Grüne Versicherungs- und Finanzprodukte werden immer mehr ein Thema in der Branche. Mehr und mehr Anbieter entwickeln entsprechende Produktlinien. Aber auch immer mehr Vermittler positionieren sich offen mit solchen Produkten.

So jüngst auch die Finanzberatung Bierl aus Kirchenrohrbach. In einem Facebook Post kündigten die Brüder die Erweiterung ihres Portfolios an.

Wir wollten wissen, warum die Versicherungs- und Finanzprofis unter anderem auf Pangaea Life setzen und wie sie selbst zum Thema Nachhaltigkeit stehen. Einer der beiden Geschäftsführer, Tobias Bierl, stand uns Rede und Antwort.

umdenken.co: Herr Bierl, Sie haben vor wenigen Tagen angekündigt, im Bereich Altersvorsorge ihr Portfolio von nachhaltigen Lösungen zu erweitern. Ist das heutzutage aus Ihrer Sicht unverzichtbar?

Tobias Bierl: Nein, soweit würden wir jetzt auf keinen Fall gehen – alternativlos sind nur sehr wenige Dinge im Leben. Man kann seine persönliche Altersvorsorge natürlich durchaus ohne „grüne“ Anlage betreiben.

Für uns ist es eher ein Mosaikstein in einer umfangreichen Beratung zum Thema Altersvorsorge und Vermögensaufbau. Wir möchten sämtlichen Interessensgruppen eine passende Lösung am Markt bieten. Auch den Personen, die gerne eine nachhaltige Altersvorsorge betreiben möchten, auch fernab von sinnvollsten Investments in Aktienfonds und ETFs. Für die eine Person kann es passen, jemand anderes kann wiederum gut darauf verzichten. Wir merken aber natürlich schon eine vermehrte Nachfrage nach nachhaltigen Produkten. Dort möchten wir eine saubere und gute Lösung bieten können. 

umdenken.co: Ihre Einschätzung: Wird dieses Segment in absehbarer Zukunft zulegen?

Tobias Bierl: Hier sind wir sicherlich keine Propheten, wenn wir behaupten, dass die Nachfrage in diesem Segment weiter steigen werde. Die gesellschaftliche Wahrnehmung zum Thema Klimawandel und Nachhaltigkeit dürfte ja jedem Leser bekannt sein. In vielen anderen Bereichen des Lebens nimmt die ökologische und soziale Betrachtung einen immer größeren Stellenwert ein. Sei es im Bereich der Mobilität, dem Umgang mit Alltagsgegenständen wie beispielsweise Plastik oder dem nachhaltigen Bewusstsein bei der täglichen Nahrungsaufnahme. Warum sollte die persönliche Altersvorsorge davor halt machen?

umdenken.co: Gibt es aus Ihrer Perspektive eine spezielle Zielgruppe für nachhaltige Altersvorsorge? Wie ist die Nachfragesituation Ihrer Erfahrung nach?

Tobias Bierl: Die Investmentrente der Pangaea Life haben wir erst vor wenigen Wochen in unser Portfolio aufgenommen und somit fällt eine Betrachtungsweise noch zu kurz aus. Zudem haben wir das Produkt auch noch nicht wirklich beworben.

Wenn wir aber grundsätzlich ein Produkt aufnehmen in unser Altersvorsorgespektrum, dann sind wir definitiv davon überzeugt, dass es eine gewisse Nachfragesituation gibt.

Die Zielgruppe ist aber sicherlich sehr breit gefächert – dies sieht man ja derzeit am gesellschaftlichen Konsens, welche sich für Umwelt- und Klimaschutz stark machen. Wir denken, dass dieses Angebot besonders auch bei jungen Gutverdienern gut ankommen wird, die neben einem breit gefächerten Ansparplan in Investmentfonds und ETF-Lösungen noch etwas „anderes“ in Ihrer persönlichen Altersvorsorge haben möchten. Da die Investmentrente schon ab 25 Euro monatlich möglich wäre, dürfte es aber auch für den „Kleinsparer“ in Frage kommen.

 

„Wir denken, dass dieses Angebot besonders auch bei jungen Gutverdienern gut ankommen wird, die neben einem breit gefächerten Ansparplan in Investmentfonds und ETF-Lösungen noch etwas „anderes“ in ihrer persönlichen Altersvorsorge haben möchten.“

umdenken.co: Was unterscheidet Pangaea Life aus Ihrer Sicht vom bereits bestehenden Angebot am Markt?

Tobias Bierl: Hier heben wir vor allem zwei Punkte hervor. Erstens: Anders, als bei alteingesessenen und konventionellen Anbietern hat Pangaea Life keine „Altlasten“ und ist durch und durch ein nachhaltiger Versicherer seit Gründung. Es ist somit nicht so, dass die große und bekannte „Pfefferminzia Versicherung“ einfach eine Produktlinie neu auflegt und sich einen nachhaltigen Anstrich gibt. Dieser ist in der DNA nach unserem Verständnis bei Pangaea Life schon seit „Geburt“ des Unternehmens gegeben.

„Für den Einzelsparer wäre dies im Normalfall nicht zu stemmen.“

Zweitens: Die Investition des Anlagevermögens findet nicht in Aktien und Aktienfonds statt, welche hoffentlich mehr oder minder nachhaltig handeln. Sondern das Geld fließt direkt in projektbezogene Sachwertanlagen wie Windparks, einem Kleinkraftwasserwerk oder eine großen Photovoltaikanlage. Für den Einzelsparer wäre dies im Normalfall nicht zu stemmen. Im Zuge einer großen Gemeinschaft hingegen, kann man sich somit schon mit einem geringen monatlichen Beitrag direkt an nachhaltigen Sachwertenanlagen beteiligen.

Wir finden somit, dass dies eine gute Ergänzung zu einem breit gefächerten ETF und Investmentfondsportfolio darstellt. Egal ob im Versicherungsmantel oder einem Depot. Klar ist aber auch, dass es in den Investitionsobjekte natürlich auch Risiken gibt – selbst von politischer Seite könnte hier auch etwas Druck kommen. Darum wäre es uns wichtig, dass die Pangaea Life Investmentrente nur einen Baustein der Altersvorsorge darstellt.

umdenken.co: Heutzutage wird viel über Verantwortung geredet. Ist das Angebot nachhaltiger Vorsorgelösungen ein Stück weit die ökologische Verantwortung der Vermittler?

Tobias Bierl: Hier sind wir eher der Meinung, dass sich die mediale Hysterie etwas überschlägt. Wir sind ein familiengeführtes Unternehmen, welches natürlich schon immer weitreichend und nachhaltig denkt. Auch schon in Zeiten, wo es diesen Hype noch nicht gab. Für uns gehört es zum Selbstverständnis, seinen Müll zum nächsten Abfalleimer oder zum Wertstoffhof zu bringen, als einer der ersten im Ort auf eine Photovoltaikanlage gesetzt zu haben, eine Stofftasche statt einer Plastiktüte im Einkauf zu verwenden oder auch mal gerne die Bahn zu nutzen statt mit dem Auto zu fahren.

„Wir sind ein familiengeführtes Unternehmen, welches natürlich schon immer weitreichend und nachhaltig denkt. Auch schon in Zeiten, wo es diesen Hype noch nicht gab.“

Jetzt haben wir aber die Möglichkeit, dass wir in unserer tagtäglichen Arbeit auch direkt nachhaltige Versicherungslösungen können. Auch im Sachbereich. Wir werden aber sicherlich unsere Interessenten und Kunden nicht bevormunden, sondern nur eine weitere, gegebenenfalls passende Lösung anbieten können. 

umdenken.co: Herr Bierl, vielen Dank für diesen Einblick.

Tobias Bierl: Sehr gerne, jederzeit wieder.

Titelbild: ©Tobias Bierl/Finanzberatung Bierl