Die Stimmung war ernst, als die Vertreter der Forschungsgruppen des Weltklimarats, beziehungsweise des International Panel on Climate Change (IPCC) am Donnerstag vor die Presse traten.

Denn der Sonderbericht zu Klimawandel und Land (SRCCL), an dem über 107 Wissenschaftler aus 52 Ländern zwei Jahre gearbeitet hatten, hat es in sich. Eine bemerkenswerte Randnotiz: Es ist der erste IPCC Bericht, an dem zu mehr als 50 Prozent Autoren aus Entwicklungsländern beteiligt waren. Die deutlichste Erkenntnis des Berichts: Wenn die Menschheit nichts gegen den Klimawandel tut, wird er in einer katastrophalen Welthungerkrise münden. Denn insbesondere die Landwirtschaft wird unter dem Temperaturanstieg und der Klimaveränderung leiden.

Es wird warm

Wenn die Menschheit sich weiterhin so verhalte, wie bisher, steuere sie „auf drei bis fünf Grad Temperatursteigerung bis Ende des Jahrhunderts zu“, weiß Klimaforscher Alexander Popp. Er arbeitet am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und ist einer der Autoren des Sonderberichts. Das sei mit einer deutlichen Zunahme extremer Wetterereignisse wie Dürreperioden oder extremen Niederschlägen verbunden, erklärt er im Tagesschau-Interview. Gift für die Landwirtschaft.

Bereits heute sind 820 Millionen Menschen weltweit unterernährt. Gleichzeitig schmeißen die Menschen 25 bis 30 Prozent aller produzierten Lebensmittel weg. Ein großes Problem ist der stark gestiegene Fleischkonsum, so ZEIT ONLINE. Schon jetzt dient 80 Prozent der agrarwirtschaftlichen Nutzfläche der Tierzucht- und Haltung. Tierische Landwirtschaft ist gleich mehrfach klimaschädlich. Zum einen durch die anhaltende Abnutzung und Abholzung von Regenwaldgebieten – zum anderen durch die Treibhausgasemissionen der Tiere, monieren die Forscher im Weltklimarat Sonderbericht.

Alle müssen anpacken!

Trotzdem ist Landnutzung eine Stellschraube, die nur bedingt verstellt werden kann. Das geht ebenfalls aus dem Bericht hervor. Denn eine wachsende Weltbevölkerung benötigt auch weiterhin viel Ackerland. Die Autoren des Sonderberichts heben deshalb hervor, dass nicht allein die Landwirtschaft im Fokus der politischen Bemühungen stehen könne. Viel mehr seien sämtliche wirtschaftliche Bereiche gefragt, ihren Teil zu der Erreichung der Klimaziele beizutragen.

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