Wer defensiv fährt, den belohnt das Leben – oder zumindest seine Kfz-Versicherung. Dafür sorgen die neuen Regionalklassen 2021. Welche Regionen schneiden hier am besten ab?

GDV ermittelt Regionalklassen 2021

Wie jedes Jahr untersucht der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die Schadensbilanzen in der Kfz-Haftpflichtversicherung der knapp 400 Zulassungsbezirke innerhalb Deutschlands. Auf dieser Berechnung fußt die Einteilung in die neuen Regionalklassen 2021, die im kommenden Jahr gelten sollen. Nach der neuen Regionalstatistik befinden sich etwa 4,5 Millionen Autofahrer in einer besseren Regionalklasse, während 4,8 Millionen Fahrer in eine für sie nachteilige Regionalklasse rutschen. Die Mehrheit, also knapp 32,4 Millionen Kfz-Haftpflichtversicherte, bleibt in derselben Regionalklasse. In der Kfz-Haftpflichtversicherung sind die Versicherungsleistungen für geschädigte Dritte nach Verkehrsunfällen der grundlegende Berechnungsfaktor.

Kasko-Versicherung schneidet besser ab

In der Kasko-Versicherung hingegen schnitten die Autofahrer besser ab. Während 3,4 Millionen Voll- oder Teilkaskoversicherte in eine bessere Einstufung rutschen, gelten für 3,2 Millionen Fahrer in Zukunft schlechtere Bedingungen. Hier kommen Faktoren wie Wildunfälle, Sturm-, Hagel- und Hochwasserschäden ins Spiel. Doch wo fahren die Deutschen “besser”?

Fährt der Norden besser?

Tendenziell schneiden die nördlichen Bundesländer besser ab als der Süden. Besonders gute Bilanzen erreichten Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen, berichtet der GDV. In den Großstädten und Teilen Bayerns dagegen gelten höhere Regionalklassen. Besonders gute Ergebnisse gab es in der Prignitz, wo die Schäden etwa 30 Prozent niedriger lagen als der Durchschnitt. Berlin schnitt dagegen am schlechtesten ab: Die Schäden in der Bundeshauptstadt fielen um ein Drittel höher aus als im Deutschland-Schnitt.

Mehr Unfälle in der Stadt

Die Statistik berechnet in der Haftpflichtversicherung zwar, wie viele Schäden in welchem Kreis vorkommen und wie teuer diese im Schnitt sind, berücksichtigt jedoch nicht, dass ein Kreis grundlegend eine andere Bevölkerungsstruktur haben kann. In Großstädten wie München und Berlin ist generell ein höheres Verkehrsaufkommen zu erwarten. Weiterhin wichtig ist die Verbreitung von PKW innerhalb der Städte. Ein Beispiel: Im Dezember 2018 konnte München einen Kfz-Bestand von insgesamt 832.524 Fahrzeugen aufweisen. Im Jahr 2018 registrierte die Polizei 46.408 Verkehrsunfälle. Die Stadt Köln (Haftpflicht-Klasse 11) wiederum berichtet von 476.270 zugelassenen PKW, laut der Polizei gab es im Stadtgebiet Köln 41.440 Unfälle. Und in Bremen (Haftpflicht-Klasse 7) waren es im Jahr 2019 knapp 292.000 PKW. Das bedeutet: Für die Versicherer ist damit zwar das Risiko besser ersichtlich, aber die Regionalklassen geben keinen Aufschluss darüber, ob eine bestimmte Region bessere Autofahrer beherbergt als andere.

Lohnt sich der Wechsel?

Je besser die Regionalklasse eines Kunden, umso eher kann sie sich positiv auf den Versicherungsbeitrag auswirken. Eine Aussage über die Entwicklung des gesamten Kfz-Versicherungsbeitrags ist dagegen nicht pauschal möglich. Die Versicherer stellen eine Übersicht zur Verfügung, mit der Kunden nach Eingabe ihrer Postleitzahl oder des Wohnorts ihre Regionalklasse ermitteln können. Für Vermittler und Kunde kann die neue Regionalklassenberechnung eine Chance sein, um den Versicherungsschutz zu prüfen und bei Bedarf über einen Wechsel zu reden.

Weitere Details zur Kfz-Versicherung der Bayerischen mit dem Dashcam-Bonus finden Interessierte auf unserem Blog.

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