Etwa zwei Drittel der Erde ist mit Wasser bedeckt, aber nur ein Bruchteil davon ist Trinkwasser. Dieses Ungleichgewicht machen sich Konzerne wie Nestlé zu Nutze und verwandeln Wasser in eine heiß gehandelte Ware. Wie können Unternehmen Wasser sparen? Und wie handelt die Bayerische als umweltbewusster Konzern?

Wasservorräte: Nur ein Bruchteil ist als Trinkwasser geeignet

Alle Wasservorräte der Welt fassen insgesamt etwa 1,4 Milliarden Kubikkilometer Wasser, wobei ein Großteil (95,5 Prozent) aus Salzwasser besteht und damit die Weltmeere füllt. Süßwasser macht mit nur 2,5 Prozent einen sehr geringen Anteil der weltweiten Wasserreserven aus. Genauso wenig fließt es einfach so an der Oberfläche: Hauptsächlich ist es in Form von Eis in den Gletschern der Arktis und Antarktis gebunden oder als Grundwasser tief unter der Erde. Leicht zugänglich ist es damit nicht, ganz im Gegenteil. Nur 0,3 Prozent der Süßwasserreserven befinden sich in Seen, Flüssen oder Talsperren.

Hinzu kommen klimatische Veränderungen, die Wasser in Teilen der Erde immer rarer werden lassen. 2012 sorgte der Film “Bottled Life” für Aufruhr, als er das Kerngeschäft des Schweizer Konzernriesen Nestlé hinterfragte: abgefülltes Grundwasser, das künstlich mit Mineralien angereichert wird und in armen Regionen der Welt wie Afrika der Bevölkerung den Zugang zu Trinkwasser erschwert. In die gleiche Kerbe schlägt der Film “Tapped” aus dem Jahr 2009. Auch hier stellten die Filmemacher die Frage: Ist es zu rechtfertigen, Grundwasser in Plastikflaschen künstlich mit Mineralien anzureichern und diese anschließend in Plastikflaschen zu verkaufen, wenn das Leitungswasser an sich doch völlig ausreiche? Wird Wasser also zur Ware anstatt zum Grundrecht?

In Vittel kämpft die Bevölkerung um ihr Wasser

Die Diskussion um den Zugang zu Wasser spielt sich aber nicht nur in ärmeren Teilen der Welt ab, wo Wasser ohnehin knapp ist. Wie einem Artikel des Deutschlandfunks zu entnehmen ist, ist auch in Frankreich das Trinkwasser stark umkämpft: In der Kleinstadt Vittel inmitten der Vogesen beispielsweise. Der Ort ist berühmt für sein gutes Wasser und hat diesem den Namen verliehen. Das Mineralwasser Vittel gehört aber auch zum Weltkonzern Nestlé. Täglich füllt er mehr als zwei Millionen Flaschen ab. Mit der Folge, dass der Grundwasserpegel sinkt.

Wasser wird als Aktie an der Börse gehandelt

Das Wasser wird knapper, während gleichzeitig der Bedarf steigt. Dieses Ungleichgewicht prognostiziert die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihrer Studie. Bis zum Jahr 2050 wird demnach der Wasserbedarf um mehr als die Hälfte steigen. Der Konzern Nestlé ist nur ein Beispiel, wie Wasser immer mehr zum umkämpften Gut denn Grundrecht wird. Auch an der Börse spiegelt sich die Situation wider, wo Wasser zu einem Anlagethema wird. Die Ratingagentur Scope listet mehr als ein Dutzend Fonds der Kategorie “Aktien Wasser” auf.

Wie der Focus aufzeigt, wird in den USA bereits mit Wasseraktien gehandelt, und zwar mit sogenannten Terminkontrakten, auch Futures genannt. Käufer und Verkäufer verpflichten sich, eine Ware – in diesem Fall Wasser – zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem bestimmten Preis zu handeln. Durch diese regelmäßig abgeschlossenen Futures soll Bauern geholfen werden. Diese brauchen Wasser in rauen Mengen, um ihre Felder zu pflegen. Durch die in den USA vorherrschenden Dürreperioden und Waldbrände im Sommer, ist es schwer, über einen langen Zeitraum hinweg die stark schwankenden Preise für Wasser zu bestimmen. Durch Terminkontrakte soll die Kalkulation für Bauern einfacher ausfallen.

Wird Wasser durch Spekulationen unbezahlbar?

Dennoch bleibt die moralische Frage: Wasser als Ware an der Börse – werden für eine lebenswichtige Ressource Manipulation und Preisdruck nach oben Tür und Tor geöffnet ? Experten sehen genau darin die Gefahr. Wasserpreise könnten global ohne Einfluss von Bedürftigen entschieden werden – weil es ihnen finanziell nicht möglich ist, sich an dem Handel zu beteiligen. Rund 785 Millionen Menschen würde das laut Schätzungen der UNICEF betreffen. Spekulationen mit Wasseraktionen könnten ihre Situation verschlechtern.

Ein warnendes Beispiel ist die Lebensmittelkrise aus dem Jahr 2007. Damals trieben Hedgefonds jahrelang den Preis für Weizen und Sojabohnen nach oben und sorgten in ärmeren Ländern für Hungernot und sozialen Unruhen. Beim Wasser wurde daher vorgesorgt: Es wird nicht mit echtem Wasser gehandelt, um eine Knappheit durch einzelne Trader zu vermeiden. Neben dem Handel mit Wasser Futures gibt es auch Anlegemöglichkeiten, die nachhaltig investieren. Es gibt Wasser-Fonds, die in Wasserversorger, -aufbereiter investieren.

So können Unternehmen vor Ort Wasser sparen

Um die Wasserressourcen zu schützen, sind auch die Unternehmen gefragt. Die Bayerische als umweltbewusster Konzern hat bereits gehandelt. So haben sie beispielsweise auf lokales und nachhaltiges Wasser umgestellt. Dazu zählen Abfüllanlagen, die mit Ökostrom betrieben werden oder wassersparende Sanitäranlagen. Durch die Implementierung wassersparender Technik in der Küche, den Sanitäranlagen oder im Facility Service ist es Unternehmen möglich, einen Beitrag zu leisten und den Wasserverbrauch zu reduzieren.

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