Es ist beinahe ironisch: Im Juli – dem Monat, der Jahr um Jahr die eigenen Temperaturrekorde zu knacken scheint – wird die Kleidung immer kürzer, die Strandfigur optisch relevanter. Und dennoch reiht sich gerade in dieser Zeit ein süßes Jubiläum an das nächste: am 7. Juli der Tag der Schokolade, am 19. der Tag der Eiscreme, und das Vanilleeis hat am 23. Juli sogar einen eigenen Ehrentag im Kalender stehen. So schmackhaft die Versuchung auch ist, wir fragen uns: Machen uns die Inhaltsstoffe wirklich glücklich oder auf lange Sicht nur krank?

Aus Mexiko in die Schweiz

Vor etwa 3.000 Jahren – lange bevor die Schokolade wie heute üblich verzehrt wurde – bereiteten die Olmeken ein Getränk aus den Samen der Kakaopflanze zu. Das Rezept der frühen mittelamerikanischen Hochkultur verzehrten folgend auch die Mayas sowie die Tolteken und schließlich Azteken. Die Mayas pressten bereits die Kakaobohne, um das noch bittere Getränk zu erzeugen. Die übermittelte Rezeptur tranken die Völker anlässlich traditioneller heiliger Rituale von Priestern oder Königen. Gleichzeitig galt die wertvolle Kakaobohne als Zahlungsmittel oder Opfergabe an die Götter.

1502 kam Christoph Kolumbus als erster Europäer mit der Frucht in Kontakt. Sie war ihm jedoch zu bitter, weshalb der Kakao erst 1528 – durch den spanische Konquistador Hernado Cortez – den Weg nach Europa fand. Der spanische Hof etablierte das Getränk durch die Zugabe von Zucker und weiteren Zutaten zur modischen Köstlichkeit, die sich von dort innerhalb Europas unter den Wohlhabenden verbreitete. In Folge machten sich in einigen europäischen Ländern Pioniere ans Werk, um die Schokoladen in einen festen Zustand zu bringen. Als eine der innovativsten Erfindungen gilt das Chonchierverfahren des Schweizers Rodolphe Lindt aus dem Jahre 1879.

Heiß auf Eis seit dem 13. Jahrhundert

Auch das Speiseeis hat eine lange Geschichte. So ist überliefert, dass bereits Alexander der Große in China Wassereis aus Gletscherschnee mit Zutaten wie Früchten, Honig oder Rosenwasser verzehrte. Auch Marco Polo beschrieb Ende des 13. Jahrhunderts die Herstellung durch Wasser und Salpeter. In Europa erfreut sich das Wassereis seit dem 16. Jahrhundert großer Beliebtheit. Die erste Eisdiele in Deutschland wurde mit dem Hamburger Alsterpavillion bereits 1799 gegründet. Durch den Krieg verlagerte sich der Eisverkauf jedoch überwiegend auf Eiswägen. Heutzutage ist der deutsche Eisklassiker Vanille. Doch auch hier ist der Kakao nicht weit. Die Sorte Schokolade rangiert auf dem zweiten Platz, in Amerika ist diese unbestritten der Eissorten-Liebling.

Schokolade macht glücklich

Eine mögliche Erklärung für den Hunger auf Schokolade und Kakao ist eine Studie aus dem Jahr 2006. Die Forscher Michael Macht und Dorothee Dettmer fanden heraus, dass ein Apfel ebenso wie Schokolade zwar die Laune hebt und das Hungergefühl löst, das befriedigende Gefühl jedoch bei den Schokoladen-Probandinnen länger anhielt. Stoffe wie Koffein, der berauschende Pflanzenstoff Theobromin oder ein Baustein des Glückshormons Serotonin sind zwar im Kakao enthalten, jedoch zu gering als Ursache für den Glückseffekt. Was ist also der tatsächliche Grund? Die hohe Energiedichte, die das Belohnungssystem im Gehirn aktiviert? Tatsächlich liegt der Unterschied zu anderen Snacks hauptsächlich im Genusserlebnis selbst:

“Die Sensorik spielt beim Schokoladeessen die wichtigste Rolle. Kakaobutter schmilzt bei Körpertemperatur. Sie lässt die Schokolade im Mund zergehen und hinterlässt ein angenehm volles Gefühl. Aromen reizen die Geruchszellen in der Nase und erzeugen einen intensiven Geschmack beim Kauen. Das erregt die Sinne so stark, dass positive Empfindungen entstehen”, erklärt Macht.

…und ist gut für die Figur?

Die amerikanische Forscherin Beatrice Golomb geht noch einen Schritt weiter. In ihrer Studie für die University of California und 1.000 Probanden behauptet sie, Schokoladenliebhaber seien sogar zwei bis drei Kilo schlanker als Menschen, die gänzlich auf die Süßigkeit verzichten. Dennoch stellt sie klar, dass es sich hierbei nicht um raue Mengen handelt, sondern lediglich einen kleinen, dennoch täglichen Genuss. Die Teilnehmer achteten zudem auf regelmäßige Bewegung. Weitere Ergebnisse der Studie belegen, dass Schokolade Entzündungshemmend wirkt, Stresshormone mindert und die Durchblutung des Hirns fördert. Das gelte besonders für die dunkleren, bittereren Sorten, die weniger Fett und Zucker enthielten.

Gesund genießen

Kakao, ob in Form einer Tafel Schokolade oder Eiskugel, darf also durchaus genossen oder wie im Juli gefeiert werden. Jedoch gilt: die Süßigkeit in Maßen, nicht in Massen verzehren, damit sie auch weiterhin für Glücksmomente und nicht gesundheitlichen Frust sorgt. Die richtige Vorsorge sowie ein gesunder Lebensstil sind zudem unumgänglich. Und auch den Zähnen schadet Schokolade bei einer richtigen Mundhygiene nicht. Um im Zweifelsfall vor Zahnschäden oder Karies gewappnet zu sein, empfiehlt sich der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung. Die Testsieger ZAHN Prestige sowie ZAHN Prestige Plus erhielten auch im Ranking 2020 das Prädikat “sehr gut”.

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