Riester-Rente: alternativlos und reformfähig

Von |2017-03-31T15:32:23+02:0028. September 2016|Tags: , , , |

Eine lebhafte wie spannende Diskussion rund um die Riester-Rente erlebten rund 400 Versicherungsvermittler bei einer Podiumsdiskussion auf der Hauptstadtmesse der FondsFinanz am Dienstag in Berlin. Fazit der Runde: Die Riester-Rente bleibt alternativlos, sollte aber reformiert und weiter verbessert werden.

Dass Walter Riester selbst es sich nicht nehmen ließ, auf dem Podium dabei zu sein, war um so außergewöhnlicher, denn der ehemalige Arbeitsminister feierte am gleichen Tag seinen 73. Geburtstag. Im Namen der Bayerischen gratulierte Vorstand Martin Gräfer besonders herzlich und überreichte als regionales Präsent ein 1860er-Trikot mit Namenszug und der Rückennummer 03 – analog zum Jahr 2003, in dem die Riester-Rente startete. Das Auditorium unterstützte mit einem spontanen Geburtstagsständchen.

Walter Riester: „Zum Aus-der-Haut-Fahren“

Weniger Harmonie zeigten die Diskussionspartner in der Sache. Neben Riester und Gräfer sprachen Riester-Experte Joachim Haid und der Verbraucherschützer und Direktor des Instituts für Finanzdienstleistungen, Dirk Ulbricht – und das beileibe nicht ohne Emotion. „Es ist zum Aus-der-Haut-Fahren“, machte Walter Riester seinem Unmut über die aktuelle politische Debatte um die Altersvorsorge Luft. Und meinte damit die vielen unterschiedlichen Äußerungen der amtierenden Politiker, die sich teils auch in den Fraktionen nicht einig seien. Wenn die Rente zum Wahlkampfthema werde, diene das weder der Sache noch dem Wohl der Menschen, so der ehemalige Arbeitsminister. Ein Zusammenschnitt der knackigsten Aussagen sehen Sie in unserem Video:

 

Dirk Ulbricht: „Vertrieb kann die sozialen Probleme nicht lösen“

Auch Martin Gräfer forderte von der Politik eine klare Positionierung und den Verzicht auf Populismus. Lösungen für die private Altersvorsorge zu bieten, sei ein verantwortungsvoller sozialer Auftrag für die Versicherungswirtschaft. Eben aus diesem Grund engagiere sich die Bayerische auch in der Initiative „Pro Riester“ (www.prorister.de). Dirk Ulbricht indes machte gerade in diesem Punkt Kritik laut: „Mit Vertrieb können wir die sozialen Probleme nicht lösen. In der aktuellen Situation fallen 4 bis 6 Millionen Menschen schon jetzt durch das soziale Raster und können so auch keine gescheite Altersvorsorge aufbauen.“

Joachim Haid: Argumentationshilfen für Berater

Hilfestellung für die Berater im Publikum lieferten verschiedene Beispielrechnungen und fachliche Hintergründe von Joachim Haid, der sich klar für eine Fortführung und schrittweise Reform der Riester-Rente aussprach.

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Hier bloggt die News-Redaktion der Bayerischen zu allgemeinen und speziellen Themen rund um Versicherung, Finanzen und Vorsorge aber auch in eigener Sache. Wir wünschen eine spannende und frohe Lektüre!

Ein Kommentar

  1. […] und weitere Fragen rund um die private Altersvorsorge besprechen Walter Riester, Bundesminister a. D., unser Vorstand Martin Gräfer und Riester-Experte Joachim Haid im Rahmen […]

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