista

Steuervorteile für Gutverdiener

Das IVFP hat nun weitere Zielgruppen benannt, die von den speziellen Vorteilen der Basisrente profitieren. Eine davon sind die gut verdienenden Arbeitnehmer. Für sie sei gerade das hohe geförderte Volumen von 25.046 Euro jährlich (das Doppelte für verheiratete Paare) wichtig. Beiträge, die in die Basisrente fließen, können vom Kunden als Sonderausgaben geltend gemacht werden und wirken sich so mindernd auf deren Steuern aus. Auch gibt es keine Förderbedingungen wie die  Bruttobeitragsgarantie und die Zulagenförderung. Insgesamt bietet die Basisrente dem IVFP zufolge eine Chance auf eine höhere Rendite.

Generation 50plus sucht Altersvorsorge

Auch für die Generation 50plus sei dies ein Argument. Sie profitiert sowohl von der steuerlichen Förderung als auch von der spätere Rentenbesteuerung. Die Generation 50plus habe im Vergleich mehr finanzielle Mittel zur Verfügung und könne höhere Beiträge aufbringen als die jüngeren Zielgruppen. Auch stehe das Thema Altersvorsorge für diese Gruppe eher im Fokus – umso dringender suchen sie einen sinnvollen Weg, ihren Lebensstandard abzusichern. Am Beispiel eines 58-Jährigen, der über fünf Jahre hinweg 75.000 Euro einzahlt, berechnet das Institut einen abzugsfähigen Prozentsatz von 92 Prozent gegenüber einem steuerpflichtigen Anteil der Rente von 84 Prozent. Das Ergebnis wären acht Prozent „Steuerplus“.

Frauen profitieren mehr

Die letzte Zielgruppe ist die der Frauen. Hier liegt der Vorteil darin, dass jeder die Basisrente abschließen kann – also auch ein Ehemann für seine Frau. Gut verdienende Ehemänner verfügen oftmals bereits über andere Absicherungswege, etwa eine bAV oder eine gesetzliche Rentenversicherung. Bei Frauen hingegen sorgen Kindererziehungszeiten und Mutterschutz häufig für deutlich geringere Rentenansprüche. Die Basisrente kann das ausgleichen. Dem Statistischen Bundesamt zufolge liegt die Lebenserwartung von Frauen außerdem 4,8 Jahre über der von Männern, was eine längere Auszahlungsphase bedeutet.

Basisrente beim Kunden unbekannt

Trotz dieser Vorteile kennen vier aus zehn Deutschen die Basisrente nicht. Das fand die Raisin GmbH in einer aktuellen Umfrage vom Februar 2020 heraus. Dem IVFP zufolge haben Sparer wegen der aktuellen Niedrigzinspolitik der EZB besondere Chancen – sie investieren im Vergleich weniger, um ihre Versorgungslücke abzudecken. Dementsprechend besteht bei der Basisrente dringender Beratungsbedarf. Vermittler können die aufgeführten Personengruppen gezielt ansprechen und sich als zuverlässiger Ansprechpartner für die Altersvorsorge positionieren.

Titelbild: ©xbrchx/ stock.adobe.com