In Deutschland leben Stand Juli 2019 über 45 Millionen Erwerbstätige. Das sind mehr als jemals zuvor.

Zum Vergleich: Laut Zahlen des GDV verfügen rund 4,5 Millionen Menschen hierzulande über eine Hauptversicherung gegen Berufsunfähigkeit. Etwa 12 Millionen haben eine Zusatzversicherung abgeschlossen. Damit verfügen 30 Prozent der deutschen Haushalte über eine Berufsunfähigkeitsabsicherung.

Chancenungleichheit

Doch statt einer wachsenden Durchdringung stagnieren die Zahlen. Das hat eine Vielzahl an Gründen. Der mutmaßlich Wichtigste: Viele potenzielle Interessenten bekommen keinen oder nur schwierig zu bezahlenden Schutz durch eine BU. Das liegt zumeist an der konkreten beruflichen Tätigkeit oder an einer Vorerkrankung. Gerade bei körperlich Tätigen ist die Durchdringung mit 20 Prozent nur unterdurchschnittlich.

20 Millionen Menschen schwer versicherbar?

Von den 45 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland gehen neun Prozent schwerer körperlicher Arbeit nach. Weitere 36 Prozent üben „mäßig körperlich anstrengende“ Berufe aus. Das geht aus einer Untersuchung des Robert Koch-Instituts hervor. Das heißt im Klartext: Mehr als 20 Millionen Menschen in Deutschland sind nur schwer mit einer BU versicherbar.

„Gerade diese Zielgruppen haben ja den Bedarf.“ Maximilian Buddecke, Vorstände die Bayerische ProKunde AG 

Unter ihnen Handwerker, Erzieher, Pflegekräfte, Köche und viele mehr. Durch die Grundfähigkeiten-Versicherung und ihr Leistungsversprechen bekommen diese Berufsgruppen eine neue Chance auf Absicherung.

Füttern, Waschen, Kümmern

Beispielsweise die rund 1,1 Millionen Menschen, die in Deutschland bei Pflegediensten und in Pflegeheimen arbeiten. Über 85 Prozent davon sind weiblich und beinahe drei Viertel in Teilzeit. Den Löwenanteil, mehr als die Hälfte, bilden die Kranken- und Altenpfleger. Beim Einkommen herrschen große regionale Unterschiede, wie aktuelle Zahlen zeigen: Während Pflegekräfte in Sachsen-Anhalt 1.985 Euro verdienen, bekommen die Fachkräfte in der Altenpflege in Baden-Württemberg bis zu 2.937 Euro. Aber ganz egal wie viel sie verdienen, leisten sie alle einen wertvollen Dienst für die Gesellschaft und die Menschen, die Hilfe am dringendsten benötigen. Detaillierte Informationen zur Zielgruppe Pflegekräfte und der passenden Absicherung haben wir für Vermittler in diesem Beitrag aufbereitet.

Sägen, Schleifen, Bauen

Laut Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) gibt es etwa eine Millionen Handwerksbetriebe in Deutschland. Circa 5,5 Millionen Menschen sind dort angestellt, davon 365.000 Lehrlinge. Auch für sie bieten sich mit der Grundfähigkeiten-Versicherung neue Möglichkeiten. Aufgrund der teils extrem hohen Prämien im Bereich BU eine dringend nötige Alternative. Mehr zu der Zielgruppe Handwerker und der Grundfähigkeiten-Versicherung haben wir in diesem Beitrag zusammengefasst.

Diese beiden Zielgruppen sind aber nur exemplarisch. Was für sie gilt, gilt für viele weitere körperlich anspruchsvolle Berufe auch. Hier auf dem Blog haben wir unter anderem zu Köchen, Erziehern und Fitnesstrainern Zielgruppen-Portraits für Vermittler erstellt. Dort gibt es zahlreiche wissenswerte Informationen, die die Ansprache der Kundengruppen erleichtern.

Kreative und Künstler

Auch für sie gilt traditionell, dass sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung nur schwer bekommen. Gerade bei künstlerischen Berufen ist die Frage, welcher Beruf überhaupt versichert wird, problematisch. Bildhauer, Maler, Schauspieler oder doch Sänger? Viele Kunstschaffende sitzen naturgemäß zwischen den Stühlen. Kein Wunder: So soll bereits Vincent van Gogh gesagt haben, er „kenne noch keine bessere Definition von Kunst als diese: Die Kunst, das ist der Mensch hinzugefügt zur Natur, die er entbindet, die Wirklichkeit, die Wahrheit und doch mit einer Bedeutsamkeit, die der Künstler darin zum Ausdruck bringt.”

Kinder der Digitalisierung

Während es handwerkliche und künstlerische Berufe schon seit Jahrtausenden gibt, sind eine Reihe von Jobs erst in den letzten fünf bis zehn Jahren entstanden. Sie sind also versicherungstechnisch „Neuland“ und in vielen Bedingungswerken noch nicht ausreichend berücksichtigt. Das erschwert die Berufsunfähigkeits-Absicherung. Dazu gehören beispielsweise die YouTuber, die mittlerweile zu den wahren Idolen der Jugend herangereift sind. Laut einer Bitkom-Studie aus 2017 ist für 36 Prozent der deutschen Jugendlichen ein YouTuber der Lieblingsstar. Die Bandbreite ist schier endlos: Beauty, Wissen, “Pranks”, e-Sport, analoger Sport, Musik. Und vieles mehr. Warum diese Zielgruppe zunehmend wichtiger wird und was es über sie zu wissen gibt, erklären wir ebenfalls auf unserem Blog. Auch auf der Plattform Instagram gibt es längst eigene Berufszweige, wie Blogger oder Influencer. Zusätzliche Einblicke in diese besondere Zielgruppe und deren Herausforderungen, erlangen Vermittler in diesem Interview.

Eine Lösung für viele Probleme

Da die Grundfähigkeiten-Versicherung für die Berechnung der Prämie und die Risikoprüfung nicht den Beruf des Antragstellers zugrunde legt, bietet sie für die zahlreichen oben genannten Berufe und viele weitere eine Chance. Vermittler, die sich im Auftrag ihrer Kunden bisher die Zähne ausgebissen haben, können ihnen neue Hoffnung zusprechen. Wer also in seinem Bestand Kunden hat, die er bisher als nicht versicherbar erachtete, für den hat sich vielleicht das Blatt gewendet.

Updates im Herbst

Die Bayerische hat zum Oktober ihre Grundfähigkeiten-Versicherung ExistenzPlan weiter optimiert. Unter anderem haben Kunden jetzt die Möglichkeit, innerhalb der ersten fünf Jahre bis zum 45. Lebensjahr ihre Rente auf bis zu 36.000 Euro aufzustocken. Ereignisunabhängig. Darüber hinaus können Kunden die Laufzeit ihres Vertrags verlängern, sollte der Gesetzgeber die Regelaltersgrenze anheben. Außerdem ist jetzt auch die freiwillige Abgabe der Fahrerlaubnis aus Gesundheitsgründen ein Leistungsauslöser. Zusätzlich hat die Bayerische mehrere Leistungsauslöser kundenfreundlicher formuliert. Die genauen Änderungen finden Vermittler hier.

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