„Weihnachten ist mitnichten gut für Tannen oder Fichten“ – Klaus Klages (Abreiskalenderverleger)

Für viele gehört das traditionelle Schmücken des Christbaums an Heiligabend dazu. Der Tannenbaum galt aber lange als Nebenprodukt der Forstwirtschaft. Denn Christbäume in heimischen Wäldern zu schlagen und so schwache Pflanzen aus dem Jungbestand zu nehmen, diente der Waldpflege. Doch diese Zeiten sind vorbei.

Rund 30 Millionen Christbäume werden laut dem Hauptverband deutscher Holzindustrie in Deutschland jedes Jahr verkauft. Die hohe Nachfrage an tiefgrünen und besonders dichten Christbäumen verlangt einen gesonderten Anbau in Kulturen, Dünger und eine Menge Pflege. Hinzu kommt der Transport aus Polen, Norwegen oder Finnland per LKW. Die Ökobilanz der Christbäume? Eher schlecht. Doch welche nachhaltigen Alternativen gibt es?

Bio auch beim Tannenbaum

„Drauß vom Walde komm ich her“ – oder auch nicht! Laut der Umweltorganisation Robin Wood kommen lediglich 15 Prozent der Christbäume aus Waldbetrieben. Die meisten werden auf Tannenbaum-Plantagen gezüchtet, gedüngt und mit Pesitiziden behandelt. Nicht nur für den Boden, Gewässer und Tiere eine besondere Belastung, sondern auch für den Menschen, der sich den Baum ins Wohnzimmer stellt.

Eine Alternative: Der Bio-Christbaum. Besonders leicht zu finden und inzwischen fast überall erhältlich, ist der Bio-Christbaum ohne Dünger oder Pestizide „groß geworden“. Interessierte sollten beim Kauf jedoch auf die Zertifizierung achten. Denn Bio ist nicht gleich Bio. Siegel wie Naturland, Bioland oder das offizielle FSC-Prüfsiegel (Forest Stewardship Council) zeigen den Anbau nach biologischen Kriterien an. So kommt Ihr zur beliebten Nordmanntanne – umweltschonend und nachhaltig.

Fair Trees

Stichwort: Nordmanntanne. Drei Viertel der Christbäume in Deutschland sind Nordmanntannen. Trotz des skandinavisch anmutenden Namens kommen die meisten von ihnen nicht aus dem Norden, sondern fast immer von der östlichen Grenze Europas. Zum Beispiel aus Georgien. Die Samen für die Bäume werden von georgischen Bauern durch das Zupfen von Tannenzapfen gewonnen – in 30 bis 40 Metern Höhe. Das macht den Job insgesamt nicht nur gefährlich, der Lohn dafür ist in den meisten Fällen sehr gering.

Fairtrade Tannenbäume, wie beispielsweise die von Fair Trees, sind eine gute Alternative, um gegen die schlechten Arbeitsbedingungen und fehlende finanzielle Absicherungen vorzugehen. Ähnliche Einrichtungen gibt es auch in Deutschland.

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Durchschnittlich benötigen auch kleine Tannenbäume bis einen Meter einen Wachstumszeitraum von vier bis fünf Jahren. Werden sie gefällt und im heimischen Wohnzimmer aufgestellt, trockenen sie nach zwei Wochen aus. Und landen in der Regel auf dem Wertstoffhof.

Eine Alternative sind Christbäume im Topf. Die gibt es nämlich sogar zum Leihen – inklusive Hin- und Rücktransport. Die Bäume werden nach „getaner Arbeit“ als Christbaum wieder der Natur zurückgeführt, draußen eingepflanzt und erst im nächsten Jahr wieder in Töpfe umgesteckt. So überleben sie mehrere Weihnachten und müssen nicht auf den Müll. Im Internet finden Sie viele solcher Mietbäume-Anbieter.

Plastikfreier Weihnachtsschmuck

Egal ob Lametta, Kugeln oder Lichterketten, sie alle haben eins gemeinsam: Plastik. Neben der Herkunft des Christbaums sollten Sie also auch beim Weihnachtsschmuck auf Nachhaltigkeit achten. Statt die üblichen Plastikkugeln bieten sich natürliche Materialen wie Nüsse, Obst, Holz, Tannenzapfen oder Stoffbänder aus Baumwolle an. Aber auch viele Figuren auf dem Weihnachtsmarkt werden mittlerweile aus Recyclingpapier, Filz oder Stroh hergestellt und können nach Belieben verwendet werden. Oder wie wäre es einfach mit Tannenbaum-Schmuck selbst basteln?

Nachhaltiger Baum und dann?

Auch nach Weihnachten ist die Wald- und Forstwirtschaft mit großen globalen Problemen konfrontiert. Das Waldsterben gewinnt durch die landwirtschaftliche Nutzung und den Klimawandel an Brisanz. Pangaea Life unterstützt deshalb mit einer Kooperation mit WeForest weltweite Projekte im Kampf gegen Waldrodung. Mit jedem neuen Vertrag für eine nachhaltige Geldanlage der Pangaea Life spendet die Bayerische ein neu gepflanzten Baum. Mehr dazu erfahren Vermittler und Interessierte auf unserem Blog.

Weitere Tipps zum Thema nachhaltige Weihnachten gibt es in unseren Artikeln. Hier berichten wir, wie gerade zu Weihnachten Geschenke nachhaltig verpackt werden können. Und wer noch auf der Suche nach einer Geschenkidee ist, findet in diesem Beitrag nachhaltige Ideen.

Titelbild: © sergofan2015 / stock.adobe.com