Robert Lembke sagte einst: „Die größte Gefahr im Straßenverkehr sind Autos, die schneller fahren, als ihr Fahrer denken kann.“

Wie der bekannte bayerische Journalist und Fernsehmoderator hat sich wohl jeder Autofahrer schon einmal gefühlt. Und sich oft sogar gefragt, ob der ein oder andere Autofahrer überhaupt die Fähigkeiten zu denken besitzt. Wo die schlimmsten Autofahrer auf den Straßen ihr Unwesen treiben, darüber herrscht indes Uneinigkeit. Aufschluss gibt eine neue Statistik des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) zu den Regionalklassen 2020.

Kurzer Reminder

Jedes Jahr erstellt der GDV Regionalklassen, welche das Ergebnis der regionalen Unfallbilanz sind. Konkret heißt das: Je höher die Anzahl der Unfälle in einer Region, desto höher ist auch die Regionalklasse. Für die Haftpflichtversicherung ist die Schadenhäufigkeit in der Region, sowie die durchschnittliche Schadenhöhe relevant. Auf die Kaskoversicherung hingegen wirken sich Wildunfälle, Sturm-, Hagel-, und Hochwasserschäden, sowie Autodiebstähle ein.

 

Klassenprimus und Schlusslicht

Die niedrigste Schadenbilanz gibt es in der Uckermark (Kfz-Haftpflicht), Bamberg (Teilkasko) und Wesermarsch (Vollkasko). Die höchste Schadenbilanz hingegen haben Berlin (Kfz-Haftpflicht und Vollkasko) und der Bezirk Ostallgäu (Teilkasko). Das berichtet das VersicherungsJournal.

Doch leben in Berlin wirklich die schlechtesten Autofahrer? Das lässt sich so nicht sagen, denn durch die hohe Verkehrsdichte in Großstädten passieren mehr Unfälle. So haben Hamburg und München neben Berlin auch die höchste Kfz-Haftpflicht-Regionalklasse 12. Dass es auf dem Land etwas gemächlicher zugeht untermauert die PWK-Dichte, denn in Brandenburg kommen 1.210.000 PKWs auf eine Fläche von circa 29.500 Quadratmeter. In Berlin hingegen sind es ebenfalls in etwa 1.210.000 PKWs, welche sich allerdings auf einer Fläche von nur 891,8 Quadratmeter befinden.

Große Preisunterschiede

Durch die unterschiedlichen Regionalkassen lassen sich signifikante Unterschiede für die Versicherungsbeiträge feststellen. So zeigt eine Beispielrechnung eines bekannten Vergleichsportals, dass der Modellcharakter „junger Single“ für die Kfz-Haftpflichtversicherung in der Uckermark (niedrigste Regionalklasse) circa 192 Euro weniger bezahlen würde als in Berlin (höchste Regionalklasse). Noch größer ist der Unterschied bei der Vollkaskoversicherung: Zwischen der niedrigsten und der höchsten Regionalklasse liegt hier der Unterschied für den „jungen Single“ bei rund 224 Euro.

Lohnt sich der Wechsel?

Obwohl sich in den Regionalklassen 2020 für den Großteil der Versicherten nichts ändert, werden circa 5,1 Millionen Fahrer in eine bessere Versicherungsklasse eingestuft, während etwa 4,2 Millionen abgestuft werden. Insbesondere in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland gibt es einige Änderungen. Ein hilfreiches Tool, mit dem Vermittler und Kunden die Veränderungen der Regionalklassen je nach Bezirk suchen können, gibt es auf der Verbraucher-Website Die Versicherer finden. Ein guter Anhaltspunkt dafür, ob sich ein Wechsel der Versicherung lohnt.

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