Trotz des Lockdowns müssen Stände, an denen Weihnachtsbäume verkauft werden, nicht schließen. Gut so, denn die Nachfrage ist weiterhin groß. Dabei ist das Thema Weihnachtsbäume gar kein so unumstrittenes.

Weltweite Nachfrage ist groß

Eines kann selbst Corona keinem nehmen: die Freude an Weihnachten. Ungebrochen scheint die Begeisterung für Weihnachtsbäckerei, Geschenke und selbstverständlich auch die Dekoration, die schließlich im Schmücken des Baumes gipfelt. Keine Überraschung also, dass zwischen 23 und 26 Millionen Weihnachtsbäume Jahr für Jahr in deutschen Wohnzimmern stehen. Laut der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) stellen private Haushalte mit mehr als drei Personen zu 80 Prozent zu Weihnachten einen Baum auf. 90 Prozent davon stammen aus Deutschland. Die übrigen zehn Prozent sind Importe aus Dänemark. Und auch Deutschland selbst exportiert Weihnachtsbäume. Rund eine Million deutsche Pflanzen schmücken in der Weihnachtszeit die schweizerischen, französischen, österreichischen oder polnischen Wohnzimmer.

Auch, wenn die Nachfrage nicht nachlässt, einen kleinen Dämpfer gibt es für Baumkäufer dennoch: den Preisanstieg. Wie die Tagesschau berichtet, kostet eine Nordmanntanne (der beliebteste unter den Weihnachtsbäumen) bei bester Qualität zwischen 20 und 27 Euro. Im vergangenen Jahr hatte die Preisspanne 18 bis 23 Euro betragen. Grund hierfür seien vor allem die geltenden Coronamaßnahmen. Händler müssen mehr verlangen, um Hygienekonzepte, Desinfektion und mehr Platz auszugleichen.

US-Amerikaner müssen vergleichsweise deutlich mehr hinblättern. Für Tanne und Co. zahlen sie gut und gerne im Durchschnitt rund 77 Dollar. Dieses Jahr sollen es sogar schon 81 Dollar sein. Der Grund: die Bäume werden knapp. Zum einen boomt der Absatz – teilweise rund 50 Prozent mehr Verkäufe – auf Grund der Corona-Pandemie, zum anderen machen sich jetzt Nachwirkungen der Finanzkrise im Jahr 2008 bemerkbar. Da seinerzeit einige Baumschulen schließen mussten, fehlt nun schlicht der Nachschub.

Stichproben zeigen Pestizidbelastung

In Deutschland kämpfen Verbraucher mit anderen Herausforderungen. Denn: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat Weihnachtsbäume aus Baumärkten, Gartencentern und im Straßenverkauf auf Rückstände untersuchen lassen. Das Ergebnis: Bei 14 von 23 Bäumen wurden Pestizide nachgewiesen. Von den neun nachgewiesenen Wirkstoffen zählen sieben zu den EU-weit gefährlichsten. Darunter das Totalherbizid Glyphosat sowie das Insektenbekämpfungsmittel Lambda-Cyhalothrin. Wie der BR berichtet, schädigt dieses unter anderem Nervenzellen sowie das Hormonsystem. Auch für Insekten wie beispielsweise Bienen und Wasserlebewesen ist das Pestizid schädlich. Mehr als ein Viertel der getesteten Bäume war mit mindestens zwei Wirkstoffen belastet. BUND-Pestizidexpertin Corinna Hölzel sagte hierzu:

“Besonders kritisch ist die hohe Mehrfachbelastung, viele Weihnachtsbäume sind einem regelrechten Pestizidcocktail ausgesetzt. Die Wechselwirkung der Einzelstoffe auf die menschliche Gesundheit ist nahezu unbekannt.”

Klimaschutz dank Mietbäumen

Doch nicht nur durch eine Bearbeitung mit Pestiziden und Pflanzenschutzmitteln belastet der Trend Weihnachtsbaum die Umwelt. Die Abholzung per se ist schon eine Belastung für das Klima. Geerntet werden die Bäume SDW zufolge im Alter von acht bis zwölf Jahren. Innerhalb von zehn Jahre bindet eine Weihnachtsbaumkultur circa 145 Tonnen Kohlendioxid, 300 Tonnen Staubpartikel und sorgt für 100 Tonnen Sauerstoff. Damit ein Plastikbaum das ausgleichen kann, müsste er dem WDR zufolge ganze 17 Jahre in Gebrauch sein.

Im Vergleich: Durch einen natürlichen Baum etwa 3,1 Kilogramm Kohlendioxid, während bei einer Plastiktanne 48,3 Kilogramm CO2 zusammenkommen. Auch Transportwege wirken sich negativ auf die Ökobilanz aus. Allerdings: Reist ein deutscher Weihnachtsbaum meist nur innerhalb des Landes oder über die Grenzen der Nachbarländer, stammen vier von fünf Plastiktannen aus Fernost.

Auch, da er unvermeidlich irgendwann als Plastikmüll endet, ist der PVC-Weihnachtsbaum keine echt Alternative. Besser: Einen Baum aus dem Topf. Verschiedene Baumschulen oder Organisationen bieten die Tanne zum Mieten. Sie pflanzen diese anschließend wieder ein und kümmern sich bis zum nächsten Weihnachtsfest um fachgerechte Pflege.

Der CUP-Wald geht mit der Bayerischen in die nächste Runde

Nicht nur an Weihnachten sollte Abholzung und deren Auswirkungen auf das Klima ein Thema sein. Vor rund einem Jahr nahmen sich daher Dirk Lauffer und sein Maklerunternehmen CuP der Sache an. Im Zuge der Aktion #schokoladenseite verschickten sie „die gute Schokolade“ an Kunden und Geschäftspartner mit der Bitte, ihnen ein Selfie mit der Schokolade zu schicken. Für jedes Bild gab es das Versprechen, einen Baum zu pflanzen. Die Bayerische und Pangaea Life verdoppelten nicht nur die Anzahl der Bäume, sondern halfen auch beim Einpflanzen. Der Regen in Frühsommer und Herbst ließ die Setzlinge kräftig wachsen und verspricht schon jetzt eine grüne Oase zu werden. Das CUP-Versprechen gilt auch weiterhin:

„Auch für die neu abgeschlossenen Versicherungsverträge aus 2020 werden wir wieder, dank der Unterstützung der Bayerischen,  je zwei Bäume pflanzen. Wir rechnen damit, dass es in diesem Jahr, trotz COVID-19, circa 950 Bäume sein werden.“

Die Entscheidung, wann und wo die neuen Bäume gepflanzt werden, fällt Anfang nächsten Jahres. Die Aktion hilft nicht nur der Umwelt, sondern beugt auch einem möglichen schlechten Gewissen unterm Weihnachtsbaum vor, denn: Nadelbäume sind das ganze Jahr hindurch grün und können somit auch durchgängig CO2 verwerten. Die Menge im Vergleich zu einem Laubbaum ist allerdings gering. So nimmt eine Buche im Schnitt 40 Prozent mehr CO2 auf als eine Fichte.

Titelbild: © Michael Eichhammer/stock.adobe.com