Am 10. Oktober ist der internationale „Tag der psychisch kranken Menschen“. Das Datum macht aufmerksam auf ein Leiden, das kein vorübergehender Zustand, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung ist. Psychische Erkrankungen reichen sogar so weit, dass sie laut dem Analysehaus Morgen & Morgen auf Platz eins der Gründe für eine Berufsunfähigkeit liegen. Noch vor Krebs oder Unfällen. Im Vergleich: Vor zehn Jahren belegten Nervenkrankheiten nur 20 Prozent der Statistik. Doch wie entstehen die Krankheiten überhaupt? Wen betreffen sie? Und wie lässt sich für den Ernstfall vorsorgen?

Veränderte Wahrnehmung

Sachlich betrachtet sind psychische Erkrankungen erhebliche Veränderungen in Denken, Fühlen oder Bedürfnissen einer Person. Oft abweichend zur Realität. Die Differenz kann im Umfeld auf Unverständnis stoßen. Allerdings: Psychische Krankheiten sind ernst zu nehmen. Erst recht, da sie sich über verschiedenste Bereiche erstrecken und beinahe jeden betreffen können. Statistisch erleidet jeder dritte Mensch einmal im Leben eine psychische Erkrankung. Beispiele psychischer Erkrankungen sind laut Psychenet:

  • Depressionen
  • Somatoforme Störungen (körperliche Beschwerden hervorgerufen durch die Psyche)
  • Psychosen
  • Magersucht
  • Bulimie
  • Bipolare Störungen
  • Panik und Agoraphobie
  • Soziale Phobie
  • Generalisierte Angststörungen
  • Demenz
  • Posttraumatische Belastungsstörungen

Die Seele kann in vielen Facetten Trauer tragen

Es gibt keine gesellschaftliche oder demografische Gruppierung, die vor psychischen Erkrankungen gefeit ist. Bulimie und Magersucht beispielsweise betreffen überwiegend Frauen im Jugendalter zwischen 14 und 18 Jahren. Betroffen ist etwa eine von 100 Personen. Demenz hingegen betrifft häufig ältere Leute ab etwa 50 Jahren. Weltweit könnten laut der Alzheimer Forschung bis 2050 etwa 131,5 Millionen Menschen an der häufigsten Demenzkrankheit Alzheimer erkrankt sein. Während Sonderformen wie postnatale Depressionen beispielsweise Mütter betreffen, haben andererseits Soldaten des Weiteren häufig mit posttraumatischen Belastungsstörungen zu kämpfen.

Die häufigste aller psychischen Krankheiten: Depression. Einen schlechten Tag haben und nicht richtig aus dem Bett zu kommen, dass kennt wohl jeder. Durchlebt ein Mensch diesen antriebs- und freudlosen Zustand über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen, sprechen Mediziner von einer Depression. Unterschieden wird je nach Schwere zwischen einer leichten bis chronischen Erkrankung. Betroffen sind etwa 16 bis 20 aus 100 Menschen im Laufe ihres Lebens. Häufig zählen zu den Erkrankten Frauen oder Patienten mit körperlichen Erkrankungen wie beispielsweise Krebs.

Häufig unterschätzt: Bipolare Störungen. Im Gegensatz zu den rein depressiven Erkrankungen sind Frauen und Männer gleich häufig betroffen. Häufig liegen bei Betroffenen begleitend weitere Erkrankungen wie zum Beispiel Angst-, Zwangs- und Suchterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen oder das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS), vor. Erkrankte schwanken hier unkontrolliert zwischen extremen Launen.

Branchenübergreifend Tendenz steigend

Die Ursache für psychische Erkrankungen kann vielerlei Gründe haben. Der häufigste Faktor sind bei Berufstätigen andauernder Stress. Wie die Bayerische berichtet, war 2018 durchschnittlich jeder Arbeitnehmer fast 2,8 Tage auf Grund psychischer Probleme krankgeschrieben. Der DAK „Psychoreport 2019“ wertete Versichertendaten seit 1997 aus. Jeder 18. Arbeitnehmer, konkret rund 2,2 Millionen abhängig Beschäftigte, 2018 aufgrund einer psychischen Erkrankung nicht arbeiten gehen. Im Schnitt entfielen allein letztes Jahr auf je 100 gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmer durchschnittlich 236 Krankheitstage wegen eines psychischen Leidens. Im Jahr zuvor waren es sogar 250 Arbeitsunfähigkeitstage. Der Wert von vor rund 20 Jahren hat sich damit verdreifacht.

Betroffen sind die verschiedensten Branchen. Die meisten Fehltage (358) wies die „Öffentliche Verwaltung“ auf. Gefolgt vom „Gesundheitswesen“ (321 Tage) und „Verkehr, Lagerei und Kurierdienste“ mit 246 Krankentagen je 100 GKV-Versicherte. Unter dem Gesamtdurchschnitt liegen die Branchen: Branchen: „Bildung, Kultur, Medien“ (228), „Banken und Versicherungen“ (221), „Organisationen und Verbände“ (199), „Datenverarbeitung und Informations-Dienstleistungen“ (195) sowie „Nahrungs- und Genussmittel“ mit 174 Krankentagen. Ergänzt man Burnouts, die nicht als psychische Störung gelten, entfielen zusätzliche 5,3 Fehltage pro 100 GKV-Versicherte im Jahr 2018.

Unverhofft kommt oft

Mentale Störungen lassen sich bei Früherkennung gut medikamentös sowie psychotherapeutisch behandeln. Ein Hilfegesuch und der Gang zum Arzt sind daher entscheidend. Ebenfalls wichtig: die richtige Absicherung. Gerade hinsichtlich der Berufsunfähigkeit steigen die Zahlen laut Morgen & Morgen auf Grund psychischer Erkrankungen in den kommenden Jahren. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist für eine ausreichende Vorsorge daher unumgänglich. Die Bayerische bietet hier für Interessierte unter anderem einen BU young Tarif, für junge Berufstätige, um rechtzeitig vorzusorgen. Für das Risiko einer Demenzerkrankung empfiehlt sich hingegen die frühzeitige Auseinandersetzung mit einer Pflegeversicherung, um auch ohne Erinnerung selbstbestimmt leben zu können und Angehörige – auch finanziell – zu entlasten.

Titelbild: © AungMyo