Mit der neuen Marke Pangaea Life und einem auch für die Branche neuen Konzept startet die Bayerische derzeit in den Markt der nachhaltigen Versicherungen. „Alles auf Anfang“ lautet der Slogan der Pangaea Life, die nicht nur als Produktlinie, sondern als eigenständiges Unternehmen der Versicherungsgruppe die Bayerische agieren wird. Zentraler Motor und USP ist dabei der eigene Nachhaltigkeitsfonds, den die Bayerische für Pangaea Life aufgelegt hat. Nach der Markteinführung der nachhaltigen betrieblichen Altersvorsorge folgt nun das Kernprodukt: eine nachhaltige fondsgebundene Rentenversicherung.

Was bezweckt die Bayerische mit diesem völlig neuen Ansatz? Warum eine eigene Marke und ein eigener Fonds? In welche Projekte wird investiert, und welche Produkte wird Pangaea Life künftig noch anbieten? Wir sprachen mit Uwe Mahrt, Geschäftsführer der Pangaea Life GmbH, und Martin Gräfer, Vorstandsmitglied in unserem Hause.

umdenken.co: Mit der Gründung von Pangaea Life geht die Bayerische einen neuen, spannenden Weg: die Verschmelzung des Kerngeschäfts „Versicherung“ mit dem Prinzip der Nachhaltigkeit. Wie passt das zusammen, und was genau haben Sie vor?
Martin Gräfer, Vorstand der Bayerischen

Martin Gräfer, Vorstand der Bayerischen

Martin Gräfer: Für uns ist Pangaea Life nicht nur eine neue Marke, sondern auch eine Weiterentwicklung im eigenen Hause. Für uns als Versicherer, der sich ohnehin dem „Versichern nach dem Reinheitsgebot“ verschrieben hat, ist Nachhaltigkeit von großer Bedeutung. Gerade im Bereich der Lebensversicherung reden wir ja von Zeiträumen, in denen Menschen ansparen, die Jahrzehnte umfassen. Für uns bedeutet dieser neue Weg auch eine neue Qualität.

umdenken.co: Ist Pangaea Life dann so etwas wie „die Bayerische in Grün“? Oder wie müssen wir uns das vorstellen?

Uwe Mahrt: Wir sehen es eher als eine Weiterentwicklung der Werte, die wir bei der Bayerischen schon leben, also den nächsten Schritt nach unserem „Reinheitsgebot“.

umdenken.co: Was genau verstehen Sie bei Pangaea Life unter Nachhaltigkeit?

Uwe Mahrt: Das zentrale Thema für uns bei Pangaea Life ist der Klimawandel und wie man ihm begegnen kann. Wir stehen für Klimaschutz und damit, wenn ich das so sagen darf, eine „enkelgerechte Zukunft“.

umdenken.co: Warum haben Sie dazu einen eigenen Fonds ins Leben gerufen? Hätten Sie sich nicht auch in bereits am Markt etablierten nachhaltigen Fonds engagieren können?

Martin Gräfer: Eine entscheidende Frage. Und das ist nicht nur für uns im Hause etwas Neues, sondern, wenn ich richtig informiert bin, auch ein Novum in der gesamten europäischen Versicherungslandschaft. Uns ging es darum, dass wir uns nicht nur einfach an erfolgreichen Unternehmen beteiligen, wie das bestehende Öko-Fonds ja bereits tun. Uns geht es darum, ganz konkrete, nachhaltige Projekte zu fördern. Ein gutes Beispiel ist bereits unser erstes Investment: Wir kaufen mit einer Startinvestition von 58 Millionen Euro in Dänemark einen Windpark, der onshore arbeitet. Diese Einrichtung produziert ein Äquivalent an erneuerbarer Energie, das eine mittlere Kleinstadt mit rund 30.000 Einwohnern für ein Jahr mit Strom versorgen könnte.

Diese konkreten Assets geben unseren Kunden die Sicherheit, dass sie sich nicht an einem abstrakten Konstrukt beteiligen, sondern dass ihre Beiträge nachhaltigen Projekten zu Gute kommen. Im ersten Schritt planen wir, mit eigenem Seed-Money von 120 Millionen Euro aus der Kapitaldecke der Bayerischen in solche Projekte zu investieren.

Uwe Mahrt: In Deutschland gibt es derzeit rund 400 Nachhaltigkeits-Fonds. Aber nicht alle sind dabei wirklich grün und nachhaltig. Auch deshalb haben wir uns dafür entschieden, etwas Eigenes zu tun. Wir wollen ganz konkret wissen, was in unserem Fonds enthalten ist und selbst entscheiden können, was wir kaufen und was nicht.

umdenken.co: In welche Projekte oder besser in welche Art von Projekten investieren Sie, und in welche nicht?
Uwe Mahrt, Geschäftsführer Pangaea Life GmbH

Uwe Mahrt, Geschäftsführer Pangaea Life GmbH

Uwe Mahrt: Zunächst waren uns ganz klare Ausschlusskriterien besonders wichtig, also zu definieren, in was wir nicht investieren. No-gos sind in unserem Falle Dinge wie Kinderarbeit, Atomenergie, Kohlekraftwerke und zwölf weitere Kriterien. Das ist eine der am Markt weitreichendsten Ausschlusslisten. Daneben haben wir eine klare Positiv-Liste entwickelt. Hier steht für uns – Stichwort Klimaschutz – das Thema erneuerbare Energien im Vordergrund. Also Solarenergie, Wasser- und Windkraft, aber auch Investitionen in nachhaltige Forstwirtschaft, in Energieeffizienz oder Energieeinsparung.

umdenken.co: Wer genau entscheidet bei Ihnen, wo und wie investiert wird?

Martin Gräfer: Auch hier haben wir neu gedacht. Neben einem erfahrenen Partner, Aquila Capital aus Hamburg, der uns bei der Recherche und Auswahl von förderungswürdigen Projekten zur Seite steht, haben wir einen eigenen Nachhaltigkeitsbeirat ins Leben gerufen.

Dieser Ausschuss wird mit Fachleuten besetzt, die sowohl den regenerativen Bereich gut kennen, aber außerdem auch die wirtschaftliche Seite eines Investments gut beurteilen können. Denn wir wollen mit Pangaea Life nicht nur Nachhaltigkeit fördern, sondern auch gute Renditen für unsere Kunden erwirtschaften.

umdenken.co: Womit wir bei einem weiteren wichtigen Thema wären. Wie planen Sie langfristig Renditen und mit welchen Ergebnissen können Kunden rechnen?

Uwe Mahrt: Hier sind wir zuversichtlich. Blickt man auf den Markt, so stellt man fest, dass viele Nachhaltigkeits-Fonds in den vergangenen Jahren sogar eine bessere Performance geliefert haben als andere vergleichbare Konstrukte im „konventionellen“ Markt. Das hat auch viel damit zu tun, dass nachhaltige Projekte von Natur aus weniger Schwankungen unterworfen sind.

In unserem konkreten Fall können wir mit langfristigen Stromabnehmer-Verträgen kalkulieren, die oft mit Kommunen oder Staaten geschlossen werden. Diese bringen eine hohe Zuverlässigkeit und wenig Volatilität mit. Dadurch haben wir weniger Schwankungen, trotzdem eine solide Performance. Wir rechnen hier mit einer jährlichen Rendite zwischen 4 und 6 Prozent.

umdenken.co: Wie sorgen Sie gegenüber Ihren Kunden und den Beratern für Transparenz?

Uwe Mahrt: Zum einen lassen wir uns durch unabhängige Dienstleister entsprechend prüfen und beraten. Zum anderen werden wir aber auch alle unsere Projekte auf unserer Website darstellen, so dass der Kunde sehr genau sehen kann, was wir mit unseren Investments tun.

umdenken.co: Welche Produkte bietet Pangaea Life an?

Martin Gräfer: Pangaea Life richtet sich ja an Kunden, denen Ökologie und Nachhaltigkeit besonders wichtig sind. Ein Produkt für die betriebliche Altersvorsorge haben wir bereits im Sommer eingeführt. Gefolgt wird dieses Angebot nun durch unsere nachhaltige Investment-Rente. Ganz neu sind Hausrat- und Haftpflicht-Policen. Ebenso werden wir auch eine KFZ-Versicherung speziell für elektrisch betriebene Fahrzeuge anbieten.

umdenken.co: Für den Kunden bedeutet das also, dass er mit seinen Beiträgen nicht nur für sich, sondern ganz konkret für die Umwelt etwas tun kann?

Uwe Mahrt: Korrekt, und nicht nur auf Beitragsebene. So haben wir neben den Investments eine Aktion gestartet, bei der wir für jeden neuen Kunden bei Pangaea Life im Rahmen eines Aufforstungs-Projekts in Sambia einen Baum pflanzen lassen werden. Dieses Engagement ist dabei doppelt nachhaltig, indem es zum einen der extremen Abholzung in dieser gefährdeten Region entgegenwirkt, und zum anderen Kleinbauern vor Ort eine neue Einnahmequelle durch die Produktion von Holz und Holzerzeugnissen in der Region bietet.

umdenken.co: Wo können Vermittler und interessierte Kunden sich weiter informieren?

Martin Gräfer: Natürlich zentral auf www.pangaea-life.de, wo nicht nur umfassende Informationen zu unseren Produkten, sondern auch zu unseren Assets zu finden sein werden.

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