Trampolin, Puzzle oder Erotikprodukte. Auf was können die Deutschen in Zeiten des Lockdowns nicht verzichten? Wir lassen den Hype ums Klopapier hinter uns und werfen einen Blick auf die Einkaufslisten.

Kaufverhalten: Nachhaltige Veränderungen

Die „neue“ Realität ist langsam zum Alltag übergegangen. Leere Fußgängerzonen, geschlossene Einkaufszentren und Gastronomien sind Normalität. Das verändert auch das Kundenverhalten langfristig. Studien beispielsweise belegen, dass die Markenloyalität stark darunter gelitten hat. Denn wo Kunden früher nur ein Produkt einer bestimmten Marke bevorzugt haben, greifen sie seit dem Lockdown oft einfach zu einem noch verfügbaren Produkt. Der positive Erfahrungsschatz mit neuen Produkten, den Käufer zu Zeiten von leergefegten Regalen geschaffen haben, motiviert sie, neue Dinge auszuprobieren.

Im Gegensatz zur Markenloyalität stieg dafür die Treue zu regionalen und lokalen Anbietern. Käufer greifen mehreren Studien zufolge seit der Krise vorzugsweise zu Bio-Produkten und möchten dies auch künftig tun.

Auch der Onlinehandel stieg in der vergangenen Zeit. So konnte er im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs von 14,6 Prozent verzeichnen. Im Jahr 2020 erreichte der Online- und Versandhandel somit einen Bruttoumsatz von 94 Milliarden Euro.

Der Allrounder: Tomatenmark

Der klassische Inhalt einer Vorratskammer: Nudeln, Reis, Mehl, Kartoffeln, Zwiebeln und Tomatenmark. Letzteres hat es den Deutschen in der Coronakrise besonders angetan. Der Umsatz des Koch-Allrounders stieg laut Chip um ganze 30 Prozent an. Ein Grund dafür seien auch die geschlossenen Gastronomien. Aber auch Mehl konnte einen Zuwachs von über 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnen. Einen Blick auf den vergangenen März zeigt sogar eine Umsatzsteigerung von 50 Prozent.

Ich hab die Haare schön: Überraschendes Umsatzplus

Jeans, Shirt und Turnschuhe statt Businesshose, Hemd und Anzugschuhe. An den legeren Homeoffice-Look haben wir uns bereits gewöhnt. Die Haare, die wochenlang vor sich hinwuchsen, da Friseure geschlossen hatten, waren für den ein oder anderen dabei fast nicht zu ertragen. Oft wurde deshalb selbst zur Schere gegriffen oder Freunde und Familie mussten als Hausfriseur herhalten. Viele wagten sich dabei sogar an ein Färbemittel. Ihr Absatz stieg im vergangenen Jahr um durchschnittlich fast 40 Prozent an.

Hoch hinaus im Lockdown: Der sportliche Verkaufsschlager

Homeworkouts sind der – zugegeben erzwungenermaßen – neue Trendsport des Jahres. Die einen greifen zur Yogamatte, die anderen zum Spinning-Bike. Eine Vielzahl griff zu einem altbekannten Sportgerät aus Kindheitstagen: dem Trampolin. Das dynamische Gerät verzeichnete laut dem Shoppingportal vergleich.org einen Zuwachs von 382 Prozent in den vergangenen Monaten.

Der gesunde Trend hat positive Auswirkungen auf unseren Körper. Trampolinspringen ist nicht nur gut für die Fitness, sondern auch ein gelenkschonenderer Sport als zum Beispiel das Joggen. Wer Fett verbrennen möchte, der kann unterschiedlichen Trainingsprogramme absolvieren. Abwechselndes Springen und Laufen beispielsweise kurbelt den Stoffwechsel und damit die Fettverbrennung an.

Reizender Aufstieg: Erotikprodukte sind im Kommen

„Die Deutschen horten das Klopapier“, hieß es noch Anfang vergangenen Jahres, während andere Länder ganz andere Prioritäten setzen. In Spanien beispielsweise war Pasta Mangelware, die Italiener fanden dagegen leere Weinregale vor. Bei den Niederländern standen die Menschen vor den Coffeeshops Schlange, denn Marihuana stand hoch im Kurs, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtete.

Doch hinter dem Klopapier hüteten die Deutschen ein reizendes Geheimnis. Erotikprodukte erlebten einen Boom, was vermutlich nicht zuletzt an der gewonnenen Zeit zu Hause lag. Der Online-Versandhändler für Erotikspielzeuge Amorelie verzeichnete besonders bei Spielzeugen für Paare einen Zuwachs. Im November 2020 hatte das Unternehmen 60 Prozent mehr Bestellungen als noch im Juni und Juli 2020.

„Die Pandemie hat gezeigt, dass die Menschen die Gelegenheit genutzt haben, sich wieder intensiv mit dem eigenen Körper zu befassen, sich neu zu entdecken und der eigenen Sexualität hinzugeben.“ erklärt die Amorelie-Sprecherin rtl.de den Zuwachs

Die kleinen ganz groß: Der Lockdown Puzzle Trend

Neben Nahrungsmitteln, Kosmetikprodukten, Sportgeräten und Erotikspielzeug durfte sich auch die Spielwarenindustrie über einen Anstieg freuen. Viele haben das Puzzeln wieder für sich entdeckt. Ecke oder Kante, passend oder nicht, das Spiel, welches wir aus Kindheitstagen kennen, lässt einem die Sorgen im Lockdown bald vergessen. Laut dem Marktforschungsinstitut NPD stieg das Geschäft mit den Puzzleteilchen im Jahr 2020 um 20 Prozent an.

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