Das Leben trotz Rückschlägen meistern und das Beste daraus machen – einer, der wie kein anderer weiß, wie das geht, ist Samuel Koch. Der Markenbotschafter der Bayerischen ist zurück und trat bei der diesjährigen DKM auf (wir berichteten). Wir haben ihn gefragt, welche Ziele er verfolgt, wie er die Corona-Krise bisher erlebte und was er bis zum Jahreswechsel noch plant.

Redaktion: Herr Koch, Sie sind bereits seit mehr als zwei Jahren BU-Markenbotschafter der Bayerischen. Wie kam es überhaupt zu dieser Zusammenarbeit?

Samuel Koch: Während meiner Rehabilitationszeit – und auch danach – war ich viel in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Hospizen unterwegs. Immer wieder haben mich die Familien von frisch Querschnittsgelähmten kontaktiert, wollten Ratschläge und Hilfestellung. Dabei sind natürlich viele Bekanntschaften entstanden. Und ich habe mitbekommen, dass nach solchen Schicksalsschlägen ganze Familien in die Brüche gehen können. Unfallopfer können selbst daran kaputtgehen. Viele gehen einfach bankrott. Man rechnet gar nicht damit, wie viel man braucht. Darum habe ich die Anfrage gerne angenommen und bin jetzt hier.

Redaktion: Hatten Sie bereits davor mit der Bayerischen zu tun?

Samuel Koch: Nein.

“Lebensvermeidung durch Risikovermeidung ist auch nicht das Beste.”

Redaktion: Wie war Ihre Einstellung zu Versicherungen vor dem Einstieg als Markenbotschafter und hat sich diese verändert?

Samuel Koch

Samuel Koch: Vor meinem Unfall war ich relativ unbedarft. Ich hatte zwar ein kleines Unternehmen gegründet, noch während des Studiums in Hamburg, und habe bei verschiedenen Veranstaltungen Dienstleistungen angeboten. Ich wusste, ich bin „irgendwie“ versichert. Sonst habe ich da nicht weiter drüber nachgedacht. Nach meinem Unfall bin ich vielen Menschen begegnet und wurde für das Thema Versicherung sensibilisiert. Finde allerdings, man kann sich auch überversichern, es gibt ziemlich viel. Lebensvermeidung durch Risikovermeidung ist auch nicht unbedingt das Beste. Ein paar wenige Versicherungen sind allerdings sinnvoll.

Redaktion: Welche persönlichen Ziele verfolgen Sie als Markenbotschafter?

Samuel Koch: Ausgenommen, dass ich als Markenbotschafter als abschreckendes Beispiel auftrete, habe ich noch zweierlei Ziele: Zum einen – ganz unabhängig von einer Versicherung – zu sensibilisieren für das Leben! Nicht nur ausgehend von meinem Fall, sondern auch von den Begegnungen der sehr vielen Menschen, die ich aufgrund meiner Umstände kennengelernt habe, möchte ich etwas teilen. Und zwar – so mein Ziel – dass man die Kostbarkeiten dessen, was man hat, klarer vor Augen sieht. Zum anderen gibt es von vielen Möglichkeiten des reichhaltigen Versicherungsmarktes tatsächlich sinnvolle Versicherungen wie die BU.

Redaktion: Sowohl auf der digitalen DKM als auch bei „Artists against Corona“ ist Resilienz eines Ihrer Hauptthemen. Was ist Ihr Trick, um stets gelassen und positiv zu bleiben?

Samuel Koch: Corona ist hier ein gutes Stichwort. Ich bin davon überzeugt, dass jede Krise auch eine Chance ist. Es hat mich sehr beeindruckt, zu sehen, zu was wir imstande sind. Was wir geschafft haben, welche Opfer wir bereit waren zu geben. Der Mensch ist ein soziales Wesen. Wofür sonst lohnt sich das Leben außer für und mit anderen Menschen, ausgerichtet auf Familie und Gesellschaft. So haben wir uns seit Jahrtausenden entwickelt. Und das ist wohl die treffendste Antwort auf die Frage hier: Gelassenheit kommt auch aus der Erkenntnis, dass wir nicht allein sind. Vielleicht hatte ich darum die ganze Zeit über so ein komisches Vertrauen, dass schon alles gut wird. Trotzdem ist bei mir auch nicht immer alles gelassen und stetig positiv. Wenn mal das Gegenteil der Fall ist, halte ich an der Hoffnung fest, es geht wieder bergauf und ich versuche zufrieden zu sein, aber mich nicht zufrieden zu geben.

Redaktion: Nochmal zu Corona: Sie haben sich selbst kurzzeitig in Quarantäne befunden. Bedrückend oder eher keine große Sache?

Samuel Koch: Corona ist natürlich eine ernste Angelegenheit. Das will ich gar nicht kleinreden. Letztendlich waren es nur wenige Wochen, die ich da in Quarantäne musste, aber dann kommt es auch auf die Perspektive an. Ich war schon mal ein ganzes Jahr lang mehr oder weniger „isoliert“, lange Zeit davon mit einem Schlauch im Hals, der Kopf festgeschraubt. Vor diesem Hintergrund erscheinen einem zwei Wochen doch recht kurz. Ich weiß sehr gut, wie man eine solche Zeit produktiv nutzen kann.“

“Vermissen ist ein viel zu schwaches Wort. Wir leiden darunter, dass wir unsere Arbeit nicht machen können.”

Redaktion: Was vermissen Sie am meisten aus der „Zeit vor Corona“?

Samuel Koch: Da geht es mir wie den meisten anderen auch, dass ich das gesellschaftliche Leben vermisse, Kultur, Musikveranstaltungen, Konzerte und Theater. In meinem Fall und bei den meisten in meiner Branche ist „vermissen“ ein viel zu schwaches Wort. Wir leiden darunter, dass keine Veranstaltungen, Vorträge, Vorstellungen stattfinden, weil wir unsere Arbeit nicht machen können. Auf der anderen Seite – glaube ich – hatte ich noch nie seit 1992 so viel Zeit für Familie und Freunde und auch habe ich meine Frau noch nie so viel am Stück gesehen wie jetzt.

Redaktion: Ein kleiner Blick in die Zukunft: Was haben Sie in diesem Jahr noch auf dem Programm?

Samuel Koch: Mal sehen, wie lange die Wellenbrecherzeit noch dauert. Anstatt Vorstellungen am Nationaltheater Mannheim planen wir eine digitale Vorleseaktion. Vielleicht kann ich die Zeit nutzen, um eine Woche ins Schweigekloster zu gehen. Sonst hat man dazu eher keine Möglichkeit. Im Dezember planen wir eine Vereinsveranstaltung von „Samuel Koch und Freunde e.V.“. Ein Advents-Varieté-Benefitz-Abend, der ganz besonders schön wird, sofern wir dies unter Einhaltung der Hygienevorschriften durchführen dürfen. Es stehen noch ergänzende Drehtage für einen kleinen Film an. Eine Teampremiere eines anderen Films, ein digitales Adventsprogramm, bei dem ich mich beteilige. An Heiligabend ein Gottesdienst am Brandenburger Tor in Berlin, bei dem ich kurz zu Gast bin. Und zum Schluss fallen mir die beiden Dinge ein, die mich am meisten vereinnahmen werden. Am NTM gehen die Proben los für das Stück „Wunden“ – das wird harter Tobak, weil wir uns mit dem Nahostkonflikt zwischen Israel und Palästina anhand einer autobiographischen Geschichte beschäftigen. Und dann besuche ich eine Vorlesung und zwei spannende Seminare an der Universität Heidelberg, vermutlich auch digital, aber nicht weniger in Anspruch nehmend.

Weitere Informationen zur BU-Kampagne mit Samuel Koch finden Interessierte im AKS Kompetenz-Center.

Titelbild und Beitragsbilder: © die Bayerische