Seit dem 13. Dezember steht fest: Silvester wird in diesem Jahr anders gefeiert. Das übliche Feuerwerk fällt aus. So will es die Bundesregierung. Was dem ein oder anderen missfallen mag, freut Umweltorganisationen umso mehr. Sie fordern schon lange neue Richtlinien, damit das neue Jahr auch umweltfreundlich begrüßt werden kann.

Medizinische Versorgung an Silvester auf Hochkonjunktur

Am Silvester- und Neujahrstag besteht nun endgültig ein bundesweites An- und Versammlungsverbot. Das beschlossen Bund und Länder am 13. Dezember. Auch der Verkauf von Pyrotechnik, also Feuerwerkskörpern, ist generell verboten. Einige Geschäfte hatten sich solidarisch gezeigt und bereits vor dem Beschluss angekündigt, entsprechende Produkte in diesem Jahr nicht ins Sortiment nehmen. Der Hauptgrund für den Beschluss: Krankenhäuser, die auf Grund der Covid-19-Pandemie bereits unter enormem Druck stehen, sollen nicht noch zusätzlich belastet werden.

Der Silvesterabend fiele hier durchaus ins Gewicht. Knalltrauma, abgesprengte Finger, Brandwunden und alkoholbedingte Verletzungen bescheren Krankenhäusern jährlich den größten Andrang des Jahres, berichtet die WELT. Fachgesellschaften zufolge ereignen sich in der Silvesternacht jährlich rund 50 bis 60 Fälle schwerer Handverletzungen. Dennoch hat schon so manch einer das Schlupfloch in der Regelung gefunden. Da manche Bundesländer Feuerwerk auf dem eigenen Grundstück erlauben und lediglich auf öffentlichen Plätzen verbieten, herrscht vor Läden über der polnischen Grenze Hochkonjunktur.

Zwei Prozent Feinstaubbelastung des Gesamtjahres

Trotz so manch vermeintlichem Regelbrecher kommt die vorübergehende Bestimmung, Feuerwerk größtenteils komplett zu verbieten, nicht nur dem Gesundheitssystem zu Gute. Auch das Klima profitiert. Wie das Umweltbundesamt berichtet, setzt das Abbrennen von Feuerwerkskörpern  jährlich rund 2.050 Tonnen Feinstaub frei.

Diese Menge – fast ausschließlich in der Silvesternacht freigesetzt – entspricht in etwa zwei Prozent der insgesamt freigesetzten Feinstaubmenge in Deutschland pro Jahr. So zeigen Auswertungen, dass am ersten Tag des neuen Jahres die Luftbelastung mit gesundheitsgefährdendem Feinstaub vielerorts so hoch ist wie sonst im ganzen Jahr nicht. Tatsächlich schätzt das Amt den Realwert der Emissionen sogar noch höher ein. Der Grund auch hier: Feuerwerksimporte. Berücksichtigt wurde lediglich der Feuerwerksverkauf innerhalb Deutschlands.

Brandgefährliche Lärmbelästigung von Tieren

Eine unmittelbare Auswirkung der Silvesternacht bekommen vor allem Haustierhalter zu spüren. Aber nicht nur für Hund und Katze ist es ein stressiges Ereignis. Während sich diese im vertrauten Zuhause einen Rückzugsort suchen können, sind Wildtiere den Auswirkungen des Feuerwerks schutzlos ausgesetzt. Der Tierschutzorganisation PETA zufolge führt der andauernde Stress durch grelles Licht, laute Explosionen, aber auch den beißenden Geruch im schlimmsten Fall zum Tod.

Gerade in Großstädte sind zudem Vögel der Silvesternacht schutzlos ausgeliefert. Um dem Feuerwerk in üblicher Flughöhe zu entkommen, fliegen sie zum Teil in Höhen, die weit über den Energieverbrauch hinausgehen. Sie sterben in Folge oft an Erschöpfung. Ein weiteres Szenario: Vögel können durch die Explosionen der Feuerwerkskörper ein Knalltrauma erleiden. Der den Gehörverlust macht Vögel flugunfähig und führt ebenfalls zum Tod der Tiere. Zuletzt gibt es noch den Extremfall: die oft unterschätzte Brandgefahr. So kam es in der Silvesternacht 2019 im Krefelder Zoo zu einem Brand, entfacht durch einen Feuerwerkskörper. Die tragische Folge: dutzende Tiere kamen ums Leben.

Nicht alles Gute kommt von oben

Zu guter Letzt stellt sich die Frage, wo all der Müll landet, der an Silvester in den Himmel geschossen wird. Laut dem Verband kommunaler Unternehmen e.V. sin am 1. Januar in den fünf größten deutschen Städten (Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt am Main) über 1.100 Mitarbeiter im Einsatz, um rund 200 Tonnen Silvesterabfall zu beseitigen. Ein Müllberg, in den Deutsche jährlich zwischen 100 und 150 Millionen Euro investieren.

In diesem Jahr macht nun der ein oder andere unfreiwillige Sparmaßnahmen. Oder eben auch einen Anfang. Warum nicht anstatt in Feuerwerk in Nachhaltigkeit investieren? Der zertifizierte Klimaschützer Pangaea Life bietet die Möglichkeit nachhaltiger Investments. Mit Wind-, Wasser-, und Solarenergie erwirtschaften die Fonds jährlich 910.000 Megawattstunden. Die jährliche CO2-Ersparnis von mehr als 170.000 Tonnen entspricht dabei den Emissionen von 100.000 PKW. Weitere Informationen finden Interessierte auf der Website.

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